Krieg in der Ukraine

Schon bald steigen hierzulande die Lebensmittelpreise

Schon bald steigen hierzulande die Lebensmittelpreise

Schon bald steigen hierzulande die Lebensmittelpreise

Ritzau/nb
Kopenhagen
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Russland und die Ukraine machen zusammengenommen fast ein Drittel des weltweiten Weizenexports aus. Deshalb wird der Krieg nach Einschätzung eines Verbraucherökonomen auch dänische Lebensmittel verteuern (Archivfoto). Foto: Signe Goldmann/Ritzau Scanpix

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Schon jetzt sei es sinnvoll, extra Geld für Lebensmittel zur Seite zu legen, meint ein Verbraucherexperte. Denn der Krieg in der Ukraine wird auch hierzulande zu einem Anziehen der Preise führen.

Der russische Einmarsch in die Ukraine wirkt sich nicht nur auf die Benzin- und Gaspreise aus, die in den vergangenen Tagen neue Rekordhöhen in Dänemark erklommen haben.

Auch die Preise für Lebensmittel in den dänischen Supermärkten werden in Kürze anziehen.

Das schreibt „Jyllands-Posten“.

Landwirtschaftliche Erzeugnisse werden teurer

Die Preise für Weizen sind in jüngster Zeit auf ein bisher nicht gesehenes Niveau gestiegen, und auch andere landwirtschaftliche Erzeugnisse werden teurer, schreibt das Nachrichtenmedium.

Die Entwicklung kann auf den Umstand zurückgeführt werden, dass die Ukraine und Russland zusammen für etwa 29 Prozent des weltweiten Weizenexports stehen.

Die Erfahrung aus früheren Lebensmittelkrisen zeigt, dass die Industrie verhältnismäßig schnell die Rechnung an die Verbraucherinnen und Verbraucher weiterreicht.

Henning Otte Hansen, Seniorberater am Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomie

„Die Erfahrung aus früheren Lebensmittelkrisen zeigt, dass die Industrie verhältnismäßig schnell die Rechnung an die Verbraucherinnen und Verbraucher weiterreicht. Die Preissteigerungen werden je nach Kategorie unterschiedlich ausfallen und vor allem davon abhängen, wie viel das landwirtschaftliche Roherzeugnis in dem betreffenden Produkt ausmacht. Auch kommt es darauf an, wie viel Energie zur Produktion benötigt wird“, sagt Henning Otte Hansen, Seniorberater am Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomie, gegenüber „Jyllands-Posten“.

Preissteigerungen zwischen 2 und 20 Prozent

„Wir können Preissteigerungen in einem Intervall zwischen 2 und 20 Prozent erwarten. Der Preis für Brot, Mehl, Hafer und andere auf Korn basierenden Waren kann um 15 bis 20 Prozent steigen“, schätzt er.

Wie hoch Steigerungen im Einzelnen ausfallen und sich in den Preisen der Supermärkte widerspiegeln, sei jedoch schwierig vorauszusagen.

„Natürlich kann es auch eine gewisse Verzögerung geben. Wenn sich die Rohwaren verteuern, dauert es ein wenig, bis wir es in den Supermärkten sehen können. Aber wir können damit rechnen, dass dies schon bald der Fall sein wird“, sagt Ida Marie Moesby, Verbraucherökonomin bei Nordea, gegenüber „Ritzau“.

Rechtzeitig vorbereiten

Sie empfiehlt den Verbraucherinnen und Verbrauchern, sich bereits jetzt vorzubereiten.

Ich empfehle, das eigene Budget zu durchforsten und mehr Geld zur Seite zu legen für all die Posten, bei denen wir besonders starke Preissteigerungen erwarten – Heizkosten, Lebensmittel und Benzin.

Ida Marie Moesby, Verbraucherökonomin bei Nordea

„Wenn wir mit so grundlegenden Preissteigerungen konfrontiert werden, können wir feststellen, dass die Menschen ihre Einkäufe genauer abwägen. Das ist reine Vernunft, wenn man sich mit Impulskäufen zurückhält. Zudem empfehle ich, das eigene Budget zu durchforsten und mehr Geld zur Seite zu legen für all die Posten, bei denen wir besonders starke Preissteigerungen erwarten – Heizkosten, Lebensmittel und Benzin. Auf diese Weise wappnet man sich am besten gegen steigende Preise. Die Herausforderung besteht darin, wie lange man das machen muss“, sagt Ida Marie Moesby.

Kein Zweifel, dass die Preise unter Druck geraten sind

Sie verweist zudem darauf, dass eine Verknappung von Weizen auch zu Preissteigerungen bei tierischen Produkten führen kann, da Korn als Tierfutter verwendet wird.

Bei der Salling Group, zu der Bilka, Netto und Føtex gehören, haben steigende Energiepreise und höhere Logistikkosten bereits zu einem Preisanstieg für Lebensmittel geführt.

„Es ist noch zu früh, um sagen zu können, in welchem Umfang der Krieg in der Ukraine die Verbraucherpreise in die Höhe treiben wird, aber es herrscht kein Zweifel daran, dass die Preise bereits jetzt unter Druck geraten sind“, sagt der Sprecher der Salling Gruppe, Jacob Krogsgaard Nielsen.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Ein Leck in unserer Gesellschaft“