Gesellschaft

Missbrauchsskandal erschüttert Kommune: Pädagoge entlassen

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Ein Missbrauchsskandal erschüttert die Kommune Hadersleben. Die Verwaltung hat reagiert und den Beschuldigten fristlos entlassen (Archivbild).

Ein schwerwiegender Verdacht erschüttert die Kommune Hadersleben: Ein Pädagoge soll eine psychisch beeinträchtigte Person sexuell missbraucht haben.

Ein Pädagoge einer kommunalen Betreuungseinrichtung in der Kommune Hadersleben sieht sich mit schwerwiegenden Anschuldigungen konfrontiert: Ihm wird Vergewaltigung und sexuelle Belästigung eines psychisch beeinträchtigten Bewohners vorgeworfen.

Laut Informationen der Tageszeitung „JydskeVestkysten“ hat die juristische Auseinandersetzung bereits im Oktober 2024 begonnen, als der Verdacht erstmals aufkam. Die Kommune hatte den Mitarbeiter daraufhin vom Dienst freigestellt.

Rechtslage verzögerte Entlassung

Erst sieben Wochen später, nachdem die Polizei den Pädagogen in drei Fällen angeklagt hatte, reagierte die Kommune mit einer fristlosen Kündigung.

Wie „JydskeVestkysten“ weiter berichtet, stand die Kommune vor einem rechtlichen Dilemma: Als gewählter Vertrauensmann unterlag der Beschuldigte besonderen arbeitsrechtlichen Schutzregelungen. Danach darf eine fristlose Entlassung erst nach Verhandlungen mit der zuständigen Gewerkschaft erfolgen.

Kritik an mangelnder Transparenz

Thomas Vedsted aus Gramm

Die Informationspolitik der Kommune steht ebenfalls in der Kritik. Der Kommunalratsabgeordnete Thomas Vedsted von der Liberalen Allianz hat in einem Leserbrief moniert, die mangelnde Kommunikation erwecke den Eindruck, die Interessen des Beschuldigten würden über das Wohl der Schutzbefohlenen gestellt.

„Die Kommune hat richtig gehandelt, indem sie den Fall zur Anzeige gebracht hat“, so Vedsted. „Aber das Schweigen hinterlässt den Eindruck, dass die Sicherheit der Betroffenen nicht oberste Priorität hat.“

Abfindung trotz Entlassung

Trotz der fristlosen Kündigung erhält der Pädagoge eine Abfindung in Höhe von drei Monatsgehältern. Das ist das Ergebnis eines Vergleichs zwischen der Kommunalverwaltung und der Gewerkschaft, wie die Zeitung schreibt.