Energieversorgung

Hindernisse verzögern weiter den Bau der Westküsten-Stromtrasse

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Auf deutscher Seite stehen die Strommasten der neuen Energietrasse bereits seit Sommer 2023 (Archivfoto).

Auf dem letzten Teilabschnitt bis zur deutsch-dänischen Grenze sind ungefähr 50 Prozent der Erdkabel verlegt worden. In Seth und Rohrkarr ist Energinet fertig.

Der Weg bis zur deutsch-dänischen Grenze ist für den Netzbetreiber Energinet noch weit. Von Idomlund bei Horsens, über Endrup bei Esbjerg bis zur Grenze baut das Unternehmen eine 172 Kilometer lange neue Stromtrasse entlang der Westküste, die auch durch die Kommune Tondern führt.

Doch auch der letzte, südliche Teilabschnitt barg Hindernisse. Unter anderem führte viel Regen zu Projektänderungen. Auch archäologische Ausgrabungen, seltene, unter Schutz stehende Tierarten (wie Muscheln, Frösche, Mäuse) und der Verlauf der Enteignungen der betroffenen Land- und Hausbesitzerinnen und -besitzer haben das Vorankommen erschwert.

Fackelumzug gegen Strommasten

Zudem gab es Proteste, unter anderem in der Kommune Tondern, gegen die hohen Strommasten. Hier wurde ein Fackelumzug durchgeführt. Die Bevölkerung und die Politik verlangten mehr Erdkabel. Die Kommune bleibt aber nur auf einer Strecke von fünf Kilometern von den 36 Meter hohen Strommasten verschont.

„Aufgrund der rekordhohen Niederschlagsmengen in den vergangenen zwei Jahren konnten wir nicht auf die aufgeweichten Felder kommen. Daher musste der Projektverlauf je nach dem Stand der Dinge vor Ort laufend geändert werden“, erklärt Projektleiter Christian Jensen. Es habe viele Hindernisse gegeben.

„Es gibt viele Auflagen bei Genehmigungen zum Schutz der Umwelt. Es ist ein schweres Puzzle zu legen, wenn man zeitliche Verpflichtungen hat. Es entstehen nur kurze Arbeitsintervalle, in denen konkrete Aufgaben gelöst werden können. Nun sind die Würfel gefallen und wir erwarten, dass wir noch in diesem Jahr richtig weit kommen“.

Seit 2015 wird geplant

Das Projekt, an dem Energinet seit 2015 arbeitet, ist vor dem Startschuss mehrfach verschoben und verspätet worden. Die Hochspannungsverbindung soll die Stromnetzstabilität in Europa beim Ausbau erneuerbarer Energien verbessern.

Auf der Süd-Trasse ist Energinet mit dem Verlegen der Erdkabel ungefähr bis zur Hälfte vorangekommen. In der Kommune Tondern wird die Stromtrasse von Rohrkarr (Rørkær) bis nach Seth (Sæd) unterirdisch verlaufen. Diese Arbeiten sind schon fertig. Das gilt auch für den Abschnitt Endrup bis Vibæk. Die Montage bei Svanstrup Røgel Hede bei Bredebro erfolgt in diesem Sommer und soll bis zum Herbst dieses Jahres dauern.

Im vergangenen Jahr wurde bei Seth gegraben. Im Hintergrund wurden die Strommasten des deutsch-dänischen Energieprojekts bereits im Sommer 2023 errichtet (Archivfoto).

Währenddessen sind auch schon die ersten Thor-Strommasten in der Kommune Tondern errichtet worden. Bei Emmerschede (Emmerske) stehen bereits vier dieser Riesen.

Vier Strommasten sind bereits bei Emmerschede errichtet worden.

Im dritten Quartal des kommenden Jahres soll der letzte Teilabschnitt nach 15-monatiger Verspätung fertig sein. Südlich der Grenze steht bereits seit Sommer 2023 der deutsche Teil der Stromtrasse bis zum Umspannwerk in Klixbüll (Klægsbøl) nördlich von Niebüll (Nibøl).