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Dänemark schließt Grenzen

Dänemark schließt Grenzen

Dänemark schließt Grenzen

hm/hee/cvt/Ritzau
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Staatsministerin Mette Frederiksen, Justizminister Nick Hækkerup und der Chef der Reichspolizei, Thorkild Fogde am Freitag in Kopenhagen Foto: Martin Sylvest/Ritzau Scanpix

Dänemark schließt seine Grenzen. Die Lage sei ernst, so die Regierungschefin. Die deutsche Polizei rät von Reisen ins Grenzgebiet ab.

Dänemark schließt ab Sonnabend, 14. März, 12 Uhr, seine Grenzen. Pendler dürfen einreisen. Touristen werden abgewiesen. Dies gab Regierungschefin Mette Frederiksen (Sozialdemokraten) bekannt. Es wird sichergestellt, dass Güter wie Lebensmittel, Arzneimittel und andere wichtige Waren weiter ins Land gelangen können. Das Einreiseverbot gilt bis Ostern, 13. April, also vier Wochen.

„Allen Touristen und Ausländern, die nicht beweisen können, dass sie einen triftigen Grund zur Einreise haben, wird die Einreise nicht erlaubt. Dänen wird die Einreise ermöglicht, damit sie zurück nach Dänemark kommen können“, sagte Staatsministerin Mette Frederiksen. Sie forderte ihre Landsleute auf, selbst von Reisen ins Ausland abzusehen. Dänen dürfen aber weiter die Grenze kreuzen.

Streitkräfte an den Grenzen

Sie kündigte an, dass die Streitkräfte vermehrt an der Grenze eingesetzt werden, um die Polizei bei den Kontrollen zu unterstützen. Es werde zu Schlangen an den Grenzübergängen und zu längeren Reisezeiten kommen, sagte der Justizminister Nick Hækkerup (Sozialdemokraten). Regierungschefin Mette Frederiksen begründete diesen harten Schritt mit der „ernsten Lage" und verwies auf Italien, wo das Gesundheitssystem extrem unter Druck geraten ist und viele Tote zu beklagen sind. Dies wolle man in Dänemark unter allen Umständen vermeiden, so Frederiksen.

Das Einreiseverbot gilt nicht, wenn

  • man in Dänemark arbeitet oder wohnt,
  • man Waren nach Dänemark liefert,
  • man Waren in Dänemark abholen möchte,
  • man ein Besuchsrecht für seine Kinder hat,
  • man schwerkranke Familienmitglieder in Dänemark besuchen möchte.
  • Ein gewöhnlicher Familienbesuch gilt nicht als triftiger Grund.
  • Es wird jeder konkrete Fall geprüft.

Eisenbahn-, der Flug- und der Fährverkehr wird weitgehend eingestellt

Mit der Schließung der Grenze sollen auch weitgehend der Eisenbahn-, der Flug- und der Fährverkehr eingestellt werden. Der Justizminister sagte, dass Personen, offenbar auch Ausländer, die in Dänemark wohnen und arbeiten, weiterhin über die Grenze gelassen werden. Einreisen können weiterhin Personen, die schwer kranke Angehörige besuchen wollen oder einen anderen wichtigen Grund zu Familienbesuchen haben. Es wurde auch unterstrichen, dass die Einwohner Dänemarks alle Reisen ins Ausland unterlassen sollen.

„Die volle Absperrung der Grenze wird erst in einigen Tagen vollständig möglich sein“, so Mette Frederiksen. Im Sender TV 2 erklärte Apenrades Bürgermeister (Venstre), dass es große Konsequenzen für die Grenzkommunen geben werde. Vor allem angesichts der vielen Grenzpendler. Er erklärte aber, dass die Maßnahmen wohl erforderlich seien.

Deutsche Polizei rät von Reisen in die Grenzregion ab

Die Landespolizei Schleswig-Holstein teilte am späten Freitagabend mit, dass mit erheblichen Verkehrsbehinderungen auf der deutschen Seite der Grenze zu rechnen sei. Dies gelte für Straßenübergänge aber auch im Bereich des Hafens Puttgarden im Zuge der Vogelfluglinie. „Im Nord-Bereich der Autobahn A7 gilt es, Gefahrenmomente infolge der Verkehrslage zu vermeiden“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Polizei rät davon ab in die Grenzregion zu reisen bzw. eine Reise nach Dänemark anzutreten. Der Autobahnverkehr wird im grenznahen Bereich abgeleitet und zurückgeleitet werden.

Ferienhausvermieter reagieren

Da zahlreiche Urlauber, zum Großteil aus Deutschland, in den kommenden Wochen nach Dänemark reisen wollen, haben mehrere Ferienhaus-Anbieter reagiert. Auf den Internetseiten einiger Unternehmen sind Einzelheiten zu den Konditionen, die nun für Urlauber gelten, aufgeführt. So teilt zum Beispiel Feriepartner Danmark mit, dass alle Kunden die Möglichkeit erhalten, den gebuchten Aufenthalt „auf einen Zeitpunkt zu verschieben, zu dem sich die Situation wieder normalisiert hat“.

Fest steht, dass ein gebuchtes Ferienhaus nicht als triftiger Grund angesehen wird, nach Dänemark einzureisen, weshalb Urlauber den Ansagen der Regierung zufolge an der Grenze abgewiesen werden sollen.

Anmerkung der Redaktion: Der Artikel wurde mehrfach ergänzt, zuletzt am Sonnabend um 9:24 Uhr.

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