Deutsche Minderheit

Makrelen-Tradition in Apenrade mit Einblicken ins Seefahrerinnenleben

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Historiker Mikkel Leth Jespersen berichtet über die Kapitänsfrauen.

Das Makrelenessen ist inzwischen ein fester Bestandteil im Apenrader Minderheitenkalender. Bei der diesjährigen Ausgabe gab es einen spannenden Vortrag über ein ausschließlich nordschleswigsches Phänomen.

Es war eine einzigartige Tradition in Nordschleswig, wie Mikkel Leth Jespersen den Gästen des Makrelenessens im Haus des Apenrader Rudervereins (ARV) berichtete. Leth Jespersen ist Historiker, Vorsitzender des Historisk Samfund for Sønderjylland und hat jüngst ein Buch über die Kapitänsfrauen aus dem 19. Jahrhundert veröffentlicht.

Historiker „an Bord“

Der Historiker war kürzlich zu Gast beim Makrelenessen, zu dem gemeinschaftlich der ARV, die Freunde des ARV und der Apenrader Ortsverein des Bundes Deutscher Nordschleswiger eingeladen hatten.

Einzigartige Tradition

Besichtigung der neuen ARV-Brücke

Im Rahmen der Veranstaltung wird traditionell zu einem Vortrag mit maritimem Thema eingeladen. In diesem Jahr standen also die Frauen der Kapitäne im Mittelpunkt. Sie begleiteten ihre Männer auf ihren Segeltouren auf den Meeren. Doch diese Tradition habe es nur im Landesteil gegeben, wie Mikkel Leth Jespersen erforschte.

Der Geschichtswissenschaftler berichtete lebhaft von dem Leben an Bord und den Herausforderungen, die dieses mit sich brachte.

Solei aus Produktion vor Ort

Seine Forschungsergebnisse hat Mikkel Leth Jespersen in einem Buch mit dem Titel „Kvinde om bord“ festgehalten.

Zuvor stärkten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jedoch erst mit Soleiern, die wieder gekonnt, gewohnt delikat und direkt vor Ort von Christel Drexel zubereitet und angerichtet wurden.

Mit Grußworten des ARV-Vorsitzenden ging es zur Besichtigung der neuen Bootsbrücke, die kürzlich feierlich eingeweiht werden konnte. Die alte Brücke war dem verheerenden Herbststurm im Oktober 2023 zum Opfer gefallen.

Lokale Kulinarik mit Geschichte

Danach wartete schon die geräucherte Makrele auf die Gäste, zu der überbackene Kartoffeln und Salat gereicht wurden. Gunnar Petersen, einer der Gäste, hatte übrigens recherchiert, dass die Makrele in keinem Apenrader Restaurant auf der Speisekarte stehe, wie er berichtete.

Zum Abschluss gab es hausgemachten „Gammeldags Æblekage“.