Kultur und Geschichte

Für den Erhalt und die Neugestaltung des Fröslevlagers: Kommune schickt Brief an den Minister

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Das Fröslevlager an der deutsch-dänischen Grenze, das während der Besatzung von Hitlerdeutschland im Zweiten Weltkrieg errichtet worden war, ist als nationale Gedenkstätte eingestuft.

Um das Fröslevlager als nationale Gedenkstätte zu bewahren, nehmen die Herbergskommune Apenrade und der Trägerverein eine große finanzielle Bürde auf sich. Mitten in einem Umgestaltungsprozess ist nun auch noch eine wichtige Mieteinnahme weggebrochen. Hilfe erhofft sich die Kommune vom Kulturminister.

Es war eine Hiobsbotschaft für den Trägerverein Fröslevlager und die Kommune Apenrade, dass die viele Jahre in der Museumsstätte ansässige Nachschule den Betrieb mangels Schülerinnen und Schüler einstellen wird. Mit dem Aus der Nachschule droht eine wichtige Mieteinnahme wegzufallen.

Die Instandhaltung der alten Trakte und die anvisierte Neugestaltung des Gefangenenlagers aus der deutschen Besatzungszeit in ein besonderes Vermittlungszentrum stellen eine große finanzielle Herausforderung dar. Die neue Ausgangslage haben Trägerverein und Kommune zum Anlass genommen, sich ein weiteres Mal an den staatlichen Kultursektor zu wenden.

In einem Brief an Kulturminister Jacob Engel-Schmidt (Moderate) machen Bürgermeister Jan Riber Jakobsen (Konservative), kraft Amtes Vorsitzender des Trägervereins, und die Kulturausschussvorsitzende Signe Bekker Dhiman (Sozialdemokraten) auf die erforderliche Unterstützung aufmerksam.

Es ist ein erneuter Versuch, den Staat in Verantwortung zu ziehen. Der hatte das Fröslevlager 2021 zu einer nationalen Gedenkstätte ernannt und müsste zum Betrieb und der Instandhaltung mehr beitragen, so das Argument.

Schlimmstenfalls die Schließung

Ist die Unterstützung nicht zu bekommen, droht in letzter Konsequenz eine Schließung der nationalen Museums- und Gedenkstätte, so die mahnenden Worte aus Apenrade.

„Es ist daher dringend notwendig, dass der Staat sich daran beteiligt, sich über verschiedene Lösungsszenarien für die Zukunft des Fröslevlagers Gedanken zu machen, damit wir gemeinsam Verantwortung dafür übernehmen können, ein einzigartiges Stück dänische Geschichte für zukünftige Generationen zu bewahren“, heißt es im letzten Satz des Schreibens.

Der Kultur- und Freizeitausschuss hat den Brief auf seiner Aprilsitzung gutgeheißen. Beim Minister wird bald Post aus Apenrade eintreffen.

Geschichte des Lagers

Das Internierungslager Fröslev (dänisch: Frøslevlejren) wurde 1944 kurz hinter der deutsch-dänischen Grenze errichtet und am 13. August 1944 in Betrieb genommen. Es war für etwa 1.500 Gefangene gedacht. Die Gesamtzahl der Inhaftierten belief sich auf etwa 12.000 Menschen.

Das Lager wurde auf eine dänische Initiative hin gebaut, um die Deportation von dänischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern in deutsche Konzentrationslager zu vermeiden. Entgegen aller Vereinbarungen wurden dennoch etwa 1.600 Gefangene aus Fröslee in Konzentrationslager weitergeschickt.

Kurz nach dem Krieg wurde der Name des Lagers in „Fårhuslager“ geändert. Von Mai 1945 bis zum Herbst 1949 diente das Lager als Straflager für dänische Landesverräter.

1983 beschlossen das damalige Amt Nordschleswig („Sønderjyllands Amt“) und die Gemeinde Bov (Bau) die Gründung der freien Trägerschaft des Fröslevlagers. Sie wurde am 1. Januar 1984 realisiert. Das Lager liegt seit der Kommunalreform in der Kommune Apenrade (Aabenraa). Im Lager befinden sich Ausstellungen verschiedener Organisationen und auch eine Nachschule. Der Schulträger teilte mit, den Betrieb mangels Schülerinnen und Schüler 2025 einzustellen.