Deutsche Minderheit

Drohende Schließungen: Die SP Apenrade pocht auf eine alternative Lösung

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Wenn es nach den SP-Politikern Kurt Asmussen und Erwin Andresen geht, wird an der Rapstedter Schule noch möglichst lange unterrichtet. Das Archivfoto zeigt die langjährige Lehrerin Andrea Grünberg-Richter mit einer Schülerin.

Die Schleswigsche Partei Apenrade – mit den Stadtratspolitikern Erwin Andresen und Kurt Asmussen – möchte dem drohenden Aus der deutschen Kindergärten und Schulen in Rapstedt und Lunden nicht tatenlos zusehen und schaltet sich ein. Die Politiker haben trotz der Finanzprobleme des Schul- und Sprachvereins eine klare Botschaft.

Die vom Deutschen Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV) empfohlene Schließung der deutschen Kindergärten und Schulen in Rapstedt (Ravsted) und Lunden hat die Stadtratspolitiker Erwin Andresen und Kurt Asmussen auf den Plan gerufen. 

Auch wenn die finanzielle Lage im Schulverband angespannt ist, und die Kinderzahl an den jeweiligen Standorten mutmaßlich zurückgehen wird, drängen die beiden Politiker darauf, von Schließungen abzusehen.

„Wir haben uns mit dem Schulvorstand der Deutschen Schule Rapstedt getroffen, um uns über die Ausgangslage zu informieren, und hatten kürzlich auch eine Sitzung mit den Verantwortlichen des DSSV“, berichtet Kurt Asmussen. 

Der Mann aus Pepersmark (Pebersmark) nahm an der Seite von Erwin Andresen und Hugo Schmidt, dem Kommunalvorsitzenden der Schleswigschen Partei Apenrade, teil.

Voreilig und anscheinend Salami-Methode

„Die empfohlene Schließung hat auch uns überrascht. Es wirkt wie ein Schnellschuss und auch wie eine Salami-Methode. Ich als Elternteil der Deutschen Schule Buhrkall, die ebenfalls zu den kleinen Einrichtungen zählt, frage mich, ob es bald ähnliche Überlegungen für uns gibt. Man darf einfach nicht außer Acht lassen, dass Schulen und Kindergärten wichtige Bestandteile der Ortsgemeinschaften sind. Natürlich spielen finanzielle Aspekte eine Rolle, aber sie sollten nicht das alleinige Entscheidungskriterium sein“, betont Asmussen.

Die Forderung der SP Apenrade sei daher, dass der DSSV ein Gesamtkonzept ausarbeitet, mit dem das Fortbestehen der Einrichtungen in Rapstedt und Lunden wie auch anderer kleiner Schulen so lange wie möglich sichergestellt wird.

Die richtigen Leute, um einen Ausweg zu finden

Kurt Asmussen (r.) und Stadtratskollege Erwin Andresen sehen die ins Spiel gebrachte Schließung der deutschen Kindergärten und Schulen in Rapstedt und Lunden trotz der finanziellen Herausforderungen im Deutschen Schul- und Sprachverein kritisch.

Mit Uwe Jessen (DSSV-Geschäftsführer und Generalsekretär des Bundes Deutscher Nordschleswiger, BDN), Bernd Søndergaard (Hauptgeschäftsführer des BDN und Finanzleiter beim DSSV) und Kerstin Jürgensen (DSSV-Vorsitzende) „haben wir doch die richtigen Leute, um einen anderen Weg zu finden“, sagt Asmussen.

„Zusammen mit den Konzepten, die die Einrichtungen in Rapstedt und Lunden für ihr Fortbestehen erstellen, müssten alternative Lösungen möglich sein. Was Rapstedt betrifft, sehe ich keine finanzielle Notlage, und auch die aktuelle Kinderzahl der Schule erscheint mir nicht alarmierend. Ich hoffe daher, dass der BDN-Hauptvorstand gegen die Empfehlung auf Schließung in Rapstedt und auch Lunden stimmen wird, sollte es dabei bleiben, und seinerseits ein Gesamtkonzept einfordert“, so Asmussen.

Säulen der Minderheit

„Kindergärten und Schulen sind das Rückgrat unserer Minderheit. Einrichtungen zu schließen, kann und darf nicht die Zukunft sein“, sagt Asmussen.

„Die Vertreterinnen und Vertreter des DSSV haben uns gesagt, dass sie mit den ins Spiel gebrachten Schließungen nicht glücklich sind und dass sie offen sind für Lösungsansätze. Kompromissbereitschaft ist offensichtlich da. Das ist ja eine gute Grundlage.“

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