Kommunalwahl

Warum Katharina Kley als 18-Jährige bei der Kommunalwahl kandidierte

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Katharina Kley
Katharina Kley, Schleswigsche Partei, wartet 2021 gespannt auf die Ergebnisse.

Katharina Kley war 18 Jahre alt, als sie 2021 bei den Kommunalwahlen kandidierte. Im Interview erzählt sie, warum sie sich damals ein Herz fasste und antrat.

Zwischen zwei Vorlesungen in Kopenhagen erwischt „Der Nordschleswiger“ Katharina Kley, gebürtige Sommerstedterin, am Telefon. Bevor die angehende Umweltingenieurin in der Mathematik-Vorlesung Platz nimmt, hat sie Zeit, einige Fragen zur Kommunalwahl 2021 zu beantworten. Damals kandidierte sie als 18-Jährige für die Schleswigsche Partei (SP) in der Kommune Apenrade.

Katharina, warum hast Du 2021 kandidiert?

„Ich habe mich immer für Politik interessiert und ich finde, dass alle Teile der Gesellschaft in der Politik vertreten sein sollten. Ich habe mich in meinem Wahlkampf auf die jungen Wählerinnen und Wähler konzentriert.

In einem Kommunalparlament sucht man sehr lange nach Abgeordneten, die unter 30 sind. Jugendliche denken anders, für sie sind andere Themen wichtig, etwa der Klimawandel. Der wird uns deutlich mehr betreffen als ältere Generationen.

Jugendliche haben auch kein Auto, so wie die Älteren meist. Für sie ist ein guter öffentlicher Transport von großer Bedeutung. Ich habe der örtlichen Disco einen Besuch im Wahlkampf abgestattet, habe an einer Schuldebatte teilgenommen und war viel in den sozialen Medien unterwegs. Und natürlich ganz klassisch: der Straßenwahlkampf mit der SP inklusive 50 persönliche Wahlplakate.“

Was hast Du erlebt – Positives und Negatives?

„Es gibt viel mehr Positives als Negatives, und beim Negativen gab es auch keine konkreten Konfrontationen oder Vorfälle. Toll war es, mit so vielen Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Sie fühlten sich ernst genommen und das ist gut so. Es kann schon sein, dass einige ältere Kandidaten mich nicht so ernst nahmen, aber das haben sie mir nicht direkt gezeigt.

Es hat mich am Anfang so viel Mut gekostet, mich derart zu präsentieren, mich in aller Öffentlichkeit hinzustellen und zu diskutieren. Das war nicht so schön, aber ich habe dadurch auch viel gelernt – über die Kommune und über Lokalpolitik und über mich. Ich bin selbstbewusster geworden. Letztlich hat es sehr viel Spaß gemacht. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, auch wenn es nicht für einen Einzug in den Kommunalrat gelangt hat. Mit so einem tollen Ergebnis hatte ich nicht gerechnet.“

Würdest Du noch mal kandidieren?

Ich lege meinen Fokus auf mein Studium in Kopenhagen. Und ich bin ja auch noch im Vorstand der Jugendorganisation „European Free Alliance“. 2025 werde ich nicht kandidieren. Ich kann das aber anderen jungen Menschen ganz klar empfehlen. Und man kann schließlich selbst bestimmen, wie viel Arbeit man in den Wahlkampf steckt. Und ich habe von der SP viel Hilfe erfahren. Mal sehen, wie es in ein paar Jahren ausschaut.

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