Deutsche Schule Hadersleben

Von Snacks bis Sanitär – was sich die Schülerschaft wünscht

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Klassenlehrerin Louisa Bölck (rechts) im Gespräch mit Lea und Anders. Beide haben die Sprecherfunktion für ihre Klassen inne.

Im Klassenraum der Deutschen Schule Hadersleben läuft es an diesem Dienstag anders als sonst. Mitsprache steht auf dem Stundenplan. Zwei 16-Jährige von „Danske Skoleelever“ sind zu Gast und geben Tipps, wie Kinder und Jugendliche ihren Alltag an der DSH mitgestalten können. Ideen gibt es viele. Was ist machbar?

Damian Stenander und Jonas Leo Nørgaard Foget haben die 9. Klasse gerade hinter sich. Jetzt arbeiten beide für „Danske Skoleelever“. Es ist die landesweite Interessenvertretung der Schülerschaft in Dänemark. Sie setzt sich für Mitsprache und die Verbesserung des Schulalltags ein. „Unsere Organisation ist weltweit einzigartig. Bei uns haben die Kinder das Sagen“, betont Jonas.

Kinder an die Macht

Damian und Jonas aus Aarhus arbeiten vor ihrem Schulstart am Gymnasium für die landesweite Interessenorganisation „Danske Skoleelever“.

In der Deutschen Schule Hadersleben (DSH) haben sich die Kinder und Jugendlichen versammelt, die für ihre Klassen sprechen – von der 0. bis zur 9. Klasse. Zunächst sind viele noch zurückhaltend. Klassenlehrerin Louisa Bölck beobachtet zufrieden das Geschehen. Ihr ist es zu verdanken, dass auch die Unterstufe ein Wörtchen mitreden kann, wenn es um ihren Schulalltag geht.

„Mitbestimmung ist wichtig“, findet sie. „So lernen die Kinder, Verantwortung zu übernehmen.”

Erst mal Kennenlernen

Louisa Bölck ist Klassenlehrerin der 9. Klasse und an der DSH zuständig für die Schülermitbestimmung. Auf ihre Initiative durfte auch die Unterstufe jeweils zwei Kinder mit der Sprecherfunktion betrauen. Die deutsche Schule nimmt damit eine Sonderstellung ein: Üblich ist, dass erst ab der 5. Klasse ein formales Mitspracherecht besteht.

Am Dienstagvormittag ist erst einmal Kennenlernen angesagt. Gemeinsam mit den beiden 16-jährigen Referenten aus Aarhus entsteht eine Liste mit Wünschen, die den Kindern am Herzen liegen.

Mit eigenen Ideen dabei

Die Kinder hatten beim Workshop sichtlich Spaß.

„Ein Snack-Automat wäre gut“, findet der 13-jährige Anders. Eine Rutsche für die Jüngsten, ein Fußballfeld – und bessere Toiletten stehen ebenfalls auf der Wunschliste.

Lea (15), Schulsprecherin der 9. Klasse, fühlt sich wohl in dem Workshop: „Wir sprechen für unsere Klasse. Ich finde es schön, dass wir auf diese Art mit eigenen Ideen unseren Alltag prägen können.“

Mitbestimmung merken

Am Workshop nahmen Kinder und Jugendliche von der 0. bis zur 9. Klasse teil.

Die Kinder und Jugendlichen diskutieren, was überhaupt machbar ist. Nicht alle Wünsche können erfüllt werden – schon gar nicht zeitnah.

„Bessere Toiletten und eine weitere Multibahn haben die Schüler oft genannt“, sagt Louisa Bölck. Ein Weihnachtsfest nur für die Kinder – das lässt sich schon eher machen. „Nach dem Workshop schauen wir uns an, was realistisch ist. Entscheidend ist, dass die Kinder merken, dass ihre Stimme zählt.“

„Volkseigentum“ in der Schule

Dabei geht es um mehr als Wunschdenken, wie Louisa Bölck betont. Die Schülerinnen und Schüler helfen ihr bei Projektanträgen und der Auswahl neuer Spiel- und Sportgeräte.

„Die neuen Geräte halten länger und werden besser behandelt, seit die Schüler mitentscheiden dürfen. Es ist ihr Eigentum – und sie passen gut darauf auf.“

Schule als Labor für Demokratie

Die beiden jungen Referenten aus Aarhus gaben den Kindern Tipps, wie sie ihren Schulalltag mitgestalten können.

„Die Schüler sind sehr engagiert hier“, stellt Jonas fest. Auch Damian ist beeindruckt: „Man merkt, dass alle Lust haben, Dinge zu verändern. Wir geben zwar Impulse, aber die Ideen kommen von ihnen.“

Am Donnerstag treffen sich die Klassen erneut, um gemeinsam Prioritäten zu setzen. Auch wenn so mancher Wunsch offen bleibt – dabei sein und mitbestimmen ist alles.

Den Teilnehmenden hat der Workshop gefallen. Am Donnerstag erarbeiten sie eine Prioritätenliste.