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Taxiverband empfiehlt: Lasst euch die Pässe zeigen!

Taxiverband empfiehlt: Lasst euch die Pässe zeigen!

Taxiverband empfiehlt: Lasst euch die Pässe zeigen!

Apenrade/Aabenraa
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Dänische Polizeibeamte kontrollieren auf dänischer Seite ein Flensburger Taxi Foto: Flensburger Foto- und Pressedienst

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Statt unverhofft 30 oder mehr Tage in einem dänischen Gefängnis zu verbringen, sollten sich die Fahrer bei grenzüberschreitenden Fahrten vergewissern, dass ihre Kundschaft auch über die nötigen Ausweispapiere verfügt.

Trine Wollenberg, Vize-Direktorin vom dänischen Landesverband für Personentransport, „Dansk Person Transport“ (DPT), gibt an ihre taxifahrenden Mitglieder die klare Empfehlung heraus: „Lasst euch von eurer Kundschaft bei grenzüberschreitenden Touren die Pässe zeigen!“

„Damit ersparen sich die Taxifahrerinnen und -fahrer ganz großen Ärger. Wenn es nämlich blöd läuft, werden sie in Dänemark der Menschenschleusung bezichtigt. Sie müssen dann sogar mit einer Gefängnisstrafe rechnen“, unterstreicht sie.

Am Autobahn-Grenzübergang Ellund/Fröslee (Frøslev) wurde in der Nacht zu Dienstag ein niederländischer Taxifahrer festgenommen. Gegen ihn wird nun wegen vorsätzlicher Beihilfe zur illegalen Einreise ermittelt.

Kein Einzelfall

Die DPT-Vize-Direktorin weiß, dass auch ihren Mitgliedern durchaus solche Ermittlungen drohen. „Mir sind schon mehrere Fälle von der schwedisch-dänischen, aber auch von der deutsch-dänischen Grenze bekannt, wo es sogar auch zu Verurteilungen gekommen ist“, sagt die DPT-Vize-Direktorin. In Verbindung mit dem Flüchtlingsstrom aus Syrien gab es eine größere Wellte von Anzeigen gegen Taxifahrerinnen und -fahrer.

„Das Vertrackte an diesem Sachverhalt ist: Das Gesetz verlangt es eigentlich nicht ausdrücklich, dass die Fahrerinnen und Fahrer die Pässe kontrollieren sollen. Sie dürfen aber nur Personen über die Grenze nach Dänemark befördern, die über die rechtmäßigen Ausweise verfügen. Wir verlangen deshalb nicht von unseren Mitgliedern, sich die Pässe zeigen zu lassen, aber empfehlen es aufs Dringlichste, um nicht urplötzlich wegen möglicher Schleuserei in den Fokus von Polizeiermittlungen zu geraten“, erläutert Trine Wollenberg die Position des Verbandes.

Im Zweifel: Nein Danke

Natürlich seien Taxifahrerinnen und Taxifahrer keine geschulten Polizistinnen und Polizisten. Man könne deshalb auch nicht von ihnen verlangen, gefälschte Pässe von echten unterscheiden zu können. „Wenn sich unsere Mitglieder aber jeglichen Ärger ersparen wollen, dann sollten sie im Zweifelsfalle lieber eine Tour ablehnen. Ich kann aber verstehen, dass das schwerfallen kann, zumal wenn es sich um eine lukrative längere Fuhre handelt. Das ist mein klarer Rat“, so die DPT-Vize-Direktorin.

Auf Anfrage des „Nordschleswigers“ teilt sie mit, dass ihr Verband aktuell keine Änderungen der Gesetzeslage anvisiert. „Die Regel sind nun mal wie sie sind, und nur dazu verhalten wir uns mit unseren Empfehlungen, damit unsere Mitglieder möglichst keine Schwierigkeiten bekommen“, so Trine Wollenberg.

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Gwyn Nissen Chefredakteur
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