Lokale Wirtschaft

Für Marlene und Steen hatte ein Zufall Folgen: Neues Gastro-Angebot im Apenrader „Gazzværket“

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Marlene und Steen in „ihrer“ neuen Küche, wo sie wieder gemeinsam an Gerichten und Desserts arbeiten. Hier haben sie schon Stunden verbracht, um ihre Kreationen für die Speisekarten auszuprobieren und Probe zu essen.

Ein Kühlschrank, eine zufällige Begegnung – und plötzlich entsteht mitten in Apenrade eine neue Brasserie. Steen und Marlene verwirklichen im „Gazzværket“ ihren Traum vom eigenen Restaurant. Im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“ erzählen sie, wie es dazu kam.

Hier, wo jetzt glänzende Fliesen die Wand zieren und ein moderner Ofen auf den Einsatz wartet, war vor zwei Monaten noch kaum Platz zum Stehen. „Hier, wo wir jetzt sind, war vor zwei Monaten noch eine Garderobe“, erzählt Steen Handler. „Man konnte kaum aufrecht stehen“, fügt er hinzu.

Heute ist der Koch mitten in einer brandneuen Küche – Herzstück der zukünftigen Brasserie im Konzert- und Veranstaltungscenter „Gazzværket“ in Apenrade. Nebenan reihen sich rustikale Holztische aneinander, rund 50 Gäste sollen hier Platz finden. Hinter einer Tür wartet die Terrasse, überdacht von einer Jalousie, die sich an sonnigen Tagen öffnen lässt.

Ein Zufall mit Folgen

Dass Steen und seine Verlobte Marlene hier gelandet sind, war alles andere als geplant. Eigentlich brauchten sie im Juli nur kurzfristig Kühlkapazität für eine Familienfeier. „Ich kenne Hasse durch die frühere Zusammenarbeit und fragte ihn, ob er nicht einen Kühlschrank für uns überhätte“, erinnert sich Steen.

Harald „Hasse“ Eduard, Betreiber des „Gazzværket“, führte die beiden in die Räume, in denen er ursprünglich eine Lounge betrieben hatte. „Die Lounge lief nicht so gut wie erwartet“, gibt Eduard zu. Er träumte von einem Ort mit Tapas und Getränken. Für Marlene und Steen, die schon länger von einem eigenen Projekt sprachen, war das der perfekte Moment. „Und der tat sich gerade vor uns auf“, erzählt Steen.

Vom Papier zur Wirklichkeit

Nur wenige Tage später skizzierte Steen die neue Küche auf einem DIN-A4-Blatt. Am nächsten Tag rückten die Handwerker an. Seit August treffen sich die drei Partner fast täglich, um das Konzept zu entwickeln – von der Menükarte bis zum passenden Geschirr. Rund 30 Gerichte sind inzwischen ausgewählt. „Jeder von uns hatte Wünsche, die nun auf der Karte zu finden sind“, sagt Steen.

Konkrete Details gibt es noch nicht. „Wir wollen das noch nicht verraten“, heißt es mit einem Schmunzeln. Sicher ist nur: Es wird eine Mischung geben aus Fisch, Fleisch, Pasta, Salaten und Desserts – letztere sind die Spezialität von Marlene.

Mehr als gutes Essen

Steen und Marlene an der Bar, die Teil ihrer neuen Wirkungsstätte ist.

„Uns ist die Qualität wichtig. Man soll bei uns in entspannter Atmosphäre richtig gut essen können“, betont Steen. Eine gut bestückte Weinkarte gehört ebenso dazu. Geplant sind auch Weinproben – „mit gutem Essen dazu“, ergänzt er. Wert legen die beiden darauf, wie ihre Speisen hergestellt werden: „Wir machen alles selbst, die Saucen, Dips und es wird viel frischen Fisch geben“, kündigt er an. „Viele spannende Gerichte mit unserem persönlichen Stempel“, fasst er zusammen.

Doch die Brasserie soll mehr als ein kulinarischer Ort sein. „Man soll sich bei uns wohlfühlen, ob im Anzug oder in Jeans und T-Shirt mit der Familie“, sagt Marlene. Darum haben sie gemeinsam mit Eduard lange nach dem richtigen Geschirr, dem passenden Besteck und einer Einrichtung gesucht, die Wärme und Offenheit vermittelt.

Für Hasse Eduard ist die Zusammenarbeit ein Gewinn: „Bisher musste ich für unsere Veranstaltungen das Essen immer von außerhalb bestellen. Mit einer Küche im Haus können wir das intern lösen.“

Bald geht es los

Ein Team, das sich versteht: (v. l.) Steen Handler, Marlene Handler und Harald „Hasse“ Eduard

Noch wird geschraubt, gestrichen und dekoriert. Pflanzen sollen im Eingangsbereich für ein einladendes Ambiente sorgen. Die Ungeduld ist den beiden trotzdem anzumerken. „Aber wir sind so gespannt und wollen so schnell wie möglich loslegen – jedoch ohne Kompromisse. Wenn wir starten, dann soll alles perfekt sein“, betont Marlene.

Bekannt gegeben wird der Start dann groß: „über so viele Kanäle wie möglich, Facebook, Instagram und so weiter“, versprechen Marlene und Steen.

Ein neuer gastronomischer Treffpunkt für Apenrade steht also kurz vor der Eröffnung – geboren aus einem Zufall und getragen von der Leidenschaft zweier Menschen, die schon lange darauf gewartet haben, ihre eigenen Ideen auf den Tisch zu bringen.

Montags und dienstags sowie donnerstags bis sonntags ab 11.30 Uhr soll die Brasserie geöffnet sein. „So können auch Geschäftsleute tagsüber hereinschauen und eine Kleinigkeit zu Mittag essen“, sagt Steen Handler.