Kommunales

Solarstrom auf einer Fläche, die größer als 1.000 Fußballfelder ist

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Grüner Strom aus Solarzellen sollen in fünf Parks gewonnen werden (Archivfoto).

Fünf Energieprojekte mit einer Fläche von rund 830 Hektar gehen in die öffentliche Anhörung. Die Nachbarschaft zu Solarparks kann bei einer digitalen Abstimmung ihre Meinung kundtun. Die Kommune Tondern startet ihre dritte Runde für Anträge.

„Sagt einmal, wollt ihr die ganze Kommune mit Solarzellen zupflastern“, lautete ein Kommentar eines überraschten Zuhörers, der nicht in der Kommune Tondern wohnt, bei der jüngsten Stadtratssitzung. Denn es sollen Solarparks entstehen, die mit einer Größe von 830 Hektar mehr als 1.000 Fußballfelder abdecken würden.

Fünf aktuelle Energieprojekte hat der Stadtrat jetzt in eine achtwöchige öffentliche Anhörung geschickt. In Ballum Hede, Lügumkloster (Løgumkloster), Laurup (Lovrup), Bredebro und Tüchschau (Tyvse) sollen Photovoltaikanlagen grünen Strom produzieren.

Damit wären auf einen Schlag etwa 50 Prozent der Sonnenenergiefläche erreicht, die die Kommune Tondern als ihren Beitrag für die grüne Wende mit Nutzung erneuerbarer Energien festgesetzt hat. Im März 2022 wurde das Ziel mit 125 neuen Windrädern und Sonnenenergie auf 1.600 Hektar bestimmt. Diesbezüglich wurden auch Richtlinien und Bedingungen verabschiedet.

Bislang hat die Kommune zwei Bewerberrunden ausgeschrieben. 54 Projekte wurden eingereicht. Die kommunale Verwaltung arbeitet zurzeit an 20 ausgewählten Projekten, die es zusammen auf 1.600 Hektar Solarfläche und 108 Windkraftanlagen bringen.

Vor den Sommerferien will der Stadtrat endgültig Stellung zu den Solarprojekten beziehen (Archivfoto).

Richtungsweisende Abstimmungen

Der Stadtrat hat auch entschieden, dass Wind- und Sonnenenergieprojekte in den betroffenen Gegenden zur richtungsweisenden Abstimmung kommen, die Feldern mit Solarzellen als Nachbarn bekommen.

Diese Abstimmung wird in den zwei letzten Wochen der Anhörung digital durchgeführt. Die Kommune teilt mit einem Bescheid im elektronischen Postfach (E-Boks) mit, wer abstimmungsberechtigt ist. Wer 1.250 Meter von der Grenze des Solarparks wohnt, kann sich an der Abstimmung beteiligen. Bislang sind zwei Abstimmungen für Solarprojekte in Toftlund und Wiesby mit positivem Bescheid durchgeführt worden.

Es waren die ersten in ganz Dänemark. Die Vorhaben stehen kurz vor der endgültigen Umsetzung. Das Abstimmungsergebnis wird mit Kommentaren, Einsprüchen etc. Teil des Entscheidungsprozesses werden.

Im Rahmen der Anhörungszeit wird auch zu einem Bürgertreffen eingeladen, erklärte Thomas Ørting Jørgensen (Venstre), Vorsitzender des Ausschusses für Klima, Wachstum und Entwicklung. Die bisherigen Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Projekte keine wesentlichen, und wenn dann nur moderate, Auswirkungen auf die Umgebung haben werden.

Die aktuellen Projekte

Der Staat verpflichtet die Investoren, Geld in einen Sondertopf „Grønne Pulje“ einzubezahlen. Die Mittel werden von der Kommune verwaltet. Sie darf nicht über die Mittel verfügen. Bei der Umsetzung des Gesamtziels (125 Windräder und 1.600 Hektar Sonnenparks) würden 350 Millionen Kronen in diesen Topf fließen, erklärt Ørting Jørgensen weiter. „Die Mittel können von Bürgergruppen, Dorfgemeinschaften, Enthusiastinnen und Enthusiasten beantragt werden“, so der Ausschussvorsitzende. Nur Allan Svendsen (Dänische Volkspartei) lehnte eine Anhörung ab.

Die Mittel können von Bürgergruppen, Dorfgemeinschaften, Enthusiastinnen und Enthusiasten beantragt werden.

Thomas Ørting Jørgensen

Vor den Sommerferien werden die Politikerinnen und Politiker endgültig Stellung zu den Projekten beziehen.

Svendsen und seine Ratskollegen Barbara Krarup Hansen (parteilos), Anette Abildgaard Larsen und Hans Schmidt (beide Konservative) votierten mit Nein, als der Stadtrat mehrheitlich entschied, eine dritte Bewerberrunde zu starten.