Infrastruktur

Lücke im Radwege-Netz: Weiter nur Seitenstreifen von Bredebro bis Abel

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Die jüngste Fahrradtrasse entlang der A 11 wurde im September 2023 zwischen Döstrup und Bredebro eingeweiht. Viele Radfahrerinnen und Radfahrer nahmen damals teil.

Die Antwort vom Transportminister war ernüchternd: Vorerst wird es keinen Ausbau des Radwegs geben. Dabei sei die Situation an der Westküsten-Achse A 11 derzeit „lebensgefährlich“, so eine Sprecherin der Radwege-Gruppe. Doch aufgeben will die Bürgerinitiative nicht.

„Es deutet nichts darauf hin, dass der Radweg bald kommt“, sagt Ruth Ørbæk Petersen aus Bredebro.

Sie setzt sich gemeinsam mit Henry Gjelstrup und Per Jacobsen seit über zehn Jahren für mehr Sicherheit für Radfahrende auf der verkehrsintensiven A 11 ein.

Die Radwege-Gruppe hatte sich im Herbst 2024 schriftlich an Transportminister Thomas Danielsen (Venstre) gewandt: Ihr Anliegen: Die etwa acht Kilometer lange Radweg-Lücke entlang der Westküsten-Hauptstraße zwischen Bredebro und Abel (Abild) soll geschlossen werden. Der jetzige Zustand sei „lebensgefährlich“, argumentiert die Gruppe.

Im Sommer 2023 wurde nördlich von Bredebro der doppelspurige Radweg zwischen Döstrup (Døstrup) und Süderwollum (Sønder Vollum) eröffnet. In den Bau der Trasse investierte der Staat 24 Millionen Kronen. Seither fehlt auf der Westküsten-Achse zwischen Gredstedbro und Seth (Sæd) nur noch ein sicherer Fahrradweg zwischen Bredebro und Abel.

Acht Kilometer in einem Rutsch gewünscht

Nördlich von Tondern zwischen Bredebro und Abel (die mit roten Punkten markierte Strecke) müssen sich Radfahrende mit einem Seitenstreifen begnügen.

Sollte der Abschnitt eines Tages gebaut werden, fordert die Radwege-Gruppe, dass das „Vorhaben in einem Durchgang umgesetzt wird“, nicht in zwei Etappen von Bredebro bis Söllstedt (Sølsted) und von Söllstedt bis Abel.

Nördlich von Bredebro wie auch südlich der Grenze gebe es ein gut ausgebautes Netz an Radwegen. In den Bau der Trasse zwischen Döstrup und Süderwollum investierte der Staat 24 Millionen Kronen.

Kein unbekannter Wunsch

Transportminister Thomas Danielsen habe auf die Zuständigkeit der Straßenbaubehörde hingewiesen, der er das Schreiben vorgelegt habe, sagt Ørbæk Petersen. „Diese kennt unsere Wünsche“.

Aus der Antwort des Ministers geht hervor, dass die Route Teil einer laufenden Priorisierung der Behörde ist, Lücken im Fahrradwegenetz zu schließen.

Langfristig gebe es die Möglichkeit, dass die Politik das Vorhaben durch den Infrastrukturplan 2035 priorisieren könne, so Danielsen. Dieser Plan von 160 Milliarden Kronen Volumen umfasst die Zeitspanne von 2022 bis 2035. Er wurde Ende Juni 2021 von einer Folketingsmehrheit verabschiedet.

Eine lange Zeitspanne

Damit gebe es keinen genauen Zeitpunkt für das Projekt, sagt die Sprecherin. „Aus unserer Warte ist 2035 viel zu weit in der Ferne. Daher werden wir weiterkämpfen.“ Die Gruppe strebt einen Termin mit dem Transportausschuss an, um dem Gremium ihr Anliegen zu verdeutlichen.

Zudem hätten sie sich an das Folketingsmitglied aus der Kommune Tondern, Henrik Frandsen (Moderate), gewandt.

Als es seinerzeit um den Radweg zwischen Döstrup und Süderwollum ging, wurde das Trio bei dem damaligen Transportausschuss vorstellig. „Damals gelang es, das Projekt in trockene Tücher zu bekommen“, erinnert sich Ruth Ørbæk Petersen.

Die Bemühungen der Gruppe werden von der Kommune Tondern unterstützt.

Viele Schwertransporte unterwegs

Ruth Ørbæk Petersen, Henry Gjelstrup und Per Jacobsen (v. l.) bemühen sich weiter um ein nahtloses Radwegenetz an der nordschleswigschen Westküste (Archivfoto).

In dem Schreiben an den Minister verweisen sie darauf, dass auf der Strecke viele Wohnmobile und große schwere Lastwagen unterwegs sind und saisonbedingt auch landwirtschaftliche Transporte. „Es ist lebensgefährlich, dort auf dem Fahrrad unterwegs zu sein.“

Mit einem Radweg würden zweifellos mehr Menschen mit dem Fahrrad zur Arbeit und zurückfahren und auch mehr Schulkinder und Seniorinnen und Senioren würden dem Fahrrad den Vorzug geben“, heißt es in dem Brief.