Deutsche Minderheit

Eine Allrounderin der Deutschen Schule Pattburg sagt Tschüss

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Ist an der Pattburger Schule viele Jahre lang in verschiedenen Funktionen tätig gewesen und leitet nun einen neuen Lebensabschnitt ein: Heike Fetzer.

Sie zog vor über 30 Jahren von Hamburg nach Nordschleswig und ist seitdem eng mit der Deutschen Schule Pattburg verbunden – nicht nur privat, sondern auch beruflich. Nun heißt es für Heike Fetzer Abschied nehmen, und das hat einen einfachen Grund.

„Ich werde demnächst ja 67 Jahre alt und erreiche damit das Ruhestandsalter. Es ist an der Zeit, in Rente zu gehen“, sagt Heike Fetzer im Sitzungsraum der Deutschen Schule Pattburg ziemlich gefasst. 

Bei ihrer Verabschiedung am Freitag könnte es emotionaler werden, denn nach drei Jahrzehnten langer Anstellung an der Schule sagt Heike, wie sie von allen nur genannt wird, Tschüss. 

Fetzer ist gelernte Optikerin, hat an der Schule aber ihre berufliche Wirkungsstätte gefunden. Sie begann als pädagogische Helferin, arbeitete unter anderem in der SFO (Schulfreizeitordnung) und ist die vergangenen Jahre hauptsächlich als Reinigungskraft tätig gewesen. Heike Fetzer war und ist im positiven Sinne „das Mädchen für alles“ und wird als „die gute Seele“ der Schule bezeichnet.

 „Ich mag den Alltag an der Schule und den Kontakt zu den Kindern und der Belegschaft. Mit dem Saubermachen reicht es aber. Da kann der Ruhestand dann doch kommen“, sagt die 66-Jährige mit einem Schmunzeln.

Dass sie einmal so eng mit der Schule und der deutschen Minderheit verwoben sein würde, hätte sie vor dem Umzug nach Dänemark sicherlich nicht gedacht. Es war das Tønder Festival, das die aus Hamburg stammende Frau in den hohen Norden ziehen ließ: „Ich lernte beim Festival meinen damaligen Mann kennen – ein Däne.“

Heike Fetzer beim Auswringen des Feudels. Damit ist bald Schluss – zumindest in der Schule.

Die deutsche Schule und die Minderheit als erste Wahl

Als Wohnort wurde Ende der 90er-Jahre Pattburg und für die beiden Kinder Sandra und Jan die dortige deutsche Schule gewählt. Für ihren Mann sprach nichts dagegen. „Überhaupt nicht. Er fand das Zweisprachige gut“, erzählt Heike Fetzer.

Als Tochter Sandra eingeschult worden war, engagierte sich die Mama im Schulvereinsvorstand und knüpfte Kontakt zur deutschen Volksgruppe vor Ort. BDN-Ortsverein (Bund Deutscher Nordschleswiger), PSV – der Klub (Pattburger Sportverein) und die Theatergruppe – „Ich habe eine tolle Gemeinschaft erlebt, mit vielen Aktivitäten und Festen. Auch wenn es weniger geworden ist mit Veranstaltungen, empfinde ich es immer noch so“, sagt die 66-Jährige. 

Auch im Ruhestand werde sie daher möglichst viel den Kontakt zur Schule und zum Umfeld halten. Bei Ausflügen, Schulfesten oder anderen Gemeinschaftsaktivitäten wolle sie dabei sein, sagt Fetzer.

Zufällig ins Team gekommen

Ihre berufliche Verknüpfung mit der Schule begann zufällig. Als Vorstandsmitglied wurde sie seinerzeit gefragt, ob sie für einige Stunden eine betreuende Aufsicht der Schulkinder übernehmen könnte. Heike Fetzer sagte zu, „und so bin ich dann hineingerutscht. Anfangs viel mit Kinderbetreuung, und dann kamen die Reinigungsaufgaben dazu“, so ihr Rückblick.

Bei aller Wehmut über das berufliche Ende an der Schule, die ihr „ans Herz gewachsen ist“, freue sie sich auf den Ruhestand. Sie werde die freie Zeit mit ihrem Partner in Flensburg (Flensborg) zu nutzen wissen. 

Der Kontakt zur Belegschaft und insbesondere zu den Kindern ist Heike Fetzer stets wichtig gewesen.

„Haus und Garten, endlich mal in den Urlaub fahren, wenn keine Ferien sind, Fahrradfahren, Wandern, Ausflüge machen und Nordic Walking. Mir fällt da eine Menge ein“, sagt Fetzer mit einem vorfreudigen Schmunzeln.

„Und dann ist endlich viel mehr Zeit für die Enkelkinder“, ergänzt die fünffache Oma. „Ich bin einfach gern von Kindern umgeben. Nicht nur an der Schule.“