Menschenhandel

Kurt Beiers Lkw-Fahrer verdienen jetzt doppelt so viel – in Polen

DT
Pattburg/Padborg
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Juniper Revis, Jojit Cate und Cosme Tadena sind von Pattburg nach Szezecin/Stettin in Polen gezogen. Wenn alle Formalitäten geregelt sind, dürfen sie laut 3F ihren neuen Job antreten. Foto: 3F

Drei ehemalige LKW-Fahrer aus dem slumähnlichen Lager einer Transportfirma in Pattburg haben in Polen eine neue Arbeit gefunden, teilt die Gewerkschaft 3F mit.

Unter normalen Bedingungen wäre diese Nachricht undenkbar, aber sie ist leider offenbar Realität:

Nach Mitteilung der Gewerkschaft 3F haben drei philippinische Fahrer der in einen Skandal verwickelten Pattburger Transportfirma Kurt Beier jetzt in Polen einen neuen Job als Lkw-Fahrer gefunden. Das Kuriose: Sie verdienen jetzt doppelt so viel wie vorher als Fahrer bei der Spedition mit Sitz in Dänemark.

Die drei ehemaligen Pattburger Mitarbeiter gehörten zu den 27 Philippinen und Tamilen, die im vergangenen Herbst in einem slumartigen Lager bei der Pattburger Spedition unter unwürdigen und unhygienischen Verhältnissen untergebracht waren.

Der Lohn als Fahrer bei Kurt Beier in Pattburg betrug nach Angaben von 3F etwa 7.900 Kronen monatlich. In Polen würden sie jetzt umgerechnet 13.000 Kronen verdienen – plus diverser Zulagen, die den Lohn noch „beträchtlich“ steigerten, so 3F.

Die Gewerkschaft enthüllte die menschenunwürdige Unterbringung der philippinischen Fahrer im Pattburger Industriegebiet am 29. Oktober vergangenen Jahres. Sie wurden anschließend vom Center gegen Menschenhandel betreut und wohnten vorübergehend an einem geheimen Ort. Die Spedition wurde von 3F wegen Menschenhandels angezeigt.

Laut 3 F haben die drei Fahrer, die jetzt nach Polen gezogen sind, eine „anständige Wohnung“ gefunden.

„Es gibt einen guten Lohn, und glücklicherweise ist in Polen alles billiger. Auch die Lebensmittel sind billiger“, sagt Jojoit Cate, einer von den dreien.

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