Deutsche Minderheit

Die ehrenamtliche Botschafterin der Kirche geht auf ihren runden Geburtstag zu

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Ellen Blume vollendet am Karfreitag ihr 80. Lebensjahr (Archivfoto).

Unzählig sind die Protokolle, die die fleißige und gewissenhafte Ellen Blume für die Gemeinde und den BDN in Lügumkloster geschrieben hat. Inzwischen hat die Jubilarin ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement für die deutsche Minderheit etwas reduziert.

Am liebsten hält sie sich bescheiden im Hintergrund und zieht an den praktischen Fäden. Am Freitag, 18. April, kommt Ellen Blume aber nicht darum umhin, im Mittelpunkt zu sein, wenn sich ihr Geburtstag zum 80. Mal jährt.

Die Jubilarin engagiert sich seit mehr als fünf Jahrzehnten in Lügumkloster, insbesondere für die Nordschleswigsche Gemeinde (NG). Ellen Blume hat die Arbeit der NG auf vielfältige Art mitgestaltet und geprägt und wirkt seit mehr als 20 Jahren als Kirchenälteste. Im Juni 2022 wurde sie für ihr langjähriges christliches Engagement mit der Bugenhagenmedaille ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um die höchste Auszeichnung der Nordkirche für einen ehrenamtlichen Einsatz.

Eine sorgfältige Protokollführerin

Ellen Blume hat sich außerdem über Jahre in verschiedenen Positionen für den Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) und den Bezirksverein eingesetzt. Bei vielen Veranstaltungen sorgte die pensionierte Lehrerin außerdem für das leibliche Wohl der Gäste, zum Beispiel mit Kuchen oder Sandwiches. Unzählig sind die tadellosen Protokolle, die die (Computer-)Handschrift von Ellen Blume tragen. Zusammengefasst würde daraus sicher ein dicker Wälzer hervorgehen.

Weit über das Rentenalter hinaus konnte man an der Deutschen Schule Lügumkloster auf sie zählen. Bis vor etwa einem Jahr brachte sich Ellen Blume an ihrem früheren Arbeitsplatz jeden Morgen in der Lesezeit und dem Förderunterricht ein.

Inzwischen tritt sie etwas kürzer und konzentriert ihren Einsatz nun auf die Gemeinde. „Solange der Pastor mich noch aushalten kann“, sagte die humorvolle Jubilarin unlängst auf einer BDN-Veranstaltung. Sie gilt auch im Bereich der deutsch-dänischen Kultur als Brückenbauerin.

Die ersten Kindheitsjahre in Hoptrup

Im Juni vor drei Jahren überreichte der damalige Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein, Gothard Magaard, Ellen Blume in der Klosterkirche die Bugenhagenmedaille.

Ellen Blume, die in Flensburg (Flensborg) aufgewachsen ist, war 1945 im nordschleswigschen Hoptrup zur Welt gekommen. Wegen des Krieges hatte es die Familie Johannsen in die Heimat ihrer Mutter gezogen. Die Rückkehr nach Flensburg erfolgte 1947, als die Grenze wieder geöffnet wurde.

Im Alter von 21 Jahren fing Ellen (damals noch Johannsen) als Lehrerin an der deutschen Schule in Lügumkloster an. Damals wollte sie am liebsten so schnell wie möglich wieder weg, da es in der Gemeinde nicht viel kirchliches Leben gab. Sie nahm sich aber eine Aussage des damaligen Pastors Gerhard Schmidt zu Herzen, dass sie nicht gleich wieder weglaufen sollte. Schmidt kaperte die musikalische Lehrerin, die im Bereich von Religion und Musik viel mit den Schulkindern machte, für die Gemeindearbeit.

Erst Lügumberg dann Lügumkloster

Die Kirchenälteste Ellen Blume und Pastor Matthias Alpen (Archivfoto)

Durch die Heirat mit Landwirt Peter Blume lag der Lebensmittelpunkt viele Jahre auf dem Hof in Lügumberg (Løgumbjerg), wo die drei Töchter heranwuchsen.

Mittlerweile wohnt Ellen Blume seit 25 Jahren am Straßenzug Slotsbanken in Lügumkloster. Sie verwitwete vor 13 Jahren plötzlich.

Ein schwerer Verlust traf sie zudem im Juni vor zwei Jahren mit dem Tod der Tochter Kirsten nach schwerer Krankheit. Ihren fünf Enkelkindern ist Ellen Blume eine liebevolle Oma, und sie ist ihren Töchtern Tina in Vejle und Thea in Hammeleff (Hammelev) eng verbunden.