Handball

Nur der WM-Titel fehlt

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Kopenhagen
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Nikolaj Jacobsen beim Abschlusstraining vor dem WM-Auftakt. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Dänemarks Handballer hatten noch nie so gute Chancen auf den Gewinn der Weltmeisterschaft.

Die dänische Handball-Nationalmannschaft hat das Halbfinale als Ziel gesteckt, aber die Fans wollen mehr, wenn in den nächsten zweieinhalb Wochen in Dänemark und Deutschland die Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Die Titelsammlung soll komplettiert werden.

Der Europameister von 2008 und 2012 geht als amtierender Olympiasieger ins Rennen und hat bei der Heim-WM mit dem eigenen Publikum im Rücken bessere Chancen denn je. Auf dem Weg ins Halbfinale sind die Norweger und die Schweden noch die schwersten Hürden, aber die Aufgabe ist durchaus zu lösen, bevor in der Runde der letzten vier andere WM-Favoriten wie Frankreich oder Spanien warten könnten.

„Ich habe zu großen Respekt vor den Gegnern, um zu sagen, dass wir Gold holen, aber ich glaube, dass wir etwas Großes erreichen können“, sagt Nationaltrainer Nikolaj Jacobsen, der dementsprechend am Ziel Halbfinale festhält: „Wenn ich aber einen Job annehme, dann bedeutet es mir viel, dass ich die Möglichkeit habe, etwas zu gewinnen, und ich zähle uns zu den sechs Nationen, die die WM gewinnen können.“

Die WM-Geschichte ist aber voll von dänischen Enttäuschungen. Auch vor zwei Jahren hatte man sich Hoffnungen auf den Titel gemacht, doch der frisch gebackene Olympiasieger flog sensationell im Achtelfinale gegen Ungarn (25:27) raus.

Zwei Jahre zuvor war das Viertelfinale Endstation. Die Dänen scheiterten hauchdünn mit 24:25 an Spanien und konnten sich somit nicht für das 19:35-Debakel im WM-Finale 2013 gegen die Spanier revanchieren.

Dem WM-Titel am nächsten waren die Dänen 2011 in Schweden, als sie zum zweiten Mal nach der Silbermedaille 1967 im Endspiel standen. Die Franzosen benötigten eine Verlängerung, um Dänemark mit 37:35 niederzukämpfen.

Neben den beiden Silbermedaillen 2011 und 2013 gab es 2007 in Deutschland eine Bronzemedaille. Hinzu kommen vierte Plätze 1978 und 1982, aber auch hintere Platzierungen und die ganz großen Debakel 1995 und 2005, als Dänemark mit starken Mannschaften und Medaillenträumen angetreten war, aber nach Pleiten gegen Algerien bzw. Tunesien bereits nach der Vorrunde die Segel streichen musste.

Das alles gehört aber der Vergangenheit an und wird keine Rolle spielen, obwohl Tunesien Dänemarks zweiter Vorrundengegner ist. Die DHF-Auswahl eröffnet die WM mit einem Duell am Donnerstag ab 20.15 Uhr in der Royal Arena in Kopenhagen gegen Handball-Zwerg Chile.

Nikolaj Jacobsen konnte beim Abschlusstraining feststellen, dass die Verletzungssorgen weniger geworden sind als noch zu Beginn der Woche.
Nikolaj Markussen scheint seine Fußverletzung überwunden zu haben. Der Rückraum-Riese von Bjerringbro-Silkeborg konnte zumindest das Abschlusstraining problemfrei bewältigen und gehört zum Kader gegen Chile. Lediglich Henrik Toft Hansen fehlte beim Abschlusstraining. Es besteht aber weiterhin die Hoffnung, dass der Kreisläufer im Verlauf der Weltmeisterschaft in den dänischen Kader eingewechselt werden kann.

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Gwyn Nissen Chefredakteur