Ausländerbehörde

SIRI ist zurück: Neuer Standort in Nordschleswig

SIRI ist zurück: Neuer Standort in Nordschleswig

SIRI ist zurück: Neuer Standort in Nordschleswig

Sonderburg/Sønderborg
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Hier im Sonderburger Einkaufszentrum Borgen kommt die Ausländerbehörde mit ihrem Servicecenter unter. Foto: Sara Wasmund

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Die dänische Ausländerbehörde hat seit sechs Monaten keine Vertretung in Nordschleswig gehabt. Zum Herbst wird eine neue Anlaufstelle im Landesteil geöffnet.

Seit Ende Februar haben ausländische Arbeitskräfte, Arbeitssuchende und Studierende von Nordschleswig aus den langen Weg nach Aarhus oder Odense antreten müssen, um die bürokratischen Hürden für ihren Aufenthalt in Dänemark zu bewältigen. Damals zog die Ausländerbehörde SIRI (Styrelsen for International Rekrutering og Integration) ihre Mitarbeiter aus Apenrade ab, und sowohl die deutsche Minderheit als auch die vielen internationalen Unternehmen im Landesteil hatten den Schwarzen Peter. Doch nun ist eine Lösung gefunden: In Sonderburg und Esbjerg sollen zwei neue Anlaufstellen eingerichtet werden.

Im Herbst öffnen zwei sogenannte ICS-Zentren (International Citizen Servicecenter) in Esbjerg und Sonderburg. Nicht ganz überraschend, denn der damalige Ausländerminister Matthias Tesfaye (Soz.) kündigte vor der Schließung in Apenrade gegenüber dem „Nordschleswiger“ an, dass es weiterhin eine Zweigstelle in Nordschleswig geben werde.

Internationaler Service im Einkaufszentrum

Das ICS-Center in Sonderburg wird im Einkaufszentrum Borgen neben der Arbeitsvermittlung und dem Bürgerservice platziert. Zwei Tage die Woche werden SIRI-Mitarbeitende vor Ort sein – falls der Bedarf größer ist, können die Öffnungszeiten erweitert werden.

Das ergibt laut Sonderburgs Bürgermeister Erik Lauritzen (Soz.) Sinn, zumal die ausländischen Bürgerinnen und Bürger hier das gebündelte Serviceangebot bekommen können.

„Ich bin mir sicher, dass dies eine gute Lösung wird“, sagt Lauritzen.

Minister: „Dänemark braucht ausländische Arbeitskraft“

Auch Ausländer- und Integrationsminister Kaare Dybvad Bek ist zufrieden. In einer Pressemitteilung sagt er, dass die bisherigen vier ICS-Zentren im Lande gute Arbeit geleistet hätten. Die neuen Anlaufstellen seien ein erweiterter Service für Unternehmen, die ausländische Arbeitskraft bräuchten.

„Es sind heute in Dänemark mehr ausländische Arbeitskräfte beschäftigt denn je. Das ist ein großer Gewinn für Dänemark“, meint Dybvad Bek. Er hoffe, dass die neuen Zentren es für Unternehmen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leichter machen würden.

Zufriedener SP-Vorsitzender

Auch in der Schleswigschen Partei (SP, Partei der deutschen Minderheit in Nordschleswig) freut sich der Parteivorsitzende, Rainer Naujeck, darüber, dass ausländischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Nordschleswig die stundenlange Fahrt nach Odense und Aarhus erspart wird.

Die SP war in Verbindung mit der Schließung in Apenrade sehr kritisch und befürchtete einen kompletten Rückzug aus Nordschleswig.

„Es ist eine sehr große Hilfe für die Menschen, die nach Nordschleswig wollen“, sagt Naujeck. In den vergangenen Jahren sind viele Familien aus Deutschland nach Dänemark in den Landesteil gezogen, wo sie unter anderem die Einrichtungen der deutschen Minderheit nutzen.

SP: „Zentren sind Teil einer Willkommenskultur“

„Nordschleswig braucht Zuzüglerinnen und Zuzügler, die zum Wachstum in der Region beitragen können“, meint der SP-Vorsitzende. Die Kommunen bräuchten außerdem den Zuwachs an Bürgerinnen und Bürgern für ihre Unternehmen, aber auch als Zugang für Schulen und Kindergärten.

Die neuen Zentren seien schließlich auch Teil einer Willkommenskultur, wenn die ICS-Zentren Bürger schnell und geschmeidig helfen könnten, so Naujeck.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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