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Streik wahrscheinlich: Pflegepersonal stimmt gegen Tarifeinigung

Streik wahrscheinlich: Pflegepersonal gegen Tarifeinigung

Streik wahrscheinlich: Pflegepersonal gegen Tarifeinigung

Ritzau/nb
Nordschleswig/Kopenhagen
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Die Vorsitzende von Dansk Sygepeleråd, Grete Christensen, musste am Montag mitteilen, dass ihre Mitglieder ihrer Empfehlung nicht gefolgt sind und den ausgehandelten Tarifkompromiss abgelehnt haben. Foto: Emil Helms/Ritzau Scanpix

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Der Versuch, einen Tarifabschluss für das Pflegepersonal im Gesundheitsbereich zu erreichen, wurde von den Mitgliedern von Dansk Sygeplejeråd mehrheitlich abgelehnt. Jetzt ist ein Streik wahrscheinlich. In Nordschleswig ist unter anderem das Krankenhaus Sønderjylland betroffen.

Eine Mehrheit der Mitglieder im Dansk Sygeplejeråd, der Vereinigung des Pflegepersonals im Gesundheitswesen, hat den Versuch, eine neue Tarifvereinbarung zu erzielen, abgelehnt. Damit ist ein Streik für mehr als 5.000 Krankenschwestern wahrscheinlich geworden.

Das teilt die Verhandlungsinstitution (Forligsinstitutionen) mit.

Zunächst hatte eine knappe Mehrheit der Mitglieder von Dansk Sygeplejeråd die Tarifeinigung abgelehnt, die über verschiedene Fachgruppen hinweg erzielt worden war.

Deshalb wurde ein Einigungsversuch in der Verhandlungsinstitution unternommen. Hier wurde der Vorschlag für einen Kompromiss ausgehandelt, doch auch dieser wurde nun am Montag von den Mitgliedern von Dansk Sygeplejeråd abgelehnt.

Drei von vier Mitgliedern lehnen Tarifeinigung ab

Und dieses Mal fällt die Ablehnung wesentlich deutlicher aus. Es hat eine ungewöhnlich hohe Teilnahme gegeben, bei der drei von vier Mitgliedern im Dansk Sygeplejeråd mit „Nein“ gestimmt haben.

Insgesamt stimmten 65,5 Prozent dafür, den Vorschlag abzulehnen.

Streik kann in der Nacht zum Sonnabend beginnen

Damit können mehr als 5.000 Krankenpflegerinnen und -pfleger in der Nacht zum Sonnabend in den Streik treten.

Grete Christensen, Vorsitzende von Dansk Sygeplejeråd, teilt jedoch mit, dass es Überlegungen gibt, noch weitere Mitglieder aus dem Aufruf zum Streik herauszunehmen.

Es ist bereits im Voraus festgelegt, welche Bereiche des Pflegepersonals in den Streik treten werden. Beispielsweise gibt es Abteilungen, in denen mit Rücksichtnahme auf die Patienten nicht gestreikt wird.

Dazu zählen unter anderem ein Abschnitt, in dem Patienten wegen Covid-19 oder einer Krebserkrankung behandelt werden; aber auch die Kinderstation und Psychiatrie gehören dazu.

In Nordschleswig sind folgende Einrichtungen von dem Streik betroffen:

Sygehus Sønderjylland mit seinen Abteilungen in den Kommunen Apenrade (Aabenraa), Sonderburg (Sønderborg) und Tondern (Tønder)

Pflegepersonal in der Kommune Tondern

Zunächst werden etwa zehn Prozent streiken

Zunächst werden etwa zehn Prozent des Pflegepersonals in den Kommunen und Regionen in den Streik treten.

Grete Christensen, die bei den Verhandlungen zu einer Tarifeinigung dabei war, hatte ihren Mitgliedern empfohlen, mit „Ja“ zu stimmen.

Ablehnung Zeichen für Notwendigkeit grundsätzlicher Änderungen

Sie interpretiert das „Nein“ ihrer Mitglieder als Zeichen dafür, dass sie weitergehende Änderungen in einem höheren Tempo wünschen, als es im Kompromissvorschlag vorgeschlagen wurde.

„Das große ‚Nein‘ zeigt nur noch deutlicher, dass es Bedarf für grundsätzliche Änderungen in den Lohnstrukturen gibt“, sagt sie.

Appell an die Politik

Grete Christensen richtet gleichzeitig einen Appell an die Politiker.

„Es ist deshalb wichtig, dass die Politiker deutlich werden in ihren Versprechen, die Lohnstrukturen zu ändern, insbesondere in Bereichen, in denen besonders viele Frauen arbeiten und, die einen ausgewiesenen Nachholbedarf bei den Tarifabschlüssen haben“, sagt sie.

Eine Mehrheit der Mitglieder des im Radiograf Rådet organisierten Pflegepersonals hat hingegen für den vorgeschlagenen Tarifkompromiss gestimmt.

Es wird derzeit geprüft, ob diese Personengruppe deshalb vom Streik ausgenommen werden kann, teilt Dansk Sygeplejeråd mit.

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