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Keine Speerwurf-Sprüche mehr von Glen Riddersholm

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Glen Riddersholm kehrte zum ersten Mal seit seiner Entlassung im Mai 2021 auf die Trainingsplätze am Haderslebener Idrætscenter zurück.

Der ehemalige Sønderjyske-Trainer regte sich in seiner Amtszeit fürchterlich über den Zustand der Trainingsplätze in Hadersleben auf und trieb eine Entwicklung mit an, die in fünf neuen Trainingsplätzen resultierte.

Glen Riddersholm suchte vergeblich große Löcher im Rasen, als die fünf neuen Trainingsplätze am Haderslebener Idrætscenter am Sonnabend offiziell eingeweiht wurden.

Der legendäre Pokalsieger-Trainer von Sønderjyske hatte sich in seiner Amtszeit von Januar 2019 bis Mai 2021 fürchterlich über den Zustand der kommunalen Trainingsplätze aufgeregt, die man sich mit den Schulkindern teilen musste. Im Sportunterricht steht ab und zu mal der Speerwurf auf dem Programm, doch die dadurch entstehenden Löcher im Rasen seien mit Profisport auf höchstem nationalen Niveau nur schwer vereinbar.

Riddersholm ließ keine Gelegenheit aus, dies zu wiederholen, und mit seinen ständigen Speerwurf-Sprüchen trieb er eine Entwicklung mit an, die in fünf neuen Trainingsplätzen resultierte.

„Es ist ein wahres Vergnügen zu sehen, dass die Rahmenbedingungen jetzt in Ordnung sind. Als Trainer muss man jetzt andere Entschuldigungen finden, wenn es nicht läuft“, sagt Glen Riddersholm mit einem breiten Lächeln im Gesicht zum „Nordschleswiger“.

Zwei Kunstrasenplätze und drei Rasenplätze sind am Haderslebener Idrætscenter entstanden.

Die drei Rasenplätze und zwei Kunstrasenplätze sind schon seit einigen Wochen in Betrieb genommen worden. Für Riddersholm selbst ist die Anlage ein wenig zu spät gekommen.

„Viele gute Kräfte haben hart dafür gekämpft, ich selbst inklusive. Es ist ein harter politischer Kampf über viele Jahre gewesen, die Rahmenbedingungen zu ändern, und das ist jetzt gelungen. Selbstverständlich hatte ich mir dies in meiner Zeit gewünscht, aber neidisch bin ich nicht. Das ist das falsche Wort. Ich freue mich einfach“, so der 53-Jährige.

Mit Sønderjyske stand er zweimal hintereinander im Pokalfinale.

„Wir haben versucht, das Beste aus den vorhandenen Möglichkeiten zu machen, aber so wie das Fußballspiel sich entwickelt, muss man von den Platzverhältnissen her auf dem neuesten Stand sein. Sønderjyske hat sich um ein Niveau steigern können, aber damit ist nicht alles fantastisch. Ich hoffe, man ist mit mir einer Meinung, dass man sich in vielen Belangen noch verbessern kann, Schritt für Schritt. Dies ist aber ein großer Schritt nach vorn“, meint Glen Riddersholm.

Bürgermeister Mads Skau eröffnete die neuen Trainingsplätze offiziell.

Nach seinem Ausscheiden bei Sønderjyske arbeitete er bei KRC Genk in Belgien, IFK Norrköping in Schweden und Norwich City in England.

„Die optimalen Rahmenbedingungen sind ungemein wichtig, auch wenn man gute Fußballer holen will. Das kann ich nicht zuletzt nach meinen Aufenthalten in drei verschiedenen Ländern unterschreiben. Die Platzverhältnisse waren überall von hoher Qualität, obwohl die finanziellen Unterschiede zwischen den Klubs groß waren. Da muss man in Dänemark aufmerksam darauf sein, was erforderlich ist“, so der ehemalige Sønderjyske-Trainer.

Glen Riddersholm schlüpfte beim Schaukampf anlässlich der Eröffnungsfeier in die Rolle des Schiedsrichters und übte diese mit gewohnter Lautstärke aus.

Glen Riddersholm übernahm die Rolle des Schiedsrichters.

Johan Absalonsen (2) und Pierre Kanstrup führten mit ihren Toren ihre Mannschaft zu einem 3:2-Sieg. Mit Simon Poulsen, Jacob Stolberg, Frank Andersen, Ole Schwennesen, Rasmus Hansen und Lars „Mini“ Hansen nahmen weitere klangvolle Namen aus der Vereinsgeschichte an dem Schaukampf teil. „Mini“ erzielte einen Treffer, jubelte aber fast noch mehr, als er gleich in der ersten Spielminute Sønderjyske-Sportchef Casper Daather tunnelte.

„Es ist fantastisch zu sehen, wie viele Koryphäen aufgetaucht sind, die den Klub zu dem gemacht haben, was er heute ist“, freute sich Sønderjyske-Direktor und Miteigentümer Markus Kristoffer Hansen: „Die neuen Trainingsplätze bedeuten wahnsinnig viel. Wenn wir weiterhin in der Superliga spielen und den Fußball im Landesteil entwickeln wollen, sind die richtigen Rahmenbedingungen erforderlich. Hier hat es jahrelang gehapert, aber jetzt haben wir endlich etwas, worauf wir stolz sein können.“