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Mitgliederzuwachs: ARV strebt die 200er-Marke für das Jubiläumsjahr an

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Der Apenrader Ruderverein kann im kommenden Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiern (Archivfoto).

Wie Phönix aus der Asche ist der Apenrader Ruderverein schön, gesund und kräftig aus der Sturmflut 2023 hervorgegangen. Vorwärts- und Rückwärtsruderer ziehen zur Freude des Vorsitzenden Peter Asmussen an einem Strang.

Der Jahresbericht des Apenrader Rudervereins (ARV) hat fast märchenhafte Züge. Vor wenigen Jahren waren die Mitgliedszahlen rückläufig; zum Glück brachte die neue Kajaksparte wieder Leben in die Bude. Doch dann drohte das Hochwasser im Oktober 2023 dem Ruderverein den Garaus zu bereiten. Die Schäden waren schließlich immens. Aber das Gegenteil war der Fall: Die Krise hat den Verein zusammengeschweißt. Vorwärts- und Rückwärtsruderer haben gemeinsam in die Hände gespuckt: Das Klubhaus erstrahlt in neuem Glanz. Der Verein hat dank fleißiger Mitglieder und großzügiger Spenden die Schäden reparieren können und somit die Krise überstanden.

Mit anderen Worten: Der ARV-Vorsitzende Peter Asmussen konnte mit Stolz und Dankbarkeit auf das Jahr 2024 zurückblicken und hielt einen mehr als zuversichtlichen Ausblick auf das kommende Jahr, in dem der Verein sein 100-jähriges Bestehen feiern kann.

Warteliste in der Kajakabteilung

Asmussen hofft, dass er im Jubiläumsjahr 2026 sogar das 200. Mitglied begrüßen darf. Am 31. Dezember 2024 zählte der Ruderverein schließlich 191 zahlende Personen. In der Kajakabteilung stehen potenzielle Mitglieder auf einer Art Warteliste, weil sie ihre Mitgliedschaft davon abhängig machen, dass ihr Kajak Platz im Bootsschuppen findet. Ein Blick in die Ruderstatistik zeigt, dass einige Boote im vergangenen Jahr kein einziges Mal auf dem Wasser gewesen sind. Allerdings gibt es beim ARV derzeit noch keine Richtlinien. Das wird Thema auf der nächsten Mitgliederversammlung sein.

Die Kajaksparte erfreut sich trotz großer Konkurrenz durch die Nachbarvereine weiterhin großer Beliebtheit, aber auch die Jugendarbeit im Rennrudern fruchtet. „Durch Kooperationen mit der Deutschen Privatschule Apenrade und der Deutschen Nachschule Tingleff konnten wir neue Mitglieder gewinnen. Dabei sind es nicht nur die Jugendlichen allein. In einigen Fällen haben auch die Eltern den Weg zu uns gefunden“, berichtet Peter Asmussen.

DM-Silber im Ergometerrudern

Der ARV-Vorsitzende Peter Asmussen (im Vordergrund, rechts neben ihm sitzt Versammlungsleiter Stefan Prohaska) blickte voller Dankbarkeit auf das Jahr 2024 zurück und äußerst zuversichtlich in die Zukunft.

Der gut ausgestattete Fitnessraum macht den Verein zudem attraktiv für Personen, die bislang keine Verbindung zum Wassersport hatten. Über das Fitnessrudern an der Maschine haben auch Neulinge das Wettbewerbs-Gen in sich entdeckt, nehmen virtuell und in großen Hallen an Ergometermeisterschaften teil.

Erst kürzlich war eine bunt gemischte Truppe aus Alt und Jung bei den dänischen Meisterschaften in Kopenhagen am Start. Für den ARV gab es durch den Alterspräsidenten Gerd Larsen eine Silbermedaille in der Altersgruppe 80 Jahre und älter.

Neuer Bootstyp populär

Die Anschaffung von sogenannten Coastal-Booten hat sich ebenfalls bewährt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Ruderbooten sind Coastal-Boote für die offene See gemacht. Das heißt: Es kann auch bei Wind gefahrlos gerudert werden. Wenn Wellen über den Bug schlagen, läuft das Wasser hinten aus dem Heck wieder heraus. Man meidet nicht die Wellen, sondern sucht sie förmlich auf.

Damit sind diese Boote für die Wind- und Wasserverhältnisse auf der Apenrader Förde bestens geeignet. „Unsere bereits angeschafften Coastal-Boote erfreuen sich großer Beliebtheit. Wir möchten uns in diesem Bereich weiterentwickeln und planen auch die Anschaffung weiterer Boote“, sagt Peter Asmussen.

In Zusammenarbeit mit Verbandstrainer Thomas Ihnen vom Nordschleswigschen Ruderverband sollen zudem Konzepte zur Nachwuchsgewinnung erarbeitet werden, kündigt der ARV-Vorsitzende an. Dennoch ist nicht zu erwarten, dass Ruderinnen und -ruderer aus Apenrade schon 2028 bei den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles mitmachen werden. Das Coastal-Rudern wird nämlich in dem Jahr erstmals olympische Disziplin.