Wirtschaft

Mit guter Laune ins neue Jahr: Ökomeierei „Naturmælk“ in der Gewinnzone

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Die Meierei in Brauderup vor den Toren Tingleffs stellt seit 1994 Erzeugnisse aus ökologischer Milchproduktion her (Archivfoto).

Der Brauderuper Meiereibetrieb Naturmælk hat ein Plus von 6,37 Millionen Kronen erwirtschaftet. Das freut nicht zuletzt den Direktor Leif Friis Jørgensen. Auch die angeschlossenen Milchbäuerinnen und -bauern profitieren davon. Jørgensen blickt optimistisch nach vorn – trotz einiger Stolperdrähte.

Diese Jahresbilanz hat einen Nachschlag für die gelieferte Milch von 30 Landwirtinnen und Landwirte bedeutet: Im Geschäftsjahr 2023/24 hat die 1994 gegründete ökologische Genossenschaftsmeierei Naturmælk in Brauderup bei Tingleff (Tinglev) ein Plus in Höhe von 6,267 Millionen Kronen nach Abzug der Steuern erzielt.

Laut jüngster Bilanz, die Ende des Jahres veröffentlicht wurde, lag der Umsatz bei 381 Millionen Kronen. Das Eigenkapital beträgt 54 Millionen Kronen. Im Geschäftsjahr davor lag der Gewinn bei 1,8 Millionen Kronen.

Das Ergebnis hat Vorstand und Unternehmensleitung veranlasst, den angeschlossenen Milchbetrieben, die zugleich Anteilseigner sind, jene Sondernachzahlung für die gelieferte Milch zu gewähren.

„Wir versuchen als Genossenschaftsmeierei fortwährend, unseren Landwirten einen möglichst guten Milchpreis zu zahlen und sie an dem guten Gesamtergebnis teilhaben zu lassen. Dieses Mal war eine zusätzliche Zuwendung möglich“, so Meiereidirektor Leif Friis Jørgensen.

Anpassungen machten sich bezahlt

Neben einer stabilen Preisentwicklung bei Meiereiprodukten haben Neustrukturierungen in den Produktionsabläufen zum guten Ergebnis des Betriebes beigetragen, der die Meiereien „Øllingegaard“ bei Skævinge in Nordjütland (2017) und jüngst Hårbølle auf Møn übernommen hat.

„Die Umstrukturierungen mit Bündelung und Neuausrichtung von Produktionsgängen sind bereits bei der Übernahme von Øllingegard eingeleitet worden und weiterhin zum Tragen gekommen“, so der Direktor.

Die Optimierungen haben nicht zu einer Reduzierung des Mitarbeiterstabes geführt. „Im Gegenteil. Die Personalsituation ist gestärkt und die Mitarbeiterzahl erhöht worden“, so der Direktor. Die Zahl der Mitarbeitenden liegt aktuell bei rund 100.

Leif Friis Jørgensen ist seit 2000 Direktor der Meierei „Naturmælk“ (Archivfoto).

Auf dem Markt Fuß gefasst

Das wichtigste Kriterium für eine positive Bilanz ist allem voran die Nachfrage nach den Produkten. Friis Jørgensen sieht hierbei eine positive Tendenz. „Wir haben auf dem Kernmarkt für Meiereiprodukte Fuß gefasst und haben eine stabile, loyale Kundenmasse, die die Qualität unserer Produkte schätzt.“

Eine Warengruppe ließe sich dabei nicht als Topseller hervorheben. Ob Milchsorten, Käse, Butter, Joghurt, Eis oder Sahne – „der Absatz verteilte sich auf die gesamte Produktpalette“, so Jørgensen.

Ein wichtiges Ass im Ärmel der Meierei ist neben Produkten guter Qualität die Philosophie, ökologisch, nachhaltig und mit Blick auf den Natur- und Umweltschutz zu arbeiten.

Der Verkauf der Naturmælk-Erzeugnisse verteilte sich auf die gesamte Warengruppe.

„Das ist sicherlich ein wichtiger Faktor, mit dem wir punkten können. Die grüne Umstellung rückt immer mehr in den Mittelpunkt, und wir sind ein Teil davon. Wir müssen uns allerdings darauf vorbereiten, dass Menschen stärker zu nicht tierischen Produkten tendieren“, erwähnt Leif Friis Jørgensen.

Die Meierei hat auf diese Nachfrage bereits reagiert und unter anderem Hafermilch sowie Fruchtsaftsorten mit Flüssigkeitsrückständen aus der Käseherstellung in der Produktpalette aufgenommen.

Optimistischer Blick nach vorn trotz Stolperdrähte

Alles in allem sieht Jørgensen die Meierei gut gerüstet, und er erwartet auch für das kommende Geschäftsjahr ein ähnlich gutes Ergebnis.

Und das, obwohl die Ausgangslage für die Meierei und insbesondere für die Milchbetriebe durch die Umweltauflagen unter anderem der „Trepartsaftale“ unklar ist. Die Landwirtschaft muss eine CO₂-Steuer entrichten. „Hinzukommen noch Transportabgaben und Verpackungssteuer. Es sind so manche Stolperdrähte gespannt, die es zu überwinden gilt“, ist sicher der Direktor sicher.

Durch die neuen Bestimmungen sei es für die Meierei und für die Landwirtinnen und Landwirte schwieriger, eine Jahreskalkulation aufzustellen. „Es könnte zu Preisanpassungen kommen. Ich bin dennoch optimistisch und überzeugt, dass wir diese Hürden nehmen werden“, so Friis Jørgensen.

Meiereichef Leif Friis Jørgensen ist zuversichtlich, dass die Produktion von Milchprodukten auch im kommenden Geschäftsjahr einen Gewinn abwirft (Archivfoto).

Ruhestand als Direktor noch in weiter Ferne

Jørgensen trat seine Stelle in Brauderup vor fast 25 Jahren an und hat dazu beigetragen, dass die Meierei nach einigen schwierigen Phasen zu einer festen Größe im ökologischen Lebensmittelsektor geworden ist. Ans Aufhören denke er mit seinen bald 64 Lenzen überhaupt nicht. Er sei noch voller Tatendrang und wolle die Geschicke der Meierei in Zusammenspiel mit dem Vorstand und den Zulieferbetrieben gern weiter leiten.

„Arbeiten bis zum Ruhestand mit 70 ist ja in aller Munde. Vielleicht wird es meine Marke. Amtsmüde bin ich auf jeden Fall noch nicht“, so Jørgensen mit einem Lachen.

Die Meierei „Naturmælk" am Gerrebækvej in Brauderup (Broderup) bei Tingleff (Tinglev) wurde 1994 von mehreren Landwirten in erster Linie aus der Deutschen Minderheit gegründet, die ökologisch produzierten. So werden auch heute noch Rohstoffe verarbeitet, die mit dem Öko-Label ausgezeichnet sind. Die Ökomeierei produziert verschiedenste Milchprodukte für den heimischen Markt. Das Unternehmen funktioniert nach dem Genossenschaftsprinzip. Die Landwirtinnen und Landwirte sind am Gewinn und den betrieblichen Entscheidungen beteiligt.