Deutsche Minderheit

Die LAS verabschiedete 14 tolle und gute Menschen

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Die Abgängerinnen und Abgänger auf einen Blick. Hinten v. l.: Maurice Pierre Mai, Tristan Tegge, Mattis Otto Müller, Janne Paavo Stoll, Steven Nolan Menzel, Schulleiterin Bonni Rathje-Ottenberg und Klassenlehrer Nico Brogmus. Vorne v. l.: Julius Hasselriis, Lotte Ramminger, Clara Marie Bucka, Ditte Marie Terp, Thilde Lebeck Heesch, Cecilia Thomsen Honoré, Lauren Amy Roep sowie Michelle Meyhoff Hansen.

Die Abschlussfeier mit Herz enthielt emotionale und lustige Momente. Die acht Mädchen und sechs Jungen wurden in Tondern mit guten Ratschlägen hinaus ins weitere Leben geschickt. Dabei spielten auch Spielräume eine Rolle.

An einem schönen Sommerabend schlug in der Ludwig-Andresen-Schule (LAS) in Tondern im feierlichen Rahmen für 14 Jugendliche die Stunde des Abschieds.

„Nehmt eure eigenen Wünsche ernst, erkennt Spielräume und findet den Mut, Entscheidungen zu treffen“, lautete der Rat von Schulleiterin Bonni Rathje-Ottenberg im Zeichen der Europameisterschaft und der Europeada vor Ort.

„Ihr habt viel gespielt, auch hier in der Schule, in den Pausen und im Unterricht. Durch das Spielen hat sich die Welt durch euer eigenes Tun – mit dem Einsatz eures Körpers und eurer Sinne – erschlossen“, sagte die Schulleiterin.

Raum für Kreativität und Fantasie

Nicht nur für Mattis Otto Müller (2. v. l.) und seine Familie ging es über den roten Teppich in die LAS, sondern für alle Abgängerinnen und Abgänger.

„Im Spielen seid ihr kreativ geworden und habt eure Fantasie gebraucht. Ihr habt euch selbstständig in Gruppen aktiv mit sachlichen und sozialen Zusammenhängern auseinandergesetzt und wir, die LAS, haben euch dafür Raum gegeben. Vor euch stehen neue Herausforderungen. Ihr müsst euch weiterhin in eurer Zukunft viel Wissen aneignen. Denkt daran, euch Zeit zu geben. Jeder Einzelne von euch lernt im eigenen Tempo. Hier ist es wichtig, dass ihr Spielräume erkennt und einfordert, die ihr benötigt“, sagte Bonni Rathje-Ottenberg.

Einen Gang zurückschalten

Die Gesellschaft sei auf Effizienz aufgebaut und oft würden von politischer Seite die Spielräume beschleunigt oder verkleinert. „Dadurch kann es passieren, dass schnell Energie fehlt, etwas Neues zu lernen. Schaut nach, ob die Balance stimmt. Wenn der Spielraum zu klein ist, dann schaltet einen Gang zurück“, riet sie den Jugendlichen. „Ihr seid toll, mir hat es mit euch Spaß gemacht“, sagte die Schulleiterin.

Positive Psychologie als richtiger Weg

Es wurden viele Erinnerungsfoto geschossen.
Zum Auftakt wurde das Lied, „Die Gedanken sind frei“ angestimmt.

„Ich kann mich ein Stück weit in euren Impressionen spiegeln“, sagte Lilli Marie Rachenpöhler, zweite stellvertretende Kreispräsidentin vom Kreis Nordfriesland. Die Politikerin des Südschleswigschen Wählerverbands (SSW) hat südlich der Grenze das dänische Schulsystem besucht. Sie zeigte sich davon überzeugt, dass die positive Psychologie, die an der LAS praktiziert wird, der richtige Weg sei, um junge Menschen vorzubereiten.

„Sie entwickeln ein gesundes Selbstverständnis und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten“. Außer einem Buchgeschenk hatte sie den Abgängerinnen und Abgängern auch einen persönlichen Rat mitgebracht. „Egal, welchen Weg ihr einschlagt, es wird etwas schiefgehen. Aber aus Fehlern lernt man“, erklärte die Politikerin.

Die zweite stellvertretende Kreispräsidentin, Lilli Marie Rachenpöhler (SSW) richtete gute Wünsche und einen persönlichen Rat an die Abschlussklasse.

„Die Worte kommen von Herzen"

Klassenlehrer Nico Brogmus veranschaulichte die Charakterzüge der Abgänger und Abgängerinnen.

