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Kritik, Konflikt, Rücktritt: UC-Syd-Vorstand unter Druck

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Der Vorstand des UC Syd wird bald ohne den früheren Dompropst Jens Torkild Bak (3 .v. r.) auskommen müssen. Das UC Syd ist die größte Bildungsinstitution Südjütlands mit einem breiten Angebot an Studiengängen und Weiterbildungen. Der Vorstand trägt die Verantwortung für strategische Entscheidungen.

Der Theologe Jens Torkild Bak zieht die Reißleine: Mit Kritik an der Diskussionskultur des UC-Syd-Vorstands kündigt der frühere Dompropst von Ripen seinen Rücktritt an. Ein internes Schreiben, in dem er seine Entscheidung begründet, wurde an die Presse geleakt – und sorgt nun für zusätzliche Spannungen.

Jens Torkild Bak hat genug: Der pensionierte Dompropst von Ripen (Ribe) und frühere Gemeindepastor von Mögeltondern (Møgeltønder), verlässt den Vorstand der süddänischen Bildungsinstitution „University College Syd“ (UC Syd), bleibt jedoch im Amt, bis eine Nachfolge gefunden ist. In einem internen Schreiben, das der Tageszeitung „JydskeVestkysten“ vorliegt, übt der Theologe zudem Kritik an der Sitzungs- und Entscheidungskultur des Vorstands.

Rücktritt mit klarer Botschaft

Bak beschreibt die Situation drastisch: „Die Diskussionen im Vorstand zeigen alle Anzeichen einer übergeordneten Leitung vor dem Zusammenbruch“, zitiert ihn die Zeitung. Der Theologe bemängelt, dass der Fokus auf internen Konflikten liege, statt darauf, das UC Syd zu retten.

Seit 2024 steht dessen Direktion im Kreuzfeuer der Kritik: Medien schrieben von einem belasteten Arbeitsklima. Eine externe Untersuchung sowie örtliche Arbeitsplatzanalysen (APV) bestätigten Probleme in der Führungskultur. Dennoch sprach der Vorstand Anfang Februar der Leitung des UC Syd sein Vertrauen aus – ein „Gnadenakt“, wie Bak es nennt.

„Mehr Abteilungs- als Vorstandsarbeit“

Das Vorstandsmitglied kritisiert zudem die Arbeitsweise des Gremiums mit Blick auf die Rolle der Gewerkschaftsvertretungen: Vorstandssitzungen hätten oft den Charakter von Mitarbeitendenversammlungen, bei denen er seiner Ansicht nach nichts verloren habe. Seine Entscheidung, das stellt Bak laut „JV.dk“ klar, sei nicht gegen den Vorstandsvorsitz gerichtet.

Diana Mose Olsen, Vorsitzende des Gremiums, bedauert den Rücktritt, doch widerspricht laut „JV.dk“ Baks Einschätzung, der Vorstand werde seiner Leitungsrolle nicht gerecht: „Ich bin nicht derselben Meinung.“

Kritische Worte zum Presse-Leak

Egal, was ich sage: Es könnte die Situation weiter anheizen.

Lars Bang, Gewerkschafter und Vorstandsmitglied

Lars Bang, Gewerkschaftsbeauftragter und Vorstandsmitglied aus Hadersleben, äußert sich gegenüber dem „Nordschleswiger“ kritisch über das Leak. Darüber hinaus möchte er die aktuelle Situation nicht weiter kommentieren.

„Egal, was ich sage: Es könnte die Situation weiter anheizen. Genau das können wir momentan nicht gebrauchen. Darum bin ich der Meinung, dass dieses Schreiben nicht an die Presse hätte durchgestochen werden dürfen. Vielmehr hätte es als Grundlage für eine interne Diskussion im Vorstand dienen sollen.“