Tourismus

Hausbesitzerin in Emmerleff will aus dem Vorverkaufsvertrag aussteigen

Hausbesitzerin in Emmerleff will raus dem Verkaufsvertrag

Hausbesitzerin will raus aus dem Verkaufsvertrag

Emmerleff/Emmerlev
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Regine Wheale lebt seit 1995 in Emmerleff. Den Ausblick gen Westen hat ihr ihr Nachbar verbaut. Dennoch will sie jetzt nicht mehr ihr Haus verkaufen (Archivfoto). Foto: Jydske Vestkysten

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Regine Wheale will vom Vorkaufsrecht entbunden werden. Sie fürchtet um die Natur am Kliff. Sommerhausbesitzer wollen keine Zustände wie beim Museum Tirpitz.

Ungefähr 60 Grund- und Hausbesitzer nahmen an der Informationsveranstaltung im Tonderner Rathaus teil, wo das Ferienparkprojekt in Emmerleff erläutert wurde.

Unter den Teilnehmenden befanden sich auch mehrere Eigentümer der wenigen Sommerhäuser, die direkt am Emmerleffer Kliff liegen. Einer von ihnen, der namentlich nicht genannt werden will, erklärte auf Anfrage des „Nordschleswigers“, dass die Stimmung gesund-kritisch gewesen sei.

Keine Tirpitz-ähnlichen Zustände

Mit ein paar Anpassungen könne er das Projekt akzeptieren. Dabei ging es ihm hauptsächlich um die geplante Verlegung des Zufahrtsweges zu den Sommerhäusern. „Er muss so verlaufen, dass alle die gleiche Zufahrt haben. Sonst befürchte ich Tirpitz-ähnliche Zustände, wenn die 240 Gäste des neuen Ferienparks und andere Touristen quer über unsere Grundstücke laufen“, so der Sommerhausbesitzer. Eine gewisse Nervosität hätten ja wohl alle. „Sonst sind wir dem Projekt positiv gewogen. Der Projektmacher hat am Montag ja zugesagt, dass er eine Lösung finden werde“, erklärt der Sommerhausbesitzer.

Direkt am Kliff soll ein zweistöckiges Wellnesscenter gebaut werden. Auch die meisten der 65 Ferienwohnungen sollen zwei Stockwerke haben. Dazu kommt noch ein großer Parkplatz für 165 Fahrzeuge.

Auch die Lokalbevölkerung war zu dem Treffen eingeladen worden. Regine Wheale war am Montag ebenfalls ins Rathaus gekommen. Sie lebt seit 1995 ganzjährig in Emmerleff und hatte sich eigentlich dazu entschieden, ihr Haus am Emmerlev Klev 2 zu veräußern und hatte dem Projektmacher der Ferienanlage Therkelsen wie vier weitere Immobilienbesitzer ein Vorkaufsrecht eingeräumt.

Emmerleff Kliff ist ein unbeflecktes Stück Natur. Die Ferienanlage würde die Natur zerstören. Alles würde kaputt gemacht werden.

Regine Wheale, Bewohnerin aus Emmerleff

Das hat sie jetzt anders überlegt, nachdem ihr die Konsequenzen für die Natur und den Ort klar geworden sind.

„Ich will so schnell wie möglich raus aus der Absprache mit dem Verkauf meines Hauses. Mir kommt alles höchst merkwürdig vor. Wir sind auch erst vor einer Woche zur Informationsveranstaltung eingeladen worden“.

Zweimal war Flemming Therkelsen bei ihr vorstellig geworden. Schon vorher hatte sie sich überlegt, ihr Haus zu verkaufen und wegzuziehen. Verständlich, denn ihr Nachbar, Peter Linnet, der auch Besitzer des maroden Strandhotels ist, hatte ihr direkt vor ihrem Wintergarten eine Halle gebaut.

Dichter ging es nicht: Peter Linnet baute seine Halle direkt vor den Wintergarten von Regine Wheale (Archivfoto). Foto: privat

„Mir wurde mit diesem Neubau der Sonnenuntergang gestohlen“, erzählt sie. Die Kommune und auch die Polizei hatte sie in der Bauphase eingeschaltet, um das Bauvorhaben zu unterbinden. Sie hatte damals auch einen Baustopp erwirkt. Fakt ist aber, dass die Halle, zwar nicht ganz so hoch wie geplant, fertig ist und Regine Wheale den Blick auf das Wattenmeer versperrt. Peter Linnet will das ehemalige Hotel verkaufen, das abgerissen werden soll.

Dollarzeichen in den Augen

„Man hat mir geraten, zu verkaufen, denn ich würde vermutlich nie den Preis für mein Haus bekommen, den mir Flemming Therkelsen angeboten hat. Ich habe meine Meinung aber mit Rücksicht auf die Natur geändert. Emmerleff Kliff ist ein unbeflecktes Stück Natur. Die Ferienanlage würde die Natur zerstören. Alles würde kaputt gemacht werden. Zudem ist der Ort in zwei Lager geteilt worden. Ich befürchte mehr Lärm und Dreck. Das Projekt wird schöngeredet. Die Befürworter haben nur Dollarzeichen in den Augen“, übt Wheale heftige Kritik.

Größte Blödheit ihres Lebens

Dass sie dem Vorverkaufsrecht zugestimmt habe, sei die größte Blödheit ihres Lebens, sagt sie. „Als ich vom Ferienparkprojekt hörte, dachte ich erst: Das ist ja schön, endlich passiert etwas bei uns. Aber ist Geld das alles wert? Ich meine nicht“, so Regine Wheale, die sich jetzt anwaltliche Hilfe suchen will.

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