Deutsche Minderheit

Hygge trifft Hallo: Elin Svendsen engagiert sich im Sprach-Café

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Elin A. Svendsen ist eine von den Freiwilligen, die beim Sprach-Café in der Tingleffer Bücherei Zugezogenen beim Dänischlernen helfen.

Wie können Zugezogene in entspannter Atmosphäre Dänisch lernen – ganz ohne Leistungsdruck? Die pensionierte Lehrerin Elin Svendsen unterstützt mit Herz und Erfahrung Menschen dabei, sprachlich anzukommen. Wie genau sie das macht, hat sich „Der Nordschleswiger“ näher angesehen.

Stimmengewirr erfüllt an diesem Montag die Deutsche Bücherei Tingleff, zwischen den Regalen wird gelacht, gestikuliert und auf Dänisch gesprochen – mal zögerlich, mal fließend.

Das Sprach-Café hat begonnen – eine kostenlose Veranstaltung der Tingleffer Büchereien, bei der Zugezogene ohne Leistungsdruck Dänisch lernen können und dabei Menschen wie Elin A. Svendsen begegnen, die ihre Zeit und Erfahrung mit Freude teilt.

„Das ist eine ganz tolle Idee, darauf habe ich Lust“

Eigentlich genießt Elin bereits ihren Ruhestand. Nach vielen Jahren als Lehrerin für Deutsch und Dänisch an der deutschen Fördeschule in Gravenstein (Gråsten) freute sie sich auf ruhige Tage in ihrem Zuhause in Kelstrupholz (Kelstrupskov).

Doch dann las sie im „Nordschleswiger“, dass für ein Sprach-Café in Tingleff Freiwillige gesucht werden. „Ich dachte sofort: Das ist eine ganz tolle Idee, darauf habe ich Lust“, erzählt sie.

Nun ist sie eine von zehn Freiwilligen, die zweimal im Monat mit Zugezogenen zusammensitzt und ihnen dabei hilft, Dänisch zu lernen. Ohne Lehrbuch, ohne Prüfungen – stattdessen mit viel Geduld, einem herzlichen Lachen und der festen Überzeugung, dass Sprache mehr ist als nur Grammatik.

Je nach Sprachniveau werden die Teilnehmenden in sechs Leistungsgruppen eingeteilt – insgesamt nahmen 25 Personen am ersten Treffen teil.

„Das hat sie sehr gut gemacht – und so sympatisch.“

Diesen Freiraum weiß auch Teilnehmerin Daniela Hausch zu schätzen: „Feste Kurszeiten und Hausaufgaben? Das wäre für mich einfach nicht machbar“, sagt sie offen.

Das Sprach-Café ist für die vierfache Mutter ideal – ein offenes Angebot ohne Leistungsdruck, bei dem sie Dänisch lernen kann, wenn es in ihren Alltag passt.

Ihre ersten Vokabeln und Sätze hat die 43-Jährige auf der Arbeit im Kindergarten gesammelt, im Kontakt mit den Kindern und Mitarbeitenden. Doch dort wurde sie selten korrigiert – die Gespräche funktionierten auch so.

Im Sprach-Café ist das anders. Da wird auf Aussprache und Wortwahl geachtet. Daniela ist beeindruckt von Elins Art zu unterrichten und sagt: „Das hat sie sehr gut gemacht – und so sympatisch.“

Mehr als Dänischlernen

Für Daniela Hausch (rechts) ist das Sprach-Café eine Chance, ihr Dänisch flexibel zu verbessern – ohne Zeitdruck und mitten im Familienalltag.

Das Sprach-Café ist für Elin Svendsen mehr als nur ein Ort zum Dänischlernen. „Ich finde das sehr, sehr wichtig. Wenn man die Sprache nicht kann, kann man sich schnell einsam fühlen“, sagt sie.

Das Sprach-Café sei deshalb nicht nur ein Lernort, sondern auch ein Ort der Begegnung. „Es ist eine gute Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen – für alle Beteiligten.“

Offen, warmherzig und mit wachem Blick ermutigt Elin Svendsen die Teilnehmenden, einfach zu sprechen – auch wenn es nicht perfekt ist: „Man darf Fehler machen. Die meisten verstehen trotzdem, was man meint.“

Für Elin Svendsen ist es jedenfalls genau der richtige Ort: „Man lernt nicht nur die Sprache – man lernt auch die Menschen kennen.“ Und vielleicht ist das am Ende sogar das Wichtigste.

Die nächsten Termine

Elin nimmt mit ihrer herzlichen und offenen Art die Angst davor, beim Sprechen Fehler zu machen.

Die Treffen im Sprach-Café finden zwei Mal im Monat montags von 15 bis 17 Uhr statt – abwechselnd in der deutschen und der dänischen Bücherei in Tingleff. Der nächste Termin ist am 15. September und findet in der dänischen Bücherei statt.

Das Interesse an dem Angebot ist so groß, dass sämtliche Treffen ausgebucht sind, so der Hinweis von Mareike Poté, Leiterin der Deutschen Bücherei Tingleff.

Der Beitrag ist um den letzten Satz ergänzt worden. Es können keine weiteren Anmeldungen mehr angenommen werden.