Kultur

Wiedereröffnungen geplant: Museum Sønderjylland erhält 4,5 Millionen Kronen

Wiedereröffnungen geplant: Museum Sønderjylland erhält 4,5 Millionen Kronen

Museum Sønderjylland erhält 4,5 Millionen Kronen

Nordschleswig
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Schon bald könnte der Besuch des Ziegeleimuseums Cathrinesminde wieder möglich sein (Archivbild). Foto: Museum Sønderjylland

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Vor zwei Wochen sprach das Museum Sønderjylland von einer prekären finanziellen Lage, nun gibt es den ersten Lichtblick. Das Museum erhält von der Regierung eine Fördersumme von 4,5 Millionen Kronen. Die sollen dafür genutzt werden, die durch die Energiekrise geschlossenen Museen in Nordschleswig wiederzueröffnen.

Genau vor einem Jahr sah die Lage beim staatlichen Museum Sønderjylland wenig rosig aus. Durch die erheblich gestiegenen Energiekosten sah sich das Museum gezwungen, drei kleinere Museen im Umland zu schließen. Ein drastischer Schritt, der durch die derzeitige finanzielle Lage des Museums nicht behoben werden konnte. 

Drei Museen kommen wieder 

Das Schifffahrtsmuseum in Apenrade (Aabenraa), das Ziegeleimuseum Cathrinesminde in Broacker (Broager) und das Dröhses Haus in Tondern (Tønder) wurden im Herbst 2022 von den hohen Kosten in die Knie gezwungen und schlossen am Anfang des Jahres ihre Türen. Um den Haushalt auszugleichen, mussten zusätzlich insgesamt elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen werden.

Dem „Nordschleswiger“ erklärte Museumsdirektor Axel Johnsen im Oktober 2022: „Es gibt keinen anderen Ausweg. Wenn wir 2023 große Ausstellungen, Aktivitäten und Schulangebote auf dem Programm haben wollen, müssen wir notgedrungen unsere Aktivitäten an weniger Orten bündeln – auf jeden Fall so lange die Prognosen so düster sind wie jetzt“.

Nach düsteren Prognosen kommt jetzt die Erleichterung: Die dänische Regierung hat das Finanzgesetz für das Jahr 2024 vorgelegt und dem Museum Sønderjylland 4,5 Millionen Kronen bereitgestellt. Das ist genug, um die Museen wiederzueröffnen.

Auch das Schifffahrtsmuseum in Apenrade soll wieder öffnen (Archivbild). Foto: Karin Riggelsen

Große Freude seitens des Museums 

„Wir sind sehr zufrieden mit der Hilfe, die das Museum erhalten hat. Mit der Bewilligung von 4,5 Millionen Kronen erkennen die Politikerinnen und Politiker an, dass das Museum Sønderjylland besondere nationale Aufgaben im Kontext der Geschichte der Grenzregion erfüllt. Gleichzeitig ist es ein Ausdruck dafür, dass die Politikerinnen und Politiker der Tatsache Priorität einräumen, dass es auch außerhalb der großen Städte große Museen geben sollte. Ich hoffe, dass beides bei den Verhandlungen über ein neues Museumsgesetz nicht vergessen wird", sagt Direktor Axel Johnsen.   

Museum benötigt weiterhin finanzielle Mittel 

Mit dem Gesetz ist die vom Kulturministerium geplante Museumsreform gemeint. Für das staatliche Museum Sønderjylland wären weitere Finanzierungen wichtig, denn erst vor ein paar Wochen erklärte das Museum Sønderjylland seine prekäre finanzielle Lage ­– trotz positiver Qualitätsbewertung der staatlichen Behörde „Slots- og Kulturstyrelsen“. Ausgelöst durch die schlechter werdende finanzielle Lage des Museums, richteten die vier nordschleswigschen Kommunen einen Appell an Kulturminister Jacob Engel-Schmidt. Die 4,5 Millionen Kronen sind somit erst ein Anfang. 

Zunächst erfreuen sich die Verantwortlichen aber ausgiebig über die Bereitstellung der Geldmittel. Und auch Besucherinnen und Besucher können sich bald wieder über eine größere Auswahl an Museen im Grenzland freuen.

 

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