Eishockey

Frederik Dichow wird zum großen Helden: Dänemark im WM-Viertelfinale

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Frederik Dichow pariert den Penalty von Dominik Kahun.

Der 24-jährige Woyenser verriegelte im Penaltyschießen gegen Deutschland seinen Kasten und darf sich nun auf Kanada mit Superstar Sidney Crosby freuen.

Frederik Dichow hatte nach eigener Aussage fast einen Blackout, als er unter dem ohrenbetäubenden Jubel im Herninger „Boxen“ den entscheidenden Penalty hielt und von seinen heranstürmenden Mitspielern umringt um umgestoßen wurde.

Der 24-jährige Torwart aus Woyens (Vojens) wurde zum großen Helden, als er im Penaltyschießen gegen Deutschland alle vier Versuche des Gegners parierte und der dänischen Eishockey-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land den Weg ins Viertelfinale ebnete.

„Ich fühle unglaubliche Freude und Stolz. Wir haben etwas Großartiges geschafft. Ich freue mich unglaublich auf mein erstes WM-Viertelfinale, und das vor eigenem Publikum“, sagt Frederik Dichow zum „Nordschleswiger“.

Frederik Dichow wird von seinen Mannschaftskameraden fast erdrückt.

Die Dänen stehen mit dem 2:1-Sieg nach Penaltyschießen in einem echten Endspiel der Gruppenphase zum erst dritten Mal nach 2010 und 2016 in einem WM-Viertelfinale. Dort wartet am Donnerstag in Herning der Sieger der anderen Vorrundengruppe, Rekordweltmeister Kanada mit den Superstars Sidney Crosby und Nathan MacKinnon.

„Im Eishockey kann alles passieren. Wir müssen das beste Eishockey liefern, was wir jemals gezeigt haben, um überhaupt eine Chance zu haben. Ich freue mich einfach“, so Frederik Dichow nach einer erneut starken Leistung im dänischen Tor.

Lange Zeit sah es allerdings nach einer Wiederholung des Alptraums von der ersten WM in Dänemark 2018, als die Dänen für einen Viertelfinaleinzug nur noch einen Sieg benötigten, aber das entscheidende Gruppenspiel gegen Lettland mit 0:1 verloren. NHL-Star Nikolaj Ehlers, der nach dem Playoff-Aus seiner Winnipeg Jets eingeflogen worden war, erzielte bei seinem WM-Einstand zehn Minuten vor Schluss den Ausgleich.

Frederik Dichow jubelt nach dem vierten gehaltenen Penalty.

„Die Deutschen haben einen unglaublich guten Torwart, aber wir haben auch unglaublich gute Spieler. Wir hatten ein starkes erstes Drittel hingelegt und hatten so viele gute Torchancen. Ich wusste, dass wir schon noch ein Tor machen würden. Ich musste einfach hinten dicht machen. Ich bin stolz auf meine eigene Leistung, aber das ist in erster Linie eine starke Mannschaftsleistung“, meint der 24-jährige Woyenser.

Nick Olesen und Joachim Blichfeldt legten mit spektakulären Toren im Penaltyschießen vor. Am anderen Ende krönte Frederik Dichow seine starke WM, als er alle vier deutsche Versuche parierte.

„Puck anschauen und Puck halten“, lautet die simple Antwort auf die Frage nach seiner Strategie im Penaltyschießen: „Nein, Geduld ist ungemein wichtig. Ich lasse den Schützen den ersten Zug machen, das hilft meistens. Und nicht zu viel nachdenken. Schön, dass ich zur Entscheidung beitragen konnte“, so der Torwart.

Frederik Dichow hatte viel zu tun.