Deutsche Minderheit

Moralische Unterstützung für die deutschen Einrichtungen in Rapstedt

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Rapstedts Bürgervereinsvorsitzender Thomas Juhl würde die Schließung der deutschen Einrichtungen bedauern.

Die drohende Schließung des deutschen Kindergartens und der Schule wäre ein großer Verlust für Rapstedt, meint Bürgervereinsvorsitzender Thomas Juhl. Er sagt der Schule und dem Kindergarten Rückendeckung zu.

Das hätte vor einigen Jahrzehnten aufhorchen lassen, dass ein Bürgervereinsvorsitzender sich in einem so hohen Maße mit deutschen Einrichtungen solidarisch erklärt und sich für deren Erhalt ausspricht. Thomas Juhl aus Rapstedt tut es. 

Als bekannt wurde, dass der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig die Schließung des deutschen Kindergartens und der Schule in Rapstedt empfiehlt, war auch er als Bürgervereinsvorsitzender und Ortsansässiger geschockt, so Juhl im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“.

Deutsche Einrichtungen eine Bereicherung 

Die deutschen Einrichtungen seien ein wichtiger Bestandteil Rapstedts. „Sie sind eine Bereicherung. Es gibt bei uns schon länger ein gutes Zusammenspiel zwischen Mehrheit und Minderheit. Wir erleben in der jüngsten Zeit zudem viel Zuzug aus Deutschland. Wir freuen uns über die neuen Bürgerinnen und Bürger, und uns ist sehr daran gelegen, sie in unsere Gemeinschaft zu integrieren. Die deutschen Einrichtungen sind da wichtige Mosaiksteine“, sagt Thomas Juhl, der sich bereits mit Schulleiter Jan Röhrig über die bedrohliche Ausgangslage der deutschen Schule ausgetauscht hat.

Als Vorsitzender wolle er dem Bürgervereinsvorstand nahelegen, sich für den Erhalt von Kindergarten und Schule auszusprechen, ohne sich zu sehr in interne Angelegenheiten der Minderheit einzumischen.

„Die deutsche Schule und der Kindergarten werden ja voraussichtlich ein Papier mit Lösungsansätzen einreichen, um die Schließung zu verhindern. Diesem Entwurf könnten wir als Bürgerverein eine Sympathiebekundung hinzufügen lassen als moralischen Beistand“, gibt der Vorsitzende ein Beispiel für unterstützende Maßnahmen.

Die deutschen Einrichtungen sind da wichtige Mosaiksteine.

Thomas Juhl

Synergie statt Konkurrenz

In Rapstedt gibt es auch eine dänische Schule und einen dänischen Kindergarten, die jedes Jahr ebenfalls um ausreichend viele Kinder ringen. 

Auch wenn der Bürgerverein sich nun offiziell für den Erhalt der deutschen Einrichtungen stark machen sollte, sei es nicht gleichbedeutend, dass man den dänischen Einrichtungen weniger Bedeutung beimisst. „Überhaupt nicht. Sie spielen eine ganz wichtige Rolle und natürlich sind sie eine noch wichtigere Lebensader. Ich sehe aber auch keine große Konkurrenz zwischen der dänischen und der deutschen Schule. Sollte die deutsche Schule schließen, dann werden die Kinder nicht automatisch an die dänische Schule wechseln. In der Regel wird eine deutsche Schule bewusst ausgesucht. Für Zuzüglerkinder erleichtert es das Zurechtkommen in Dänemark. Es gibt also viele gute Gründe, das Fortbestehen der deutschen Schule als Teil der Ortsgemeinschaft zu begrüßen. Das wollen wir gerne untermauern“, sagt Juhl, der sein Anliegen jetzt den Vorstandskolleginnen und -kollegen vorlegen wird.