Ausbildung

Sprachoffensive mit Ballgefühl: Deutschunterricht auf dem Fußballplatz

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Für die Kickerinnen und Kicker ging es unter anderem darum, die Standorte der verschiedenen Fußballvereine einzuordnen.

Um den Jugendlichen der dänischen Kommunalschule Deutsch schmackhaft zu machen, gab es eine Kombination aus Sport und Sprachunterricht. Die maßgeschneiderte Lektion machte Lust auf mehr.

In Tondern hatten Kinder aus der Mehrheitsbevölkerung kürzlich Gelegenheit, auf eine alternative Art Deutsch zu lernen. Mit Deutsch als Aufhänger ging es bei einer Fußball-Aktivität für Schülerinnen und Schüler aus den 7. und 8. Klassen von Tønder Overbygningsskole auf dem Spielfeld rund.

„Das war ein super Tag“, „Können wir nächste Woche wiederkommen?“, lauteten bei Unterrichtsschluss einige der Reaktionen der jungen Kickerinnen und Kicker.

„Keiner hat gefragt, wann haben wir Pause“, sagt Heidi Iwersen mit einem Lachen. Das Konzept hatte die Deutschlehrerin von „Tønder Overbygningsskole“ gemeinsam mit ihrer Kollegin Anette Okholm von „Det Blå Gymnasium“ ausgearbeitet.

„Wir nutzen den Sport als positiven Eingang, um für die Sprache zu motivieren“, erläutert Heidi Iwersen. Die zwei Bildungseinrichtungen arbeiten im Rahmen des Projektes „Godt på vej med tysk på tværs af uddannelser" zusammen.

Vier Vereine im Wettstreit

Deutsche Fußballbegriffe standen für die Schülerinnen und Schüler der dänischen Kommunalschule auf dem Stundenplan.

Die Jugendlichen aus fünf verschiedenen Klassen bildeten vier Teams der Fußballvereine „Borussia Dortmund“, „Werder Bremen“, „Bayern München“ und „Mainz“.

Um das Eis zu brechen, mussten sich die Mädchen und Jungen in deutscher Sprache vorstellen und ihren Wohnort und ihren Lieblingsverein nennen. Es ging an diesem Tag auch um Fachbegriffe aus der Fußballwelt und um Schlachtrufe.

Die praktische Umsetzung leiteten die Gymnasiums-Schülerinnen Mai Bøge Wendicke, Mathilde Enemark Andersen und Alia Beck Dauberg. Mai ist in der U19-Fußball-Nationalmannschaft, Mathilde kickt bei Varde IF und Alia ist eine erfahrene Fußballerin auf mehreren Positionen.

Unterstützung gab es von Eventkoordinator Flemming Sørensen und Trainer Troels Schultz Clausen. Die Drehbuchautorinnen Anette Okholm und Heidi Iwersen schlüpften in die Rollen als Assistentinnen.

Standorte und Logos im Blick

Zum Aufwärmprogramm und Kennenlernen gehörte ein Staffellauf, bei dem die Standorte der verschiedenen Fußballvereine auf einer Deutschlandkarte platziert werden mussten. Gepunktet werden konnte auch bei einem Logoquiz. „Ich war davon beeindruckt, wie viel sie über die Bundesliga wussten“, sagt Heidi Iwersen.

Auf dem Fußballfeld mussten die Spielerinnen und Spieler dann ihre jeweilige Position, etwa Stürmerin, benennen. Bei Treffern musste „Tor“ gerufen werden.

Bei dem Turnier mit den vier Mannschaften gab es auch in der Halbzeitpause Begriffe einzuordnen. Punkten konnten die Teams außerdem damit, innerhalb einer Minute so viele deutsche Wörter wie möglich zu nennen.

Die Stadionplatte fehlte nicht

Die Sportler ließen sich die Grillwürste schmecken.

Den Hunger konnten die Jugendlichen mit einer „Stadionplatte“, alias einer Grillwurst, stärken. Ein hungriger Kicker verzehrte sogar fünf Würste. Abschließend gab es für alle eine Urkunde.

Das Konzept, eine sportliche Aktivität mit einem Hauch von Deutsch zu kombinieren, gibt es am Montag, 5. Mai, in einer Variante für Handballfans in der gleichen Altersgruppe.