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Pressekonferenz: Maßnahmen gegen Ausbreitung des Coronavirus

Pressekonferenz: Maßnahmen gegen Ausbreitung des Coronavirus

Pressekonferenz: Maßnahmen gegen Ausbreitung des Coronavirus

Ritzau/kj
Kopenhagen
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Staatsministerin Mette Frederiksen gibt bei einer Pressekonferenz neue Details zum Umgang mit dem Coronavirus bekannt. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen steige von Stunde zu Stunde, sagt die Staatsministerin auf einer Pressekonferenz. Die Regierung stellt Maßnahmen vor, um der Ausbreitung entgegen zu wirken.

Die Zahl der in Dänemark mit dem neuartigen Coronavirus Infizierten ist von 113 auf 156 gestiegen, erklärte Staatsministerin Mette Frederiksen (Sozialdemokraten) auf einer Pressekonferenz am Dienstag um 11 Uhr.

Sie teilt mit, dass die Zahl der Infizierten „von Stunde zu Stunde“ zunimmt. Nach Angaben der dänischen Behörde für Patientensicherheit sind derzeit 875 Personen unter Quarantäne gestellt. „Wir erwarten, dass die Zahl noch weiter steigen wird“, sagt Mette Frederiksen.

Gesundheitsminister Magnus Heunicke (Sozialdemokraten) erklärt auf der Pressekonferenz, dass sieben Personen wegen des Coronavirus ins Krankenhaus eingeliefert wurden.

Änderungen im öffentlichen Verkehr

Mette Frederiksen sagt auf der Konferenz außerdem, dass es Änderungen im öffentlichen Verkehr geben werde.

„Die Anbieter des Nahverkehrs werden gebeten, Initiativen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass nicht zu viele Menschen auf engem Raum sind. Dies gilt während der Hauptverkehrszeit.“ Möglicherweise werden mehr Züge und Busse benötigt.

Die Regierung fordert die Bürger so weit wie möglich auf, öffentliche Verkehrsmittel während der Hauptverkehrszeit zu vermeiden, um eine Verbreitung des Virus einzudämmen, teilt das Verkehrsministerium mit.

„Für viele Menschen ist der öffentliche Verkehr ein Teil des Alltags, in dem sie mit vielen Menschen in Berührung kommen“, sagt Verkehrsminister Benny Engelbrecht (Sozialdemokraten). „In der gegenwärtigen Situation mit dem Coronavirus fordern wir Reisende daher dringend auf, Rücksicht auf einander und insbesondere auf ältere Mitreisende zu nehmen“.

Wenn man ein Ticket für eine Zugfahrt mit der DSB gekauft hat, aber wegen des Coronavirus nicht reisen möchten, könne man sich das Ticket kostenlos erstatten lassen. Dies schreibt die DSB auf ihrer Website.

Flugverkehr stoppen

Der gesamte Flugverkehr von den stark betroffenen sogenannten roten Gebieten nach Dänemark wird ab Mitternacht gestoppt, sodass Flüge aus besonders ansteckenden Gebieten wie Norditalien und China nicht in Dänemark landen können.

Die roten Gebiete sind große Teile Norditaliens, das Skigebiet um Ischgl in Österreich, die Provinz Hubei in China, der Iran und die Stadt Daegu sowie die Provinz Gyeongbuk in Südkorea.

Die Webseite des Verkehrsministeriums ermutigt Dänen in roten Bereichen, zu versuchen, nach Hause zu kommen, bevor der Flugverkehr gestoppt wird. Darüber hinaus gibt es im Laufe des Tages neue Regeln für die Einreise aus roten Gebieten.

„Personen, die aus roten Bereichen nach Dänemark einreisen, können den Flughafenbereich nicht mehr betreten und dürfen anschließend keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr nutzen“, so die Staatsministerin.

Die Maßnahme läuft derzeit für 14 Tage, wird jedoch voraussichtlich verlängert.

Die Staatsministerin ist auf der Pressekonferenz gefragt worden, ob sie erwägt, Dänemark wie Italien mehr oder weniger abzuriegeln, um die Ausbreitung der Infektionen zu verringern. „Wir werden weder weitere Maßnahmen noch größere Veränderungen in unserer Gesellschaft ausschließen“, antwortet sie.

Pensionierte Mitarbeiter und Studenten für die Gesundheitsversorgung

Der Gesundheitsminister Magnus Heunicke erklärt auf der Presskonferenz, dass zusätzliche Hilfe nötig ist, um die Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Er erwähnt, dass pensioniertes Gesundheitspersonal sowie Studenten sich mit der Coronavirus-Situation auseinandersetzen müssen.

„Wenn wir nicht alles tun, um die Infektion einzudämmen, wird unser Gesundheitssystem nicht in der Lage sein, mit der Situation umzugehen“, sagt er.

Mette Frederiksen weist auf der Konferenz daraufhin, dass das Gesundheitswesen in ernsthafte Schwierigkeiten geraten könne. „Wenn sich viele Menschen infizieren, kann die Kapazität unserer Intensivstationen möglicherweise nicht mithalten. In einem ansonsten starken Gesundheitssystem können Kapazitätsprobleme auftreten“, sagt sie.

Frederiksen erwähnt auch einen möglichen Mangel an Ausrüstung wie Atemmasken, der zu einem Problem werden könne, wenn viele infizierte Personen ins Krankenhaus eingeliefert würden.

Digitales Gipfeltreffen

Mette Frederiksen und die anderen EU-Staats- und Regierungschefs werden am Dienstag um 17 Uhr eine Videokonferenz zum Thema Coronavirus abhalten.

Auf dem digitalen Gipfel wollen die EU-Länder über Bewegungsfreiheit, Verkehr und Reisen in der EU sprechen, sagt Mette Frederiksen, die es für sinnvoll hält, sich nicht physisch, sondern über eine Videokonferenz zu treffen.

Alle EU-Länder haben inzwischen Fälle von Coronainfektionen bestätigt. Dies geht aus einer Erklärung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hervor, in der Zahlen aus aller Welt kontinuierlich aktualisiert werden. Das letzte Land auf der Liste ist Zypern, das am Dienstag zwei Fälle bestätigt hat.

Der Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Papes Schattenspiele“