Kultur

Hauptdarstellerin: „Es ist ein Geschenk, mit diesen Menschen auftreten zu dürfen“

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Die Schauspielerin Jette Søndergaard (l.) und die Darstellerin Esther Njogu bei der Vorpremiere von „Hjem Kære hjem“. In der Schauspielerei ist Jette der Profi am Set, Esther ist die Laiendarstellerin. Als Heimhelferin ist Jette Søndergaard die Anfängerin und Esther der Profi.

Die Schauspielerin Jette Søndergaard bescheinigt ihren Mitwirkenden großes Talent. Eine 89-jährige Apenraderin wurde unverhofft zum „Filmstar“ in Frelle Petersens Film „Hjem Kære hjem“.

„Ich mag den Begriff Amateure nicht. Meine Mitwirkenden sind tüchtig und haben teils eine angeborene Gabe für die Schauspielerei. Es ist ein Geschenk, mit ihnen auftreten zu dürfen. Und die Chemie passte untereinander“ sagt die Schauspielerin Jette Søndergaard. Sie spielt im neuen Film „Hjem kære hjem“ von Frelle Petersen die Hauptrolle.

Bei der Vorpremiere im Tonderner Kino wird das gute Miteinander des ganzen Teams deutlich. Beim Wiedersehen gibt es Umarmungen und Küsschen am laufenden Band wie bei einem Familienfest oder einem Klassentreffen.

Jette Søndergaard, in Lügumkloster (Løgumkloster) geboren und aufgewachsen, ist die einzige professionelle Schauspielerin am Set und spielt wie in den zwei vorangegangenen Filmen von Frelle Petersen die Hauptrolle. Eigentlich ist sie Tierärztin, begann aber dann mit der Schauspielerei, die ihrer Familie ganz offensichtlich im Blut liegt.

Mehrere Familienmitglieder haben schon in Petersens Produktionen mitgespielt. So Jettes Onkel Peter Tygesen oder ihre 91-jährige Großmutter Karen Tygesen.

Jette Søndergaard spielt die Heimhelferin Sofie. Über den roten Teppich in Tondern ging sie im schmucken Premierenoutfit. Im Film ist sie im schlichten Arbeitskittel zu sehen. Ihre langen Locken werden in einem Pferdeschwanz gebändigt.

Mit Oma am Set

„Es ist so supergemütlich, mit ihr vor der Kamera zu stehen und es machte Spaß, sie als Heimhelferin ins Bett packen zu dürfen“, erzählt Jette Søndergaard im fließenden Sønderjysk. Die Beherrschung des Dialekts ist ein Muss für die Aufnahme in das Filmteam.

„Menschen, die in der Heimhilfe arbeiten, müssen Liebe und Empathie mitbringen und sich immer wieder auf einen neuen Menschen einstellen können. Ich wusste schon vorher, dass sie eine fantastische Arbeit leisten. Das Thema und der Film haben mich sehr berührt“, sagt Jette Søndergaard nachdenklich.

Karen Tygesen kam in Begleitung ihres Sohns Peter (hinter ihr) und ihres Schwiegersohns Povl Søndergaard zur Filmpremiere. Letztgenannter ist der Vater von Jette Søndergaard.

Vor dem Tonderner Kino wird vor dem Filmplakat laut gelacht. „Das ist ja fast wie ein Firmenfest“, kommt es lachend von Hanne Knudsen, Nanette Mijares, Tanja Løtzsch Petersen und Myriam Wete.

Die vier Frauen hatten ihr Debüt als Darstellerinnen im Film „Hjem kære hjem“. Hanne, Nanette und Myriam betraten mit ihren Rollen kein fachliches Neuland, da sie auch im wirklichen Leben in der Heimpflege tätig sind.

Es herrschte bei der Premiere eine Stimmung wie beim Firmenfest, meinen Hanne Knudsen, Nanette Mijares, Tanja Løtzsch Petersen und Myriam Wete.

„Der Film ist richtig gut. Sehr authentisch und wirklichkeitsnah und es hat Spaß gemacht“, sagt Tanja Løtzsch Petersen. Tanja verkörpert im Film die resolute Chefin im Heimhilfeteam.

„Ich bin selbstständige Zonentherapeutin, aber auch ausgebildete Sozial- und Gesundheitsassistentin“, erzählt sie. Daher war das Metier auch für sie nicht ganz unbekannt. „Mir haben einige gesagt, dass ich auf der Leinwand wie im wirklichen Leben bin“, sagt Hanne mit einem Lachen.

Wie die „Jungfrau zum Kind“, kam die 89-jährige Tove Steensbjerg. Die Apenraderin wurde von zwei Freundinnen unter dem Vorwand eines gemeinsamen Essens im Hotel Tønderhus nach Tondern gelockt. „Das tun wir öfter und ich dachte mir nichts dabei“, erzählt Tove Steensbjerg.

Tove Steensbjerg spielte im Film mit (sitzend). Die beiden Birgitta Waller brachten die 89-Jährige zum Casting.

Was sie nicht wusste, war, dass im Hotel auch ein Casting für „Hjem kære hjem“ stattfand. Birgitta Waller und ihre gleichnamige Nichte meinten, dass die 89-Jährige genau die Richtige war, mitzuspielen. Schließlich brachte sie auch Bühnenerfahrung von der Apenrader Revue und als Sängerin mit.

Ich habe noch nie so etwas Witziges erlebt. Es war einfach herrlich.

Tove Steensbjerg

Obwohl sie sich zunächst zierte, mitzumachen, willigte sie dann doch ein. „Von den 41 Personen, die sich um eine Rolle bewarben, soll ich die Beste gewesen sein. Und es war prächtig. Ich habe noch nie so etwas Witziