Neuer Höchststand

Nicht alle mit Corona sind wegen Corona im Krankenhaus

Nicht alle mit Corona sind wegen Corona im Krankenhaus

Nicht alle mit Corona sind wegen Corona im Krankenhaus

Ritzau/nb
Kopenhagen
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Nur 60 Prozent der im Krankenhaus behandelten Patientinnen und Patienten befand sich aufgrund einer Covid-19-Infektion in ärztlicher Obhut. Foto: Ólafur Steinar Gestsson/Ritzau Scanpix

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Die Zahl der Personen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, erreicht einen neuen Höchststand. Jedoch werden viele der mit dem Coronavirus infizierten Patientinnen und Patienten nicht wegen Corona, sondern aufgrund einer anderen Erkrankung stationär behandelt.

Die von der staatlichen Infektionsbehörde, Statens Serum Institut (SSI), am Freitag bekanntgegebenen Infektionszahlen beinhalten gleich zwei neue Höchstwerte.

Zum einen wurden innerhalb der vergangenen 24 Stunden 53.665 Corona-Neuinfektionen registriert, was einer neuen Höchstmarke entspricht, nachdem erst am Donnerstag mit 51.033 positiven Proben ein neuer Höchststand erreicht worden war.

Gleichzeitig werden jetzt 967 Personen mit Corona in einem Krankenhaus behandelt. Dies sind nochmals drei Personen mehr als beim letzten Höchststand am 4. Januar vergangenen Jahres.

60 Prozent wegen Corona eingewiesen

Aus dem jüngsten Trendbericht des SSI geht hervor, dass 60 Prozent der Patientinnen und Patienten, die in der ersten Kalenderwoche im Krankenhaus behandelt wurden und mit dem Coronavirus infiziert waren, auch tatsächlich wegen einer Coronainfektion eingewiesen worden waren.

Das bedeutet gleichzeitig, dass 40 Prozent der positiv auf Corona getesteten Patientinnen und Patienten aus anderen Gründen im Krankenhaus behandelt wurden.

Wenn weniger Personen getestet werden, dann kann die Anzahl an bestätigten Infektionen durchaus fallen, obwohl die Zahl in Wirklichkeit steigt. Deshalb kann es schwer sein, genau zu sagen, wann die Pandemie ihren Höhepunkt erreicht.

Christian Wejse, Lektor und Abteilungsarzt, Universitätskrankenhaus Aarhus

Und diese Personengruppe stellt höhere Anforderungen, da das Personal besondere Schutzmaßnahmen treffen muss, um die Ausbreitung des Coronavirus auf andere Patientinnen und Patienten zu verhindern.

Besondere Belastung

„Es ist nicht falsch zu behaupten, dass sie das Krankenhauswesen in besonderer Weise belasten, auch wenn sie nicht aufgrund von Covid eingewiesen wurden. 967 Personen sind eine wesentliche Belastung, und wir haben ja etwa 300 Neueinweisungen innerhalb von 24 Stunden. Diese Zahl wird vermutlich weiter steigen“, sagt Christian Wejse, Lektor und Abteilungsarzt an der infektionsmedizinischen Abteilung am Universitätskrankenhaus Aarhus.

Ein Lichtblick

Gleichzeitig sieht er aber auch einen Lichtblick. Die Zahl der eingewiesenen Patientinnen und Patienten in einer Intensivstation fiel am Freitag auf 33 Personen, von denen 19 künstlich beatmet werden.

Und selbst der Anstieg der in den vergangenen Tagen mit dem Coronavirus verstorbenen Menschen um 26 auf 3.700 ist nach Ansicht von Christian Wejse nicht notwendigerweise alarmierend.

„Wenn es in den vergangenen 30 Tagen über eine halbe Millionen Infizierte gegeben hat, kann man feststellen, dass einige von ihnen mit Covid infiziert waren, auch wenn dies nicht notwendigerweise die Todesursache ist. Deshalb wird die Zahl der Verstorbenen in der Zukunft auch ein weniger richtungsweisender Indikator sein“, sagt Christian Wejse.

Infektionszahl verliert an Aussagekraft

Er rechnet zudem damit, dass auch die Infektionszahl ihre Aussagekraft verliert, wenn wir nicht mehr im gleichen Maße wie bisher den Corona-Pass benötigen.

„Wenn weniger Personen getestet werden, dann kann die Anzahl an bestätigten Infektionen durchaus fallen, obwohl die Zahl in Wirklichkeit steigt. Deshalb kann es schwer sein, genau zu sagen, wann die Pandemie ihren Höhepunkt erreicht, während die Dunkleziffer steigt“, so Wejse.

Die Positivfälle wurden am Freitag unter 245.522 PCR-Tests gefunden. Dies entspricht einem Positivprozentsatz von 21,7 Prozent. Das heißt, dass mehr als jeder fünfte Test positiv ausfiel.

Unter den nachgewiesenen Infektionsfällen befinden sich 3.263 Personen, die sich erneut mit Corona infiziert haben. Sie waren zu einem früheren Zeitpunkt bereits mindestens einmal positiv auf das Virus getestet worden.

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