Coronavirus-Variante B117

Neue Beschränkungen vorerst vom Tisch

Neue Beschränkungen vorerst vom Tisch

Neue Beschränkungen vorerst vom Tisch

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Verdrängt die ansteckendere Coronavirus-Variante B117 alle anderen Varianten, braucht Dänemark nach Ansicht des Gesundheitsministers Magnus Heunicke schärfere Restriktionen. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Die Coronavirusvariante B117 ist ansteckender als alle anderen Varianten und breitet sich aus. Das SSI schätzt, dass diese Variante die anderen aufgrund dieser Eigenschaft verdrängen wird. Der dänische Gesundheitsminster dachte im Vorfeld eines politischen Treffens laut über neue Beschränkungen nach – vorerst bleibt aber alles, wie es ist.

Gesundheitsminister Magnus Heunicke (Soz.) hat die gesundheitspolitischen Sprecher der Folketingsparteien zu einem Treffen am Montagmittag eingeladen, auf dem die Corona-Situation diskutiert wurde. Neue Beschränkungen sind aber vorerst vom Tisch.

Das Treffen fand vor dem Hintergrund des Auftretens der neuen, ansteckenderen Virusvariante B117 statt. Sie verbreitet sich vor allem in Großbritannien, da sie deutlich ansteckender ist. Auch Fälle in Dänemark und Deutschland sind bekannt.

Der Gesundheitsminister hatte bereits am Wochenende von neuen Beschränkungen gesprochen und am Montagmorgen auf Facebook mitgeteilt, dass die Virusvariante B117 50 bis 74 Prozent ansteckender sei als die bisher bekannten Varianten. Seinen Worten nach schätzt die dänische Infektionsschutzbehörde, das Staatliche Serum Institut, dass B117 aufgrund dieser Fähigkeit alle anderen Virusvarianten verdrängen wird – auch in Dänemark.

„Dies bedeutet einen steileren Epidemieverlauf und einen höheren Spitzenwert. Um die Ansteckungen unter Kontrolle zu behalten, ist ein größerer Einsatz notwendig“, so die Warnung des Ministers.

Um neue, einschneidende Beschränkungen zu erlassen, müsse es zunächst den Bedarf geben, so Martin Geertsen (Venstre). Dessen Amtskollegin, Liselott Blixt, gesundheitspolitische Sprecherin der Dänischen Volkspartei gibt aber zu bedenken, die Sprecher könnten schnell wieder zusammengerufen werden, sollte sich die Situation ändern.

Unterstützung erhielt Magnus Heunicke im Vorfeld des Treffens von Peder Hvelplund, dem gesundheitspolitischen Sprecher der Einheitsliste. Die bisherigen Beschränkungen sollten seiner Meinung nach auch nach dem 17. Januar gelten. Zudem schlug er vor, die Kinderbetreuung zu schließen – mit Ausnahme einer Notfallbetreuung. Auch könnte, so Hvelplund vor dem Treffen, das Versammlungsverbot verschärft werden, das zurzeit bei zehn Personen liegt. Sollte es die Situation erfordern, könne auch ein Ausgangsverbot verhängt werden, si Hvelplund, der nach dem Treffen erklärte er habe sich mehr erhofft.

Außenministerium: Keine Reisen nach Großbritannien

Unterdessen rät das dänische Außenministerium seit Montag, 0.00 Uhr, von sämtlichen Reisen, auch Geschäftsreisen, nach Großbritannien ab. Grund für die neue Einschätzung des Ministeriums ist die dortige Ausbreitung des besagten mutierten Coronavirus. Zudem verhängt das Außenministerium ein Einreiseverbot bis zum 17. Januar für Reisende aus Großbritannien, die keine dänischen Staatsbürger sind oder einen Wohnsitz in Dänemark haben.

Auch dürfen vom 4. bis 17. Januar nur Flüge von Großbritannien nach Dänemark stattfinden, wenn alle Fluggäste einen Corona-Test vorweisen können, der nicht älter als 24 Stunden ist. Die Sicherung dieser Vorgabe liegt dem Transportministerium zufolge bei den Fluggesellschaften.

Aktualisiert um 15.25 Uhr

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