Folketingswahl

Diese Kandidatinnen und Kandidaten aus Nordschleswig sind gewählt worden – das sagen sie dazu

Jesper Petersen, Peter Kofod, Henrik Frandsen, Stephanie Lose und Benny Engelbrecht vertreten Nordschleswig im Folketing. Lose ist jedoch in Esbjerg gewählt.

Die Venstre-Vize Stephanie Lose ist Spitzenreiterin bei den persönlichen Stimmen. Sie bekam doppelt so viele wie Peter Kofod (DF). Drei weitere Abgeordnete aus Nordschleswig wurden wiedergewählt. Für Lotte Rod von den Radikalen reichte es nicht.

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Zusammenfassung

  • Fünf Politikerinnen und Politiker mit Bezug zu Nordschleswig ziehen ins neue Folketing ein, während Lotte Rod ihr Mandat verliert.
  • Venstre-Vize Stephanie Lose erreicht mit Abstand die meisten persönlichen Stimmen in Südjütland und feiert einen überwältigenden Einzug ins Parlament.
  • Peter Kofod, Benny Engelbrecht, Jesper Petersen und Henrik Frandsen sichern sich ihre Sitze erneut, äußern aber teils Sorge über die schwächere Position Südjütlands.

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Lediglich fünf Personen aus Nordschleswig sind im Folketing vertreten. 

Die sozialliberale Partei Radikale Venstre verlor ihr Mandat in Nordschleswig. Damit ist die in Apenrade (Aabenraa) aufgewachsene Lotte Rod trotz knapp 3.000 persönlicher Stimmen nicht mehr im Parlament. Sie hat die deutsche Schule in Apenrade besucht. 

Lotte Rod: „Neue Abenteuer“

Rod hat sich inzwischen bei „LinkedIn“ zu Wort gemeldet. Sie spricht von Dankbarkeit und Stolz auf ihre Arbeit. Besonders hebt sie die Begegnungen mit Menschen als das Bereicherndste ihrer Zeit als Folketingsabgeordnete hervor. 

Zum Glück ist die Politik ja bei Weitem nicht der einzige Ort, von dem aus man die Welt verändern kann.“

Lotte Rod

Obwohl sie nun das Folketing verlässt, betont sie, dass ihr Wunsch, etwas zu bewirken, damit nicht endet. „Zum Glück ist die Politik ja bei Weitem nicht der einzige Ort, von dem aus man die Welt verändern kann.“

Den Beitrag betitelt sie mit den Worten „Neue Abenteuer“. Was diese neuen Abenteuer sein werden, ist allerdings noch unklar.

Gewählt wurden:

Stephanie Lose

Persönliche Stimmen: 31.008

Stepanie Lose ist zweite Vorsitzende von Venstre.
  • Partei: Venstre
  • Wahlkreis: Esbjerg by
  • Geburtsort: Lügumkloster (Løgumkloster)
  • Wohnort: Esbjerg
  • Erstmalig im Folketing

Stephanie Lose: Überwältigt nach Wahlerfolg 

Die stellvertretende Parteivorsitzende von Venstre, Stephanie Lose, ist erstmals ins Folketing gewählt worden – und das mit 31.008 persönlichen Stimmen. Damit erzielt sie mit Abstand die meisten persönlichen Stimmen aller Kandidatinnen und Kandidaten im Großkreis Südjütland. 

„Ich freue mich sehr über mein eigenes Wahlergebnis. Gleichzeitig hätte ich mir natürlich gewünscht, dass Venstre insgesamt eine höhere Unterstützung von den Wählerinnen und Wählern erhalten hätte“, sagt Stephanie Lose zu „TV Syd“.

Bei der Wahl 2022 war Lose noch nicht für das Folketing angetreten, da sie damals Vorsitzende der Region Süddänemark war.

„Es war mein erster Folketingswahlkampf und damit ein großes Erlebnis und überwältigend zu sehen, dass so viele ihr Kreuz bei mir gesetzt haben. Darauf bin ich sehr stolz. Ich freue mich darauf, mich im Folketing auch für wichtige Anliegen aus Südjütland und Nordschleswig einzusetzen“, so Lose.

Peter Kofod

Persönliche Stimmen: 15.993

Peter Kofod war in der vergangenen Wahlperiode Fraktionsvorsitzender der Dänischen Volkspartei.
  • Partei: Dänische Volkspartei
  • Wahlkreis: Sämtliche im Großkreis Südjütland
  • Geburtsort: Snogebæk (Bornholm)
  • Wohnort: Hadersleben (Haderslev)
  • Wiedergewählt

Peter Kofod: „Jede Stimme verpflichtet“

Auch Peter Kofod von der Dänischen Volkspartei gehört zu den großen Gewinnern. Mit 15.993 persönlichen Stimmen vervierfacht er sein Ergebnis von 2022 und wird zweitstärkster Kandidat im Großraum Südjütland.