„Es ist auch als Klassenlehrer ein besonderer Moment. Jede Klasse ist besonders, und das seid ihr auch. Ihr könnt mir nachher eine Note geben. Die Worte kommen von Herzen“, sagte Nico Brogmus an seine Truppe gerichtet.

Nach den Reaktionen der acht Mädchen und sechs Jungen zu urteilen, musste er für seine maßgeschneiderten digitalen Darstellungen mit Avatars, die er durch Fotos ergänzte und mit sehr persönlichen Worten kombinierte, keine schlechte Note befürchten. „Ihr habt Respekt und Toleranz gelebt. Ich habe das Gefühl, dass wir gute Menschen entlassen“, sagte er.

Abschiedsvideo und ein besonderes Spiel

Der schriftliche Gruß an den Klassenlehrer

Die Verbundenheit zu ihrem Klassenlehrer ging auch aus dem Abschiedsvideo der Abgängerinnen und Abgänger hervor. „Vielen Dank, ihr Lieben. Das war sehr rührend. Das kann ich mir noch öfter anschauen“, bedankte sich Nico Brogmus. Sie schenkten ihm außer einem Blumenstrauß ein Memory-Spiel mit verschiedenen Situationen aus dem Schulleben, wo sie drauf waren. „Das ist ein schönes Erinnerungsstück“.

Über eine Rose mit einem persönlichen Gruß freuten sich die Fachlehrerinnen und Fachlehrer der 9. Klasse.

Drei besondere Überraschungen

Cecilia, Michelle und Lauren (v. l.) prüfen, ob die Fotos was geworden sind.

Nachdem die Jugendlichen ihre Zeugnisse erhalten hatten, war die Spannung noch nicht ganz gelöst, da drei Stipendien vergeben wurden. Der Vorsitzende der Deutschen Selbsthilfe Nordschleswig, Ulf Terp, überreichte wegen ihrer stets sehr hilfsbereiten, fleißigen, fröhlichen und unterstützenden Art ein Stipendium (1.000 Kronen) an Ditte Marie Terp.

Clara Marie Bucka empfing wegen ihres Gemeinschaftssinns und ihrer Hilfsbereitschaft aus der Hand von der Bezirksvorsitzenden Marie Medow das mit 500 Kronen dotierte Stipendium vom BDN-Bezirk (Bund Deutscher Nordschleswiger).

Ein Blick in die applaudierende Gästeschar

Für seinen Fleiß, seinen tollen moralischen Kompass und sein beeindruckendes Fachwissen überreichte Schulvereinsvorsitzende Marit Jessen Rüdiger, Tristan Tegge, das Stipendium des Fördervereins der LAS (600 Kronen).

„Für die LAS seid ihr alle eine Bereicherung gewesen und jeder von euch hat einen Eindruck hinterlassen“, sagte die Vorsitzende an die Abgängerinnen und Abgänger gerichtet. Sie erwähnte außerdem, dass der Tag des Abschlusses oft mit Freude, vielleicht ein bisschen Wehmut, Tränen und auch Spannung für den weiteren Weg gefüllt sei.

Tristan Tegge wurde mit dem Stipendium des Fördervereins der LAS ausgezeichnet.

Gemischte Gefühle nach zehn Jahren an der LAS

Sind seit der Vorschule dabei: Clara und Ditte

Von gemischten Gefühlen berichten auch Clara Marie Bucka und Ditte Marie Terp, die in ihrem Jahrgang die längste Laufbahn an der LAS hatten. Als im August 2014 zehn Kinder in die Vorschule eingeschult wurden, gehörten sie dazu. Zehn Jahre später sind die zwei Freundinnen die Einzigen, die von Anbeginn dabei sind.

„Ich bin natürlich traurig, dass alles vorbei ist, und werde meine Freundinnen und Freunde und das tägliche Zusammensein mit ihnen vermissen. Ich freue mich aber auch ein bisschen auf etwas Neues“, erzählt Clara.

„Ich bin traurig, dass es Schluss ist. Ich werde meine Klassenkameradinnen und Klassenkameraden vermissen. Ich bin aber bereit für etwas Neues“, sagt Ditte.

Noch ist nicht Schluss

Die zwei Mädchen werden sich vorerst nicht aus den Augen verlieren, da sie ab August an der Nachschule „Sundeved Efterskole“ die zehnte Klasse absolvieren. Dass es sie beide dorthin zieht, ist jedoch eher dem Zufall geschuldet.

Der Abend klang in gemütlicher Runde bei einem leckeren Imbiss aus, der im Freien genossen wurde.

Abgänger Jannes kleiner Bruder gehörte zu den jüngsten Gästen