Eishockey

Für den Woyenser Frederik Dichow geht bei der WM ein Traum in Erfüllung

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Frederik Dichow ist als dänische Nummer eins in die Weltmeisterschaft gegangen.

Der 24-Jährige ist nach einer turbulenten Saison in Schweden die dänische Nummer eins bei der Eishockey-Weltmeisterschaft im eigenen Land. Frederik Dichow spricht von dem größten Moment seiner Karriere.

Die Augen von Frederik Dichow leuchten. Der 24-Jährige aus Woyens (Vojens) gerät ins Schwärmen, wenn er über die Eishockey-Weltmeisterschaft im eigenen Land und die 10.500 Zuschauerinnen und Zuschauer im Herninger „Boxen“ spricht.

„Das ist magisch. Das ist ein Kindheitstraum, der in Erfüllung geht. Eine WM im eigenen Land. Das ist eines der größten Momente meiner Eishockey-Karriere. Ich bin einfach glücklich, dass ich dabei sein darf, und versuche, mein Bestes für Dänemark zu geben und die dänischen Fans stolz zu machen“, sagt Frederik Dichow zum „Nordschleswiger“.

Der WM-Start ging allerdings in die Hose. Die Dänen waren gegen eine starke US-amerikanische Mannschaft überfordert und mussten eine 0:5-Klatsche einstecken. Dennoch hat die dänische Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM im eigenen Land viel vor – der Einzug ins Viertelfinale ist der große Traum und in einer Gruppe mit den USA, der Schweiz, Tschechien, Kasachstan, Ungarn, Norwegen und Deutschland auch nicht unrealistisch.

Frederik Dichow hatte gegen die USA alle Hände voll zu tun.

„Ein Viertelfinale wäre fantastisch, dafür kämpfen wir, aber im Moment jagen wir die eine gute Leistung nach der anderen. Das ist das Wichtigste für uns“, so der Nationaltorwart, der sich gegen die USA über viele vergebene dänische Torchancen ärgern musste: „Die Leistung war okay, wir müssen aber einiges verbessern. Wir wussten von vornherein, dass wir unser absolutes Topniveau abrufen mussten, um eine Chance auf einen Punktgewinn zu haben.“

Die Dänen hätten gegen überlegene Amerikaner auch höher verlieren können.

„Mit meiner eigenen Leistung bin ich sehr zufrieden. Ich konnte sehr viele wirklich gute Paraden zeigen. Ich war gut und solide, aber selbstverständlich ist das vierte Gegentor ärgerlich und unglücklich. Diesen Gegentreffer hätte ich nicht zulassen dürfen, aber ich denke nicht, dass es den Ausgang der Partie geändert hat. Abhaken und weiter“, meint Frederik Dichow, der bereits 2019 Vojens IK verließ und nach Schweden wechselte.

Frederik Dichow ärgert sich über eines der fünf Gegentore.

Bei HV71 in einer der besten Ligen Europas, der schwedischen SHL, hat er allerdings eine Saison mit Höhen und Tiefen hinter sich.

Nach einem guten Saisonbeginn rutschte er in ein Formtief, wurde auf die Tribüne verbannt und sollte abgeschoben werden, doch als er wieder die Chance bekam, wurde er zum großen Helden, als HV71 in der Relegation den Klassenerhalt schaffte.

„Das war eine merkwürdige Situation in Schweden, vieles konnte ich nicht beeinflussen. So sind Eishockey und Profisport nun einmal. Aber selbstverständlich war es super, dass ich gegen Saisonende zu dem Niveau zurückfinden konnte, das ich zu leisten imstande bin. Dieses Niveau habe ich mit in die WM genommen, und ich muss jetzt versuchen, dieses Niveau im Laufe der WM zu halten“, sagt der Woyenser Torhüter.

Frederik Dichow verhinderte eine größere Niederlage.

Frederik Dichow hat es als „dunkle Zeit“ bezeichnet, als er im Laufe der Saison sogar seinen Platz in der Umkleidekabine des SHL-Teams räumen musste, und auch offen über Revanchegelüste gesprochen.

„Es brennt in mir und ich möchte zeigen, dass sie dort einen Fehler gemacht haben. Ich glaube, das fangen sie jetzt auch an zu verstehen“, wurde der 24-Jährige am Ende der Saison bei „hockeysverige.se“ zitiert.

Frederik Dichow nahm an den Olympischen Spielen 2022 in Peking teil und absolviert in Herning bereits seine fünfte Weltmeisterschaft für Dänemark. Der 24-Jährige steht auch in der kommenden Saison bei HV71 in Jönköping unter Vertrag.

Drunter und drüber ging es manchmal vor dem dänischen Tor.