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Ruderverein: Neue Steganlage des ARV soll zum Saisonstart fertig sein

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Peter Asmussen und Rüdiger Bartling
Der ARV-Vorsitzende Peter Asmussen (links) und Projektkoordinator Rüdiger Bartling haben derzeit gut lachen.

Der Apenrader Ruderverein wartet mit Spannung auf den Saisonstart. Bei der kommenden Generalversammlung wird der Vorsitzende Peter Asmussen eine Bilanz des vergangenen Jahres ziehen. Die Sturmflut vom Oktober 2023 ist überwunden, die finanzielle Lage ist gut und die Mitgliederzahlen steigen. Mit Glück ist auch die neue Steganlage bald einsatzbereit.

Es läuft derzeit rund beim Apenrader Ruderverein. Das wird auch am Donnerstag, 27. Februar, bei der Generalversammlung des ARV deutlich werden. Finanziell geht es dem Verein durch Hilfen, Spenden und zahlreiche Arbeitseinsätze gut, die Mitgliederzahl kratzt an der 200er-Marke.

„Wir waren mal fast unter 100 Mitgliedern und haben binnen fünf Jahren 70 neue dazugewinnen können“, sagt der Vorsitzende Peter Asmussen im Gespräch. Großen Anteil daran habe die Kajaksparte. Etwa 50 der 70 neuen Mitglieder seien der Abteilung zuzuordnen. Obwohl der Kajak-Trend abebbt und die Konkurrenz groß ist, erfreue sich der Sport beim ARV weiterhin großer Beliebtheit, ergänzt Rüdiger Bartling aus dem Vorstand.

Ergometerrudern als fester Bestandteil

Großen Anklang findet auch das eRoning. „Für viele, die gar nicht aufs Wasser wollen oder sich einfach körperlich fit halten wollen, ist das eine gute Alternative“, sagt Bartling. Eigentlich eine Lösung während der Coronazeit und über den Winter hat sich das Ergometerrudern zum Ganzjahressport entwickelt.

Mit diversen Programmen, die über die App „eRoning“ auswählbar sind, können die Mitglieder im Vereinsheim individuell trainieren. Bis Mitte Februar haben die Rudernden des ARV bereits etwas mehr als 825 Kilometer „indoor“ zurückgelegt.

„Nordschleswiger“-Redakteur Gerrit Hencke hat das Ergometerrudern vor Ort gleich einmal ausprobiert.
„Nordschleswiger“-Redakteur Gerrit Hencke hat das Ergometerrudern vor Ort gleich einmal ausprobiert.

Neue Steganlage wird bald aufgebaut

Die Bilanz nach der verheerenden Sturmflut vom Oktober 2023 könnte also kaum besser ausfallen. Im Optimalfall liegt zum Saisonstart am 1. April auch die neue Steganlage im Wasser. Wenn es zum Anrudern klappen sollte, würde das alle freuen, so Bartling und Asmussen.

Die neue Anlage wurde im November bei der Firma NWC Marine aus Helsingør in Auftrag gegeben. „Die haben bereits viele Projekte in Nordschleswig realisiert“, sagt Bartling und zeigt auf einen Badesteg in der Nähe. Auch am Süderstrand in Apenrade und in Sonderburg (Sønderborg) war die Firma aktiv, um Steganlagen aufzubauen.

Die Kosten von 450.000 Kronen konnten durch Privatfonds und Hilfen des Nordschleswigschen Ruderverbandes (NRV) eingetrieben werden. Von den Versicherungen gab es nach Oktober 2023 kein Geld.

Zusammenarbeit mit dänischem Ruderklub

Die neue Anlage besteht nicht mehr aus Holz, sondern aus Kompositmaterial. „Die Wellen können da nach oben durchschlagen, ohne Schäden zu verursachen“, sagt Bartling. Eine leichtere Konstruktion aus Aluminium mache es zudem einfacher, die Anlage im Herbst einzuholen und im Frühling auszubringen, ergänzt Asmussen. „Künftig soll unsere Brücke und die des benachbarten dänischen Ruderklubs immer zur selben Zeit mit einem Teleskopstapler aus dem Wasser geholt werden.“

Auch insgesamt wachse die Zusammenarbeit mit dem Aabenraa Roklub. Künftig sollen Vereinsmitglieder beider Vereine auch beide Steganlagen nutzen können.

Wellenbrecher vorerst nur Wunschtraum

Ein in früheren Gesprächen angedachter Wellenbrecher wird weiter auf sich warten lassen. „Das ist ein Großprojekt, das in dieser Dimension nicht umsetzbar ist“, sagt Asmussen. Stattdessen habe sich der ARV für eine brauchbare Lösung entschieden und den Brückenbau forciert. Die langfristige Umgestaltung des Ufers benötigt mehr Zeit. Zwar habe es Gespräche der Vereine mit der Kommune gegeben und auch eine Voruntersuchung, aber die Kosten für eine Schutzmole und einen Deich wurden auf acht bis zehn Millionen Kronen geschätzt. „Vorstellen konnte man sich das bei der Kommune schon, aber ob das überhaupt eine Mehrheit bekommen würde, ist unklar. Die Priorität ist offenbar auch nicht so hoch“, so Asmussen.

Sollte die neue Steganlage rechtzeitig fertig werden, dann wäre zum Saisonstart auch eine kleine feierliche Einweihung denkbar. „Die Kinder könnten ja mit Scheren ein Band durchschneiden“, sinniert der Vorsitzende.