Mensch und Umwelt

Muschelfischerei: Ein kurzer Überblick über die aktuelle Lage

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Muschelriffe bieten auch anderen Lebewesen ein Zuhause, etwa Seeanemonen.

Die Landespolitik war übereingekommen, die Muschelfischerei in der Flensburger und der Augustenburger Förde zu verbieten. Gefischt wird noch immer. Nun ist wieder Bewegung in die Sache gekommen, aber ein schnelles Aus muss das nicht bedeuten.

Anfang Februar veröffentlichte das Ministerium für Nahrungsmittel, Landwirtschaft und Fischerei einen Gesetzesvorschlag, der vorsieht, die Fischerei mit Grundschleppnetzen in der Beltsee zu verbieten (wir berichteten).

Kritisiert wird die Muschelfischerei, da der Zustand der Förden kritisch ist und die Miesmuscheln, nach denen gefischt wird, das belastete Wasser filtern. Im Fokus steht und stand die Flensburger Förde.

Ein entsprechendes Verbot hatte die Politik bereits 2023 beschlossen, doch harrt es der Umsetzung. So wird in der Flensburger Förde, in dänischem Hoheitsgebiet, weiterhin nach Muscheln gefischt, aber auch andernorts in Nordschleswig.

Muschelfischerei auch in der Augustenburger Förde

So berichtete der Sender „Danmarks Radio“ („DR“) im Herbst vergangenen Jahres von Muschelfischerei in der Augustenburger Förde (Augustenborg Fjord) – zum Missfallen von Bürgermeister Erik Lauritzen (Soz.) und Gorm Larsen, Vorsitzender des hiesigen Angelvereins Valkyrie Sportsfiskerforening. Beide kommen im Bericht von „DR“ zu Wort.

Die Abgeordnete Karina Lorentzen Dehnhardt (SF) hatte die Berichterstattung des Senders zum Anlass genommen, den Fischereiminister Jakob Jensen (Venstre) im November 2024 zu fragen, wie seine Haltung zu dieser Art der Fischerei in der Augustenburger Förde sei. Damals verwies der Minister auf Verhandlungen über die zukünftige Fischerei in Dänemark.

Das Umwelt- und Gleichstellungsministerium hatte, ebenfalls Anfang Februar, einen Text zum Gesetzesvorschlag veröffentlicht mit einer Karte, auf der bestehende und angedachte Zonen markiert sind, in denen es bereits keine Fischerei mit Grundschleppnetzen mehr gibt oder geben soll.

Als bestehende Zone sind die Flensburger Förde, die Augustenburger Förde und der Alsensund (Als Sund) markiert. Neu hinzu kommen die Sonderburger Bucht sowie die Apenrader Förde und der Als Fjord. Aber: Da das Verbot von 2023 bisher nicht umgesetzt ist, kann nach Muscheln weiterhin gefischt werden.

Das Verbot soll nun, so berichten Medien, noch vor den Sommerferien kommen. Es umfasst dann beträchtliche Teile der dänischen Ostsee. Ob dann wirklich Schluss ist, ist aber auch fraglich, denn es soll eine Übergangsfrist von acht Jahren geben. So ist ein schneller Stopp der Muschelfischerei in Nordschleswig zwar möglich, aber nicht sicher.