Bildung

Vorwürfe: Vertrauensbeauftragte zweifelt an UC-Syd-Führung

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Der Campus des UC Syd in Hadersleben. In den vergangenen Jahren war die Niederlassung durch Umstrukturierungen geprägt. Die Ausbildung im Verwaltungsbachelor wurde vorerst auf Eis gelegt. UC Syd ist die größte Bildungsinstitution in Südjütland und bietet unter anderem Studiengänge in Sozialberatung an.

In unserer Serie über die Führungskultur am UC Syd erhebt erstmals eine Gewerkschaftsbeauftragte schwere Vorwürfe: Studienberaterin Helene Haargaard Kragh spricht von einer Atmosphäre der Einschüchterung, mangelnder Transparenz und von Entscheidungen über die Köpfe der Belegschaft hinweg. Sie fordert einen grundlegenden Wandel. Zugleich stellt sie die Handlungsfähigkeit des Vorstands infrage.

Das „University College Syd“ (UC Syd) kommt nicht zur Ruhe. Jetzt meldet sich Helene Haargaard Kragh zu Wort. Die Vertrauensbeauftragte und Studienberaterin für die Sozialberaterausbildung in Esbjerg äußert scharfe Kritik an der Direktion und dem Vorstand der größten Bildungseinrichtung in Südjütland.

„Viele Mitarbeitende wurden entweder entlassen oder sahen sich gezwungen zu kündigen“, sagt Haargaard Kragh. Nicht notwendige Strukturmaßnahmen und Entlassungsrunden sieht sie als Ursachen des schlechten Arbeitsklimas, sondern vor allem das „autoritäre“ Verhalten der Leitung und die „systematische Missachtung“ der Perspektiven von Mitarbeitenden.

Die Gewerkschafterin widerspricht damit direkt der Darstellung von UC-Syd-Rektor Alexander von Oettingen. Dieser hatte in einem öffentlichen Statement die Frustration am UC Syd auf notwendige Umstrukturierungen und die Entlassung von 125 Mitarbeitenden in den vergangenen zwei bis drei Jahren aufgrund sinkender Studierendenzahlen zurückgeführt.

Mitarbeitende fühlen sich übergangen

Kragh kritisiert überdies die fehlende Einbindung der Belegschaft. Anhörungen seien oft reine Formalität gewesen. „Man hört uns nicht zu! Entscheidungen werden getroffen, ohne dass wir informiert oder einbezogen werden.“

Vorwurf: Vorstand lässt Direktion gewähren

Neben der Direktion wirft Haargaard Kragh auch dem Vorstand Versäumnisse vor. Dieser werde seiner Kontrollfunktion nicht gerecht.

„Ich bin enttäuscht, dass der Vorstand weiterhin hinter der Direktion steht.“
Dessen Entscheidung, der Direktion eine weitere Chance einzuräumen, bezeichnet sie als nicht nachvollziehbar: Der Vorstand unterstütze weiterhin die Direktion, was bei Mitarbeitenden auf Unverständnis stoße.

Vorstandschefin Diana Mose Olsen hatte nach einer Untersuchung über das Arbeitsklima Stellung bezogen – und eingeräumt, dass es Herausforderungen gebe, doch – wie auch der Rektor – den Vorwurf, es herrsche eine „Kultur der Angst“ entschieden zurückgewiesen.

Forderung nach Wandel

Laut Helene Haargaard Kragh braucht es tiefgreifende Veränderungen in der Führungskultur von UC Syd. Im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“ kündigt sie an, dass weitere Stimmen folgen werden und sie nicht die Einzige bleiben werde, die das Blatt vom Mund nimmt. Gleichzeitig zweifelt sie daran, dass der dringend notwendige Paradigmenwechsel unter der jetzigen Leitung gelingen kann.
„Das ist eine enorme Aufgabe, die einen Wandel im Handeln erfordert.“