Mutation

Nächstes Land will alle seine Nerze keulen

Nächstes Land will alle seine Nerze keulen

Nächstes Land will alle seine Nerze keulen

afp/shz.de
Dublin
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In Dänemark sind Millionen Nerze getötet worden. Foto: Karin Riggelsen

Nach Dänemark plant Irland sämtliche Nerze zu keulen. Das Vorgehen sorgt für Kritik.

Nach der Notschlachtung von Millionen Nerzen in Dänemark wegen einer mutierten Version des Coronavirus will nun auch Irland sämtliche Nerze keulen lassen. Es werde befürchtet, dass die Tiere die gleiche Mutation in sich tragen, sagte ein Regierungssprecher am Donnerstag.

Bisher wurde nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums zwar noch kein Nerz positiv auf das Coronavirus getestet. Allerdings stelle die Nerzzucht „ein fortwährendes Risiko“ dar, da durch sie weitere Coronavirus-Mutationen entstehen könnten, erklärte ein Sprecher.

Irland: Kritik an massenhafter Keulung von Nerzen

In Irland gibt es drei Nerzfarmen mit etwa 120.000 Tieren. Sollte das Vorhaben umgesetzt werden, müssten „drei sichere, den Bestimmungen entsprechende und angesehene Farmen ohne jede wissenschaftliche Grundlage schließen“, kritisierte Mette Lykke Nielsen, Geschäftsführerin vom Verband „Fur Europe“.

Anfang November hatte Dänemark – der weltgrößte Produzent von Nerzpelz – die Keulung der bis zu 17 Millionen Nerze im Land angeordnet, nachdem auf einigen Zuchtfarmen im Norden Jütlands eine mutierte und auf den Menschen übertragbare Form von Sars-CoV-2 entdeckt worden war. Die mutierte Version des Coronavirus ist nach Angaben des dänischen Gesundheitsministeriums inzwischen wahrscheinlich ausgemerzt.
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