Handball

"Wir haben es nicht als Krise empfunden"

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Sonderburg/Sønderborg
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Aaron Mensing hat in den letzten beiden Spielen 16 Tore für SønderjyskE geworfen. Foto: Friedrich Hartung

Kristian Dahl Pedersen und Aaron Mensing übernahmen die Hauptrollen, als SønderjyskE in der Handballliga einen großen Rückstand gegen HC Midtjylland wettmachte und mit einem 26:24-Sieg die lange Durststrecke beendete.

“Wir haben sie gejagt, diese zwei Punkte, und sie auch verdient geholt”, meinte der achtfache Torschütze Aaron Mensing, nachdem es beim 13:18-Rückstand schon schwarz ausgesehen hatte: “Wir haben vermieden, ständig auf die Anzeigentafel zu blicken, auch als wir mit fünf Toren hinten lagen. Das ist wichtig, denn sonst werden die Gedanken oft negativ. Wir haben gut gekämpft und befreit aufgespielt, obwohl wir eigentlich mehr unter Druck standen.“

Die Paraden des eingewechselten Torwarts Kristian Dahl Pedersen führten die Wende herbei.

“Ich habe nur eine volle Trainingseinheit hinter mir. Ich hatte wahnsinnig große Zweifel, wo ich stehe”, so der Torwart, der nach knapp dreimonatiger Verletzungspause zu seinem Liga-Debüt für SønderjyskE kam und beim Stande von 22:21 eine Quote von 69 Prozent aufweisen konnte, bevor bei der Schlusssirene 59 Prozent zu Buche standen: “Ich habe keine Ahnung, wie meine Quote ist. Ich habe einfach versucht, mich auf die nächste Aktion zu konzentrieren. Ich möchte aber nicht über meine Leistung sprechen, viel lieber über die zwei Punkte nach einer langen Durststrecke. Die Leute haben über eine Krise gesprochen, so haben wir es in der Mannschaft aber nicht empfunden. Wir kommen aus einer Phase, wo wir Angst vorm Gewinnen hatten. Wir haben fast die gesamte Saison über gut gespielt, dann ist aber irgendwann eine Blockade im Körper aufgetreten, und wir kamen nicht mehr weiter. Uns hat ein wenig Energie gefehlt, und die haben wir auch vom Publikum bekommen. Wir konnten die Arena spüren, und ich hatte das Gefühl, dass 2.000 Leute auf dem Spielfeld standen.“

Trainer Kasper Christensen freute sich über seinen Joker, aber auch über den Sieg.

"Ich bin erleichtert und froh, aber auch stolz über die mentale Stärke der Spieler, als wir mit fünf Tore hinten lagen. Wir hatten dieses Erfolgserlebnis dringend nötig, dürfen jetzt aber nicht glauben, dass die Bäume in den Himmel wachsen, auch nicht bei Kristian, der ja kaum Handball trainiert hat. Solch eine Leistung kann man nicht jedes Mal erwarten, aber alle haben das Feuer, die Lust und Energie bei ihm gesehen", so der SønderjyskE-Trainer mit Hinblick auf das Auswärtsspiel am Dinnerstag um 20.30 Uhr in Skjern.

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