Deutsche Minderheit

Neuer Deutscher Kindergarten in Sonderburg: Die Mischung soll es machen

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Der deutsche Kindergarten in Sonderburg feierte diese Woche seine offizielle Eröffnung – das erfreut nicht nur Mitarbeitende und Eltern, sondern vor allem auch die Kinder.

Alles neu: Wie kann aus zwei Erziehungskulturen eine gemeinsame werden? Welche Chancen sich daraus ergeben und welche Herausforderungen es zu bewältigen gilt, erklärt Melanie Krumbügel, Abteilungsleiterin des neuen deutschen Kindergartens in Sonderburg.

„Zwei Kindergärten bringen zwei unterschiedliche Erziehungskulturen mit“, erklärt Melanie Krumbügel, Abteilungsleiterin des deutschen Kindergartens in Sonderburg. Ob im Umgang mit den Kindern, bei der Gestaltung von Geburtstagsfeiern oder bei Fragen der Ernährung – nicht alles ließ sich einfach übereinanderlegen. Um die Übergangsphase bestmöglich zu gestalten, wurde eine externe Coachin hinzugezogen, die die Mitarbeitenden bei der Umstellung begleitete.

Am Freitag ist die Institution am Kærvej offiziell eingeweiht worden.

Schon seit Anfang August besuchen die Kinder ihren neuen deutschen Standkindergarten, am Donnerstag war es dann endlich so weit: Der neue Deutsche Kindergarten in Sonderburg wurde nun auch offiziell in der neuen Turnhalle feierlich eingeweiht. Bei strahlendem Wetter und ausgelassener Stimmung versammelten sich Kinder, Eltern, Mitarbeitende und Gäste zur offiziellen Eröffnung.

Sonderburgs Bürgermeister Erik Lauritzen (l.), DKS-Leiter Marco Seefeldt (m.) und Stefan Sass vom DSSV bei der feierlichen Eröffnung am Freitag.

Mit dabei war auch der Bürgermeister von Sonderburg, Erik Lauritzen (Soz.). Anschließend lud ein reich gedecktes Kuchenbüfett zum Verweilen ein – ein süßer Auftakt für einen neuen Abschnitt im Leben vieler Familien und Fachkräfte.

Viel Wert wurde auf das Zusammenwachsen des neuen Kollegiums gelegt. Die Personalgruppen wurden bewusst gemischt: Aus jeder ehemaligen Einrichtung kamen Mitarbeitende zusammen, um gemeinsam neue Strukturen zu schaffen.

Melanie Krumbügel freut sich besonders über den tollen Außenbereich des neuen Kindergartens.

Dabei entstand ein Team mit vielfältigen Kompetenzen – von musikalischen Fähigkeiten über Organisationsgeschick bis hin zu praktischer Hilfsbereitschaft. Insgesamt kümmern sich nun 16 pädagogische Fachkräfte um die Kinder, unterstützt von zwei Küchenkräften und einem Hausmeister.

Ein Umzug voller Entscheidungen

Der neue Kletterspielplatz

Doch nicht alles ist bereits vollständig abgeschlossen. Der Umzug selbst stellte eine besondere Herausforderung dar: Was soll mit in den neuen Kindergarten und was bleibt zurück? „Es sollte nur Schönes mit, aber für jeden ist ‚schön‘ etwas anderes“, sagt Krumbügel. Was für den einen wertvoll sei, ist für den anderen überflüssig.

Hinzu kam die schwierige Aufgabe, neue Kindergruppen zusammenzustellen. Ziel war es, jedem Kind mindestens einen bekannten Erwachsenen sowie einen Freund oder eine Freundin an die Seite zu stellen – eine logistische Meisterleistung, die nicht in jedem Fall perfekt gelingen konnte.

Kinder der Ostee

Was alle Kinder eint, ist die Nähe zur Ostsee. Deshalb tragen die neuen Gruppen, in denen die Kinder eingeteilt sind, einheitlich maritime Namen: Seepferdchen und Seesterne heißen die Krippengruppen, während die Kindergartenkinder als Seehunde, Strandkrabben und Tintenfische durchs Haus wuseln.

Die letzten Maßnahmen

Das sind die ersten Entwürfe der Künstlerin Jana Surkus für die neuen Kindergruppen.

Auch baulich steht noch nicht alles an seinem Platz. Ein Schuppen für die Kinderwagen muss noch errichtet werden, und der Rasen auf dem Hügel mit der neuen Rutsche braucht noch Zeit, um die noch lockere Erde zu festigen.

Dennoch überzeugt das neue Gebäude bereits jetzt mit großzügigen Funktionsräumen, einer eigenen Turnhalle, Rückzugsorten zum Lesen und Puzzeln sowie einem Atelier, das bald mit kleinen Kunstwerken der Kinder gefüllt sein wird.

Noch müssen die Kinder sich gedulden – die Hoffnung ist bei allen Beteiligten groß, dass der Rasen es noch dieses Jahr schafft, genug Wurzeln zu bilden, um die Erde ausreichend zu festigen.

Die Einweihung des neuen Deutschen Kindergartens in Sonderburg ist somit nicht nur ein Festakt, sondern auch der Beginn eines spannenden Kapitels. Mit Engagement, Mut zur Veränderung und einem starken Teamgeist soll hier ein Ort geschaffen werden, an dem Kinder sich wohlfühlen, wachsen und spielerisch lernen können – Tag für Tag.

Einer der neuen Funktionsräume, in dem Kinder künftig spielen und sich kreativ ausleben können.