Grenzüberschreitendes

Grenzen überwinden: Deutsche Minderheit besuchte Stockelsdorf

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Willi Schidlowski
Willi Schidlowski (links) mit Jürgen Fischer, Vorsitzender des Seniorenbeirats von Stockelsdorf, und Bürgervorsteher Manfred Beckmann.

Bei einem Besuch in Stockelsdorf in Ostholstein lernte die Reisegruppe aus Nordschleswig den Ort und das kulturelle sowie sportliche Angebot besser kennen, und es gab Zeit für den Austausch. Im vergangenen Jahr war bereits eine Delegation aus Stockelsdorf zu Gast in Nordschleswig. Das nächste Treffen ist bereits geplant.

„Die ehrenamtliche Tätigkeit in der Gemeinde ist sehr stark. Das merkt man, wenn man dort ist. Es ist wirklich beeindruckend“, resümiert Willi Schidlowski gegenüber dem „Nordschleswiger“ den Besuch einer siebenköpfigen Delegation aus der deutschen Minderheit im ostholsteinischen Stockelsdorf.

Der Besuch unter der Leitung des Vorsitzenden des Ausschusses für Senioren des Sozialdienstes Nordschleswig folgte auf eine Stippvisite von Stockelsdorfer Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertretern in Nordschleswig im Juni vergangenen Jahres. Damals gab es zwei Tage lang das volle Minderheiten-Programm: Knivsberg, Deutsches Museum, Haus Nordschleswig und Haus Quickborn.

Stockelsdorf
Begrüßungsveranstaltung im Sitzungssaal des Stockelsdorfer Rathauses.

Zweiter gegenseitiger Besuch

Nun hielt ein zweitägiges Programm für die Gruppe aus Nordschleswig ein umfangreiches Programm in der schleswig-holsteinischen Gemeinde parat, das vom Vorsitzenden des Stockelsdorfer Seniorenbeirats, Jürgen Fischer, und dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Kultur in Stockelsdorf, Karl-Ludwig Tretau, organisiert wurde.

„Es ist das zweite Netzwerktreffen im Rahmen eines von Interreg geförderten Austausches. Es soll nicht das letzte bleiben“, verrät Schidlowski am Telefon. Entwickeln soll sich daraus ein Bürgerprojekt.

Schidlowski folgten weitere Sozialdienst-Mitglieder nach Stockelsdorf: die Vorsitzende Gertraudt Jepsen, der Kirchenälteste Georg Thomsen, Karin Hansen Osmanoglu, Christa Schrøder und Fedder Feddersen sowie Bent Holt vom SV Tingleff.

Stockelsdorf
Beim Schützenverein durfte sich am Sportgewehr versucht werden.

Gruppe lernte Gemeindearbeit kennen

Neben einem Diskussionsabend beim ortsansässigen Allgemeinen Turn- und Sportverein, dem ATSV Stockelsdorf, standen auch Besuche des jüdischen Friedhofs, der Kirche, des Herrenhauses, des Schützenvereins sowie der Gemeindebücherei und ein Bogenschießen auf der Agenda.

„Der Sportverein hat 3.500 Mitglieder, dabei hat Stockelsdorf nur 18.000 Einwohner. Das ist schon sehr beeindruckend“, sagt Willi Schidlowski. „Das Ehrenamt ist auch bei uns immer wieder ein Thema. Es war schön zu sehen, dass nicht nur wir Alten, sondern auch Kinder und Jugendliche in Stockelsdorf engagiert sind.“

Bücherei Stockelsdorf
Besuch der Bücherei Stockelsdorf

Vernetzen über die Grenze hinweg

Zwischen den Programmpunkten gab es zahlreiche Gelegenheiten für den intensiven Gedanken- und Erfahrungsaustausch. „Die dänischen Gäste erhalten so die Möglichkeit, die kulturelle Vielfalt Stockelsdorfs kennenzulernen, und alle Beteiligten tragen somit zur weiteren Vertiefung der Völkerverständigung bei“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde.

Tatsächlich ist auch bereits ein nächstes Treffen geplant, wie Schidlowski verrät. „Die Bogenschützen aus Oster Hoist (Øster Højst) wollen sich im kommenden Jahr mit der Bogenschützen-Sparte des ATSV treffen.“ Das Vernetzen der Sportvereine war bereits beim Erstbesuch im vergangenen Jahr in Nordschleswig Thema.

Es ist also davon auszugehen, dass es in Zukunft im Sitzungssaal des Stockelsdorfer Rathauses wieder heißt: „Velkommen til Stockelsdorf!“ Denn die Beteiligten sind sich nach den gegenseitigen Besuchen sicher, dass es nicht die letzten waren.

Bogenschießen
Bogenschießen war ebenfalls Teil des Programms.

Schon im Juni vergangenen Jahres betonte Schidlowski die Wichtigkeit dieses Austausches. „Es sollen Gespräche über die Grenzen hinaus sein.“ In einer Zeit, in der politische Diskussionen oft von Grenzen dominiert werden, könnten die Menschen voneinander lernen und in den Dialog treten, ganz nach einem gemeinsamen gesamteuropäischen Grundgedanken, sagt er.