Vereinsleben

Warum die Generation Y den Vereinen fernbleibt – und wie das zu ändern ist

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Beim Apenrader Ruderverein ist der Vorstand an die örtliche deutsche Schule herangetreten und hat damit bei den Jungen und Mädchen Erfolg.

Viele Vereine ächzen: Junge Menschen für den Vereinssport zu begeistern, ist schwierig. In den Vereinen der deutschen Minderheit gibt es jedoch verschiedene erfolgreiche Initiativen.

„Wir haben kaum Jugendliche bei uns im Verein“, stellt Gösta Toft, Vorsitzender des MTV Apenrade (Mein Turnverein Apenrade), nüchtern fest. Zwar hat der Verein insgesamt ausreichend Mitglieder, doch die Altersgruppe der 15- bis 35-Jährigen bleibt eine Herausforderung.

Herausforderungen bei der Jugendarbeit

Obwohl der MTV Apenrade Sportarten für alle Altersgruppen anbietet, greifen junge Menschen nur selten darauf zurück. Gösta Toft vermutet, dass das vielfältige Sportangebot in der Region eine Rolle spielt: „Es gibt einfach zu viel Auswahl“, sagt er.

Expertinnen und Experten betonen gegenüber dem „SWR“, dass diese Generation andere Interessen verfolgt. Sie bevorzugen neue Sportarten und zeitlich unabhängige Angebote. Vereine, die auf Nischensportarten oder wechselnde Programme setzen, können die Nachfrage besser bedienen.

Auch Martin Hansen vom SC Saxburg stimmt Toft zu. Sein Verein hat ebenfalls Mühe, Jugendliche zu gewinnen. Um dem entgegenzuwirken, arbeitet der SC Saxburg mit dem Bylderup-Bov Idrætsforening (BBI) zusammen. Die Spielgemeinschaft umfasst drei Handballteams, die nicht nur erfolgreich sind, sondern auch als Vorbilder für Kinder und Jugendliche dienen. „Unsere jungen Handballspieler trainieren teilweise die Kinder selbst. Das kommt gut an“, berichtet Hansen.

Erfolgreiche Ansätze: Rudern und Floorball

Ein Vorzeigebeispiel für gelungene Jugendarbeit ist der Apenrader Ruderverein. Dank einer Kooperation mit der Deutschen Privatschule Apenrade (DPA) konnte ein nachhaltiges Programm aufgebaut werden. „Vor zwei Jahren haben wir mit Trockenübungen an Rudermaschinen begonnen, heute trainieren wir regelmäßig auf dem Wasser“, erzählt der Vereinsvorsitzende Peter Asmussen. Inzwischen nehmen einige Jugendliche des Vereins sogar an Regatten teil.

Auch der SC Saxburg punktet mit innovativen Ideen: Das Floorball-Angebot erfreut sich wachsender Beliebtheit – auch bei jungen Erwachsenen.

Schwierigkeiten und Konkurrenz

Rolf Meyer vom Haderslebener Turnerbund sieht die Situation ebenfalls kritisch. „Ein Tanzangebot, das für junge Leute gedacht war, wurde fast nur von älteren Mitgliedern genutzt“, erzählt er. Als der Tanzlehrer schließlich absagen musste, verschwand die Initiative wieder.

Neben dem großen Angebot, das es gibt, erkennt er weitere Gründe, weshalb die jungen Leute sich vom Vereinsleben fernhalten: die Konkurrenz durch soziale Medien und kommerzielle Anbieter. Junge Menschen planen ihren Alltag zunehmend flexibel und sind weniger an feste Vereinsstrukturen gebunden.

Lösungsansätze für die Zukunft

Gösta Toft und der Vorstand des MTV Apenrade arbeiten bereits an neuen Konzepten, um junge Menschen zurück in die Vereinswelt zu holen. So sind flexible Angebote angedacht. „Wir müssen uns anpassen, um die Generation Y für uns zu gewinnen“, sagt Toft.

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Die Generation Y („Why“)

Die Generation Y (auch als Millennials bezeichnet) umfasst die Menschen, die etwa zwischen den frühen 1980er-Jahren und den späten 1990er- oder frühen 2000er-Jahren geboren wurden. Der genaue Zeitraum kann je nach Quelle leicht variieren, häufig wird der Zeitraum von 1981 bis 1996 angegeben.
Die Bezeichnung „Generation Y“ stammt vom englischen Wort „Why“ (Warum), was ihre hinterfragende und kritische Haltung gegenüber gesellschaftlichen Normen und traditionellen Lebensmodellen symbolisieren soll.

Millennials sehen sich mit wirtschaftlichen Unsicherheiten konfrontiert, wie beispielsweise steigenden Wohnkosten, der Notwendigkeit lebenslangen Lernens und der Herausforderung, in einer sich schnell verändernden Arbeitswelt Fuß zu fassen.

(Quelle: ChatGPT)