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Minister kippt Kommissions-Vorschlag zu SU-Reform

Minister kippt Kommissions-Vorschlag zu SU-Reform

Minister kippt Kommissions-Vorschlag zu SU-Reform

Kopenhagen
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Die Kommissionsvorsitzende Nina Smith hatte ihren Vorschlag zu einer SU-Reform kaum vorgestellt, da erteilte der zuständige Minister dem bereits eine Absage. Foto: Philip Davali/Ritzau Scanpix

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Die Reformkommission der Regierung schlägt vor, das Stipendium für Studierende, die eine Kandidatenausbildung machen, in ein Darlehen umzuwandeln, um so bessere Ausbildungen zu finanzieren. Bildungsminister Jesper Petersen hält wenig von dem Vorschlag seiner eigenen Kommission.

Die Ausbildungen an den Universitäten sollen flexibler und leichter zugänglich werden und besser zum Arbeitsmarkt passen. Die Mittel pro Studierende und Studierenden sollen erhöht werden. Das schlägt die Reformkommission der Regierung unter dem Vorsitz der Wirtschaftsprofessorin Nina Smith vor.

Ein gehöriger Anteil der Finanzierung kommt von einem Vorschlag, der bereits im Vorfeld zu einer lebhaften Debatte geführt hat: Das SU (Statens Uddannelsesstøtte) soll an Studierende, die eine Ausbildung zum Kandidaten (Master) machen, als Anleihe ausgezahlt werden.

Vorsitzende sieht umgekehrten „Robin Hood“

Die Kommission hatte den Vorschlag kaum vorgestellt, da erteilte Bildungs- und Forschungsminister Jesper Petersen (Soz.) ihm auf Twitter eine Absage.

„Der bekannte Vorschlag zur Umgestaltung des Kandidaten-SUs zu einer Anleihe ist nicht Teil meiner Planung“, schreibt er.

Die Kommissionsvorsitzende Smith meint dagegen, es gebe keine guten Argumente, das Stipendium in den letzten beiden Jahren der Kandidatenausbildung zu bewahren. Sie meint, die Studierenden sollen das SU (Statens Uddannelsesstøtte) nur während der dreijährigen Bachelorausbildung als Zuschuss erhalten.

„Menschen mit einer Kandidatenausbildung sind die bestbezahlten im Lande. Das SU für diese Studierenden ist also eine Transferleistung von Personen mit minderen Einkommen an die Besserverdienenden“, begründete Nina Smith unter anderem den Vorschlag bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Diskussion um soziale Mobilität

Nach dem heutigen System können Studierende mit Stipendium und Anleihe maximal 8.500 Kronen pro Monat an SU empfangen. Die Kommission schlägt vor, den Betrag der Anleihe auf 12.500 Kronen zu erhöhen.

Bereits im Vorfeld hatten die Studierenden und die Unterstützerparteien den Vorschlag kritisiert. Sie befürchten, er könnte Studierende ohne Akademikerhintergrund davon abhalten, nach dem Bachelor weiterzustudieren.

Die Kommissionsvorsitzende Smith sieht diese Gefahr jedoch nicht.

„Es gibt keine Hinweise darauf, dass das SU für die soziale Mobilität eine Rolle spielt, wenn man erst an der Startlinie zur Kandidatenausbildung angekommen ist“, meint sie.

Ihrer Auffassung nach sei die Qualität der Kandidatenausbildung entscheidender für die soziale Mobilität.

Smith musste jedoch eingestehen, dass es keine Untersuchungen zur Bedeutung des Stipendiums während des Kandidatenteils für die soziale Mobilität gibt. Dagegen sei bekannt, dass eine Anleihe bereits am Anfang des Studiums einen negativen Effekt habe.

Neu Wege zum Kandidaten

Die Kommission will unter anderem die Qualität der Kandidatenausbildung anheben, indem sie die Zuschüsse, die Universitäten pro Studierende (das sogenannte Taxameter) anheben.

„Unser Vorschlag ist keine Sparübung, sondern eine Investition in bessere Ausbildungen“, betonte Smith.

Zu anderen Vorschlägen der Kommission zählt, dass man nicht mehr automatisch nach dem Bachelor nahtlos einer Kandidatenausbildung im gleichen Bereich weitermachen soll.

Stattdessen will sie mehrere Wege zu einer Kandidatenausbildung einführen. So soll es nach ihrer Vorstellung künftig eine einjährige Kandidatenausbildung geben. Auch soll die Möglichkeit eines Teilzeitstudiums neben der Arbeit nach ihrer Vorstellung (dem sogenannten „Erhvervskandidat“) ausgebaut werden.

Auch will sie ermöglichen, dass man sein Leben lang die Ausbildung unbegrenzt durch weitere Fächer ohne Studiengebühr ausbauen kann.

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