Dänemark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Staatsministerin Mette Frederiksen, Finanzminister Nicolai Wammen, Gesundheitsminister Magnus Heunicke, Wirtschaftsminister Simon Kollerup und Arbeitsminister Peter Hummelgaard haben sich getroffen, um über die Konsequenzen der Coronavirus-Krise zu sprechen. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

 

Coronavirus: Behörden bereiten sich auf 600.000 Infizierte vor

Kopenhagen Wenn sich der Coronavirus in Dänemark wie bisher weiter verbreitet, gehen die Behörden in einem „Worst Case Scenario“ davon aus, dass zehn Prozent der dänischen Bevölkerung infiziert werden könnten. Dies erklärte der Gesundheitsdirektor Søren Brostrøm auf einer Pressekonferenz am Dienstag. Die erste „Infektionswelle“ wird sich wahrscheinlich über einen Zeitraum von drei Monaten erstrecken. „Von den ungefähr 600.000 Dänen, die infiziert sind, werden zehn Prozent – 60.000 – Kontakt mit dem Gesundheitswesen aufnehmen“, sagte er. 12.000 von ihnen werden wahrscheinlich ins Krankenhaus eingeliefert, fügte der Direktor hinzu. „Und vielleicht ein Viertel von ihnen wird intensive medizinische Betreuung brauchen“, sagte Søren Brostrøm. Ritzau/kj

 

Coronavirus: 156 Dänen sind infiziert

Kopenhagen Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen in Dänemark nimmt weiter zu. Am Dienstag um 11 Uhr sind 156 Personen nachweislich mit dem Virus infiziert. Das gab Staatsministerin Mette Frederiksen (Sozialdemokraten) auf einer Pressekonferenz bekannt. Nach Angaben des dänischen Seruminstituts wurden 1119 Personen auf Coronarinfektionen getestet und 875 Personen unter Quarantäne gestellt. Die Behörde für Patientensicherheit gab am Montag bekannt, dass sieben infizierte Personen ins Krankenhaus eingeliefert wurden. „Ich kenne niemanden, der so schwer krank ist, dass er intensiv behandelt werden muss“, sagte Anne-Marie Vangsted, Direktorin der dänischen Behörde für Patientensicherheit, auf einer Pressekonferenz am Montagnachmittag. Ritzau/kj

 

Schule stellt Klasse unter Qurantäne

Malling Eine fünfte Klasse und zwei Lehrer der Malling Schule in Ostjütland sind unter Quarantäne gestellt worden, weil zwei Schüler der Klasse mit dem Coronavirus infiziert sind. Dies erklärt Martin Østergaard Christensen, Schulleiter der Kommune Aarhus, am Montagabend gegenüber TV2 Ostjütland. „Die dänische Behörde für Patientensicherheit hat den Schulleiter kontaktiert. Basierend auf den Untersuchungen, die der Vorstand durchgeführt hat, und den Gesprächen mit den beiden Lehrern, wurde empfohlen, dass die fünfte Klasse unter Quarantäne im eigenen Zuhause gestellt wird“, sagt der Schulleiter von TV2 Ostjütland. Die Malling Schule mit 600 Schülern und 75 Mitarbeitern bleibt geöffnet. Ritzau/kj

 

Keine Reisen nach Italien

Kopenhagen Dänische Bürger sollten bevorstehende Reisen nach Italien und San Marino absagen. Das empfiehlt das Außenministerium. Am Sonntag forderte das Außenministerium alle Dänen in Norditalien auf, sich auf den Weg zurück nach Dänemark zu machen, da insbesondere die nördlichen Regionen Italiens stark von dem Virus betroffen sind. Die Ausbreitung des Virus in dem Land hat den italienischen Premierminister Giuseppe Conte veranlasst, am Montagabend eine Reihe von Maßnahmen zu ergreifen. Bisher galten Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit nur für die nördlichen Regionen, aber seit Dienstag gelten sie für ganz Italien. Ritzau/kj

 

Vom Flugzeug in die Quarantäne

Kopenhagen Passagiere in Flugzeugen, die aus sogenannten Hochrisikozonen nach Dänemark kommen, dürfen den Flughafenbereich nicht betreten, in denen sich andere Passagiere befinden. Die Behörden haben beschlossen, so die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Dies teilte die Polizei mit. Betreffende Flugzeuge werden an einen speziellen Bereich am Flughafen gelotst. Von hier aus werden die Passagiere und ihr Gepäck in Bussen abgeholt. Dänische und ausländische Passagiere werden dann aufgefordert, 14 Tage zu Hause in Qurantäne zu bleiben. Trotz der neuen Richtlinien können die Behörden weder Dänen noch Ausländer zur Quarantäne zwingen. Ritzau/kj

 

Staatsministerin warnt vor Coronavirus

Kopenhagen Die dänischen Bürger nehmen den Virus nicht ernst genug, sagt Staatsministerin Mette Frederiksen (Sozialdemokraten), die darauf hinweist, dass er für ältere und gebrechliche Menschen schwerwiegend sein kann. Daher sei es notwendig, die Krankheit einzudämmen, damit so wenig wie möglich betroffen sind. „Ich treffe immer noch viele Dänen, die gesund und munter sind und keine Angst vor dem Coronavirus haben. Die Sorge gilt nicht nur dem Einzelnen, sondern auch den Eltern, Großeltern, chronisch Kranken und Schwachen. Jeder muss es ernster nehmen als wir es in den letzten Tagen getan haben“, sagte sie am Montag auf einer kurzen Pressekonferenz. Ritzau/kj

 

Fabrik zur Wiederverwertung von Pfandflaschen eröffnet

Høje Taastrup In Høje Taastrup bei Kopenhagen hat Umweltministerin Lea Wermelin am Montag eine Fabrik zur Verarbeitung von Verpackungen eingeweiht, die im Rahmen von Pfandverpackungssystemen eingesammelt worden sind. Bis zu zwei Millionen Behälter aus Kunststoffen, Glas und Metall kann die Anlage täglich verarbeiten. Die Ministerin unterstrich bei der Einweihung, dass von den in Dänemark verkauften Pfandbehältern 90 Prozent in Läden abgeliefert werden. Die Fabrik sorgt vor allem dafür, dass nach Einführung von Pfand auf Platikbehälter diese nicht mehr in großen Mengen in die Müllverbrennung wandern. Keine Erwähnung fand bei dieser Gelegenheit das nach wie vor ungelöste Problem der pfandfrei in deutschen Grenzläden erworbenen Getränkedosen, die von dänischen Kunden seit Jahrzehnten in ihrem Heimatland in die Landschaft geworfen werden. hee

Mehr lesen

Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Urlaub oder Überleben“