Naturschutz

Interessenten kommen an einen Naturnationalpark-Tisch

Interessenten kommen an einen Naturnationalpark-Tisch

Interessenten kommen an einen Naturnationalpark-Tisch

Monika Thomsen
Monika Thomsen
Tondern/Tønder
Zuletzt aktualisiert um:
Dem Drawitter Wald steht eine Zukunft als Naturnationalpark bevor. Foto: Monika Thomsen

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Die Naturbehörde Wattenmeer bildet eine örtlich verankerte Projektbegleitgruppe. Bei dem Zaun um den Naturnationalpark handelt es sich um einen dünnen Elektro-Draht. Der Zeithorizont ist wegen behördlicher Dinge in der Schwebe.

Seit einer Woche steht fest, dass der Drawitter Wald (Draved Skov) und das angrenzende Kongsmoor (Kongens Mose) südlich von Lügumkloster (Løgumkloster) einer Zukunft als einer der landesweit 15 Naturnationalpark entgegenblicken.

Und wie sieht der Weg dahin für das 564 Hektar große Gebiet in staatlicher Hand aus?

„Der nächste Schritt ist, dass wir eine breit zusammengesetzte Projektgruppe bilden. Wir sind dabei, herauszufinden, wer gefragt werden soll“, erläutert Förster Bent Rasmussen von der Naturbehörde Wattenmeer.

Jäger, Naturschützer und Kinder

Das Gremium soll sich aus Vertreterinnen und Vertretern örtlicher Interessenverbände wie zum Beispiel dem Dänischen Naturschutzverein, den Ornithologen, den Jägern und Pfadfindern zusammensetzen.

Auch die Gewerkschaft der Erzieherinnen und Erzieher BUPL (Børne- og Ungdomspædagogernes Landsforbund) wird repräsentativ für Einrichtungen mit Kindern, die den Wald nutzen, eingeladen. Gleiches gilt für ein oder zwei Nachbarn.

Inputs gefragt

„Die Gruppe hat die Möglichkeit, das Projekt von der Seitenlinie aus zu verfolgen und ihre Standpunkte und Inputs in den Prozess einzubringen“, erläutert Bent Rasmussen.

Damit will die Behörde den Finger am Puls des örtlichen Geschehens mit den verschiedenen Interessen und der Besorgnis haben.

Projektentwurf und Verwaltungsplan

Parallel gibt es auch zwei nationale Arbeitsgruppen. Eine wissenschaftliche und eine für Interessenten.

Der Fahrplan sieht die Ausarbeitung eines Projektentwurfs und eines Verwaltungsplans vor. „Das ist eine recht präzise Beschreibung. Dabei geht es unter anderem auch darum, ob es Rinder oder Pferde im Naturnationalpark geben soll, und welche Aufgaben die Tiere lösen müssen“, berichtet der Förster.

Der Projektentwurf und der Verwaltungsplan kommen beide in die öffentliche Anhörung. Das abschließende und entscheidende Wort hat Umweltministerin Lea Wermelin (Soz.).

Was im Drawitter Wald umfällt, bleibt liegen. Nur auf den Pfaden wird herabgestürztes Holz zur Seite geräumt. Foto: Monika Thomsen

„Keine Elche oder exotischen Tiere"

„Auf der Grundlage der Vereinbarung für den Naturnationalplan steht schon jetzt fest, dass es ein niedriger Zaun sein wird. Somit werden es zum Beispiel keine Elche oder exotische Tiere sein. Da es dort sehr viel Rotwild gibt, wird dies auch im Verwaltungsplan eine Rolle spielen“, so Bent Rasmussen.

Die Naturbehörde schätzt den herbstlichen Bestand an Rotwild auf 150 bis 200 Hirsche.

Der Zaun ist ein Elektro-Draht

Wer bei der visuellen Vorstellung eines Zaunes ein Modell wie den Wildschweinzaun vor Augen hat, der muss umdenken. Bei der Einzäunung wird es sich um einen dünnen Elektro-Draht handeln, wie er beim Einzäunen der Felder in der Landwirtschaft genutzt wird. Das Rotwild passiert den Zaun im Sprung.

Da es sich um eine Straße handelt, die den Verkehr leitet, muss damit gearbeitet werden, was machbar ist und was nicht. Das wird auch Bestandteil der Verkehrssicherheitsanalyse der Straßenbehörde sein. Zudem werden wir einen engen Dialog mit der Kommune Tondern haben.

Bent Rasmussen, Förster

Die menschlichen Zweibeiner werden wie bisher im Wald unterwegs sein können. Für neue Vorstöße stehen 5.000.000 Kronen zur Verfügung.

Das Waldgebiet erstreckt sich zu beiden Seiten des Dravedvejs. Foto: Monika Thomsen

Dialog mit der Kommune Tondern

Zu den Herausforderungen gehöre der Dravedvej, der durch das Gebiet führt.

„Da es sich um eine Straße handelt, die den Verkehr leitet, muss damit gearbeitet werden, was machbar ist und was nicht. Das wird auch Bestandteil der Verkehrssicherheitsanalyse der Straßenbehörde sein. Zudem werden wir einen engen Dialog mit der Kommune Tondern haben“, so Rasmussen.

Einen engen Kontakt wird es auch zu den Bewohnerinnen und Bewohnern der drei Anwesen geben, die sich plötzlich im Nahbereich des Naturnationalparks befinden.

Die Abgrenzung des Naturnationalparks im Entwurf der Naturbehörde Foto: Naturbehörde

Zeithorizont noch ungewiss

„Es gibt Faktoren mit EU-Angelegenheiten, die recht bürokratisch sind, und auf die wir keinen Einfluss nehmen können. Ich hoffe, dass die Umsetzung so schnell wie möglich geht. Wenn es zwei bis drei Jahre dauert, bin ich nicht überrascht. Ich weiß es aber nicht“, so Rasmussen mit Blick auf den Zeithorizont.

Mehr lesen

Leserbeitrag

Hanns Peter Blume
„Mit dem Ruderboot rund um Dänemark“