Tour de France

Trotz Streckensperrungen: Hilfskräfte kommen zu Hilfe

Trotz Streckensperrungen: Hilfskräfte kommen zu Hilfe

Trotz Streckensperrungen: Hilfskräfte kommen zu Hilfe

Apenrade/Aabenraa
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Bei einem Großfeuer, wie dieses in Apenrade, müssen mehrere Wehren anrücken. Wie wird der Ernstfall am Tour-de-France-Tag gehandhabt? Foto: Jan Peters

Die durch Süddänemark führende Tour-de-France-Strecke ist am 3. Juli voll gesperrt. Doch was passiert im Notfall, wenn ein Feuer ausbricht oder ein Mensch schwer krank wird? Wir haben bei den zuständigen Behörden und Bereitschaften nachgefragt – und auch bei der Heimpflege, wo es Herausforderungen zu meistern gilt, wie die Leiterin verrät.

Ein Schlaganfall ist ein Notfall und bedarf schnellster Hilfe. Doch wie ist es am Tag der Tour de France, die am 3. Juli durch Nordschleswig rollen wird? Die Strecke ist ab 12 Uhr voll abgesperrt. Kommt dann kein Rettungswagen mehr durch, um Rettungssanitäter und Ärzte zum Patienten zu bringen?

Gesundheit ist nicht gefährdet

„Nein, das ist keineswegs der Fall“, beruhigt Kim Ahlers, der Leiter der zuständigen Rettungsleitstelle (AMK-vagtcentralen) in Odense. Er ist für die Planung und Durchführung des Rettungswesens am Tour-Tag zuständig. „Es gibt spezielle Schleusen, die es den Rettungswagen ermöglichen, die Strecke zu überqueren, ohne dass das Fahrerfeld gestört wird bzw. das Feld die Retter behindert“, erklärt Ahlers weiter.

Es gibt spezielle Schleusen, die es den Rettungswagen ermöglichen, die Strecke zu überqueren, ohne dass das Fahrerfeld gestört wird bzw. das Feld die Retter behindert.

Kim Ahlers, Leiter der Rettungsleitstelle

Feuerwehr ist vorbereitet

Gleiches gilt auch für die Feuerwehr, die die selben Schleusen nutzen kann, wie die Einsatzfahrzeuge der Rettungswache. Das berichtet Henrik Nielsen, der operative Leiter der Bereitschaft in Nordschleswig (Brand- og Redning Sønderjylland), wozu die Feuerwehr gehört. „Das ist die größte Herausforderung für uns, wenn wir im Ernstfall die Tour-Strecke überqueren müssen“, so Nielsen. Alles sei jedoch bestmöglich vorbereitet, so der Bereitschaftsleiter. „Wir haben oft mit den anderen zuständigen Behörden und Beteiligten zusammen gesessen und die Pläne für den Tag erarbeitet“, fügt er hinzu.

Krankenhauspersonal ist aufgestockt

Weil an den Straßenrändern mit vielen Zuschauern gerechnet werde, sei auch das Personal in den Krankenhäusern in Apenrade und Sonderburg (Sønderborg) aufgestockt worden, so Leitstellenchef Ahlers. Die medizinische Versorgung sei jedoch nur für die Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste. „Die Tour hat eigene Ärzte und eine eigene Bereitschaft dabei“, berichtet er. Er fügt jedoch hinzu: „Wenn wir um Hilfe gebeten werden, stehen wir natürlich auch den Tour-Beteiligten zur Verfügung.“

Mehr Personal bei der Feuerwehr

Und ebenso hat auch die Bereitschaft am Tour-Tag mehr Personal auf dem Wachplan, denn „wenn wir zu einem großen Einsatz, beispielsweise auf der Autobahn müssen, dann müssen wir auf der Westseite der Rennstrecke mehr Leute parat haben, um den Tour-Ablauf sowenig wie möglich zu stören“, erklärt Bereitschaftschef Henrik Nielsen. Die Autobahn verläuft nämlich westlich, zum Teil parallel zur Tour-de-France-Route. „Außerdem sind wir mit einem Mehr an Mannschaft auch besser vorbereitet, wenn es parallel Einsätze geben sollte“, nennt er einen weiteren Grund für die Personalaufstockung.

Wir haben die Wache kurzerhand in ein Provisorium verlegt, das auf der anderen Seite des Kreisverkehrs liegt, sodass die Wehr im Notfall ausrücken kann.

Henrik Nielsen, operativer Bereitschaftschef

Wache zieht kurzfristig um

Herausforderungen gibt es ebenfalls in Hadersleben (Haderslev), wo die Feuerwehrstation (Falck) genau an der Straße liegt, auf der das Tour-Feld vorbeifährt. Doch eine Lösung sei gefunden, berichtet Nielsen. „Wir haben die Wache kurzerhand in ein Provisorium verlegt, das auf der anderen Seite des Kreisverkehrs liegt, sodass die Wehr im Notfall ausrücken kann“, erzählt Henrik Nielsen.

Für die Sicherheit entlang der Strecke und für die Absperrung ist übrigens die Polizei für Südjütland und Nordschleswig (Syd- og Sønderjyllands Politi) zuständig. Unterstützt werden die Beamtinnen und Beamten von der Heimwehr sowie von freiwilligen Helferinnen und Helfern, die zudem für mehrere Events entlang der Tour-Route verantwortlich sind.

Voller Luftraum

Der Himmel wird am 3. Juli ebenfalls belebter sein, als gewohnt, denn zum einen verfolgen Hubschrauber das Tour-de-France-Feld mit Kameras aus der Luft. Zum anderen werden sich auch Rettungshubschrauber dazugesellen, um im Ernstfall schnell vor Ort sein zu können, wenn Hilfe am Boden nicht schnell genug helfen kann, berichtet Rettungsdienstleiter Kim Ahlers.

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Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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