In einem Facebook-Beitrag zeigt er sich bewegt: „Das ist ein Ergebnis, auf das ich enorm stolz bin. Ich bin sehr dankbar und gerührt über eure Unterstützung für meine und die Arbeit der DF.“

Zugleich betont er die Verantwortung: „Jede einzelne Stimme verpflichtet. Wenn man im Folketing sitzt, dann sitzt man dort als Vertreter anderer.“

Benny Engelbrecht

Persönliche Stimmen: 7.275

Benny Engelbrecht war in der vergangenen Wahlperiode Haushaltssprecher seiner Partei.
  • Partei: Sozialdemokratie
  • Wahlkreis: Sonderburg (Sønderborg)
  • Geburtsort: Amager
  • Wohnort: Lysabbel (Lysabild) bei Sonderburg (Sønderborg)
  • Wiedergewählt

Benny Engelbrecht: Sorgen trotz Wiederwahl

Auch Benny Engelbrecht bleibt im Parlament – muss jedoch deutliche Verluste hinnehmen. Mit 7.275 persönlichen Stimmen liegt er klar unter seinem Ergebnis von 2022.

Dass er nicht mehr der stimmenstärkste Sozialdemokrat im Großraum Südjütland ist, überrascht ihn nicht: „Ich habe meinen Wahlkampf bewusst nur in Sonderburg geführt, während Christian Rabjerg Madsen im gesamten Großkreis sehr präsent war“, sagt er in einem Interview mit „Jydske Vestkysten“.

Insgesamt bewertet der Sozialdemokrat die Situation in der Region kritisch. Es enttäusche ihn, dass er in Sonderburg (Sønderborg) weiterhin, wie er es nennt, eine „Ein-Mann-Armee“ bleibe, da keine weiteren Kandidatinnen und Kandidaten aus diesem Wahlkreis ins Folketing einziehen.

„So wie die Lage jetzt ist, stehen wir in Südjütland insgesamt schwächer da als früher, und das bereitet mir natürlich Sorgen. Das ändert aber nichts daran, dass ich mit allen zusammenarbeiten werde, die das Beste für die Region wollen“, sagt er.

Jesper Petersen

Persönliche Stimmen: 6.188

Jesper Petersen war in der vergangenen Wahlperiode Vorsitzender des Ausschusses für die deutsche Minderheit.
  • Partei: Sozialdemokratie
  • Wahlkreis: Hadersleben (Haderslev)
  • Geburtsort: Hadersleben und aufgewachsen bei Woyens (Vojens)
  • Wohnort: Kopenhagen
  • Wiedergewählt

Jesper Petersen: Erleichterung nach langem Zittern

Für Jesper Petersen wurde es ein nervenaufreibender Wahlabend. Seine Partei verliert in Südjütland ein Mandat.

Am Ende reicht es für den Sozialdemokraten mit 6.188 persönlichen Stimmen jedoch für die Wiederwahl. Die Erleichterung ist groß: „Heute bin ich froh, müde und dankbar, nachdem ich die persönlichen Stimmen gesehen habe und feststellen durfte, dass ich wiedergewählt wurde. Das ist jedes Mal etwas ganz Besonderes und keine Selbstverständlichkeit.“

Gleichzeitig bleibt ein Beigeschmack: „In Südjütland und auch in Hadersleben liegen wir über dem landesweiten Ergebnis und sind weiterhin die größte Partei. Aber ich hätte mir insgesamt schon eine bessere Wahl für unsere Partei gewünscht. Daher hat man im Moment eine etwas gemischte Gefühlslage.“

Henrik Frandsen

Persönliche Stimmen: 4.471

Henrik Frandsen war Fraktionsvorsitzender und zuletzt kurzzeitig Seniorenminister.
  • Partei: Die Moderaten
  • Wahlkreis: Sämtliche Wahlkreise im Großkreis Südjütland
  • Geburtsort: Varde
  • Wohnort: Röm (Rømø)
  • Wiedergewählt

Auch Henrik Frandsen von den Moderaten zieht erneut ins Folketing ein. Mit 4.471 persönlichen Stimmen im Großkreis Südjütland sichert er sich sein Mandat. Zu seinem persönlichen Wahlerfolg hat sich Frandsen bislang nicht geäußert, schrieb jedoch am Tag der Folketingswahl auf „LinkedIn“:

„Für mich war es ein richtig guter und positiver Wahlkampf. Es war spannend, lehrreich und vor allem eine rundum gute Erfahrung. Ich bin sehr froh, dass wir überall, wo ich unterwegs war, einen guten Umgangston bewahrt haben. Eine gute demokratische Debatte ist in einem Wahlkampf wichtig – und davon gab es in Südjütland reichlich.“