Handball

Enttäuschung bei Sønderjyske HH über Punkt gegen GOG

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Großer Jubel, als Nicolaj Jørgensen 40 Sekunden vor Schluss die 30:29-Führung erzielte, doch der Jubel verstummte.

Die Handballer von Sønderjyske HH haben im Kampf um den Endrunden-Einzug ein zweites Mal hintereinander einen unerwarteten Punkt geholt, hatten aber in den Schlusssekunden den Sieg zum Greifen nah.

Die Enttäuschung stand den Sønderjyske-Handballern in den Sekunden nach der Schlusssirene ins Gesicht geschrieben. Sie hatten gerade einen Punkt gegen den Meisterschafts-Kandidaten GOG geholt, doch gefühlt war es ein Punktverlust und kein Punktgewinn.

GOG-Handballer Tobias Grøndahl hatte mit einem Verzweiflungswurf in den Torwinkel zwei Sekunden vor Spielende den Gastgeber aus allen Siegträumen gerissen und GOG beim 30:30-Unentschieden noch den einen Punkt gerettet.

Sechs-Tore-Rückstand aufgeholt

„Es mag sich undankbar anhören, wenn wir in einem Spiel gegen GOG mit sechs Toren hinten liegen und dennoch enttäuscht vom Spielfeld gehen. Wir waren zwei Sekunden von zwei Punkten entfernt und hatten auch ein schlechtes Erlebnis aus dem Hinspiel im Gepäck, wo wir einen Punkt oder sogar zwei Punkte hätten mitnehmen müssen, aber in letzter Sekunde noch verloren. Ich bin mir sicher, dass wir uns mit ein wenig Abstand über den einen Punkt freuen werden“, so Nikolaj Svalastog zum „Nordschleswiger“.

Der Linksaußen hatte mit zwei spektakulären Aktionen „Skansen“ zum Kochen gebracht, als er mit einem Wurf vom eigenen Kreis erst den 25:25-Ausgleich und danach mit einem Dreher zum 27:26 (53.) die erste Führung seit den Anfangsminuten erzielt hatte. Zuvor hatte GOG bei einer 19:13-Führung schon wie der sichere Sieger ausgesehen.

„Wir spielen nicht so gut wie im Dezember. Wir bleiben ein wenig drunter, aber das kompensieren wir mit Kampf. Wenn wir wieder an unser spielerisches Niveau herankommen, bin ich mir sicher, dass wir genug Punkte sammeln werden, um die Endrunde zu erreichen“, meint Nikolaj Svalastog.

Freude kommt erst später

Nach den unerwarteten Punktgewinnen gegen Bjerringbro-Silkeborg und GOG ist Sønderjyske HH aktuell auf Endrundenkurs und spielt an den noch ausstehenden fünf Spieltagen gegen Skanderborg AGF (A), TTH Holstebro (H), Skjern (A), Aalborg (H) und KIF Kolding (A).

„Im Moment habe ich das Gefühl, dass es ein Punktverlust war, aber wenn ich mir das Spiel noch einmal auf Video ansehe, bin ich mir sicher, dass es ein Punktgewinn war“, meint auch Sønderjyske-Trainer Rasmus Glad Vandbæk: „Gegen GOG kann man nicht unbedingt einen Sieg erwarten. Das ist trotz allem die Nummer zwei der Tabelle. Es wird bis zum Ende ein enges Rennen, und da müssen wir jeden Punkt mitnehmen, den wir kriegen können.“

GOG-Trainer nicht traurig

Der ehemalige Sønderjyske-Trainer Kasper Christensen war erstmals zurück an alter Wirkungsstätte und musste sich vor 2.000 Zuschauerinnen und Zuschauern in der ausverkauften „Skansen“ mit dem einen Punkt zufrieden geben.

„Das Ergebnis kann man sowohl als Punktgewinn als auch als Punktverlust betrachten. In den ersten 40 bis 45 Minuten waren wir ein Niveau besser als der Gegner, haben danach aber zu viele Hinausstellungen bekommen, und das hat Sønderjyske mit dem Sieben gegen Fünf tüchtig genutzt. Wir können aber nicht traurig sein, wenn wir zwei Sekunden vor Schluss den Ausgleich erzielen“, meint der GOG-Trainer.

Nicolaj Jørgensen (13/7), Magnus Fredriksen (4), Gabriel Setterblom (4), Ebbe Stankiewicz (3), Nikolaj Svalastog (2), Sebastian Augustinussen (2) und Jacob Bagersted (2) erzielten die Tore für Sønderjyske HH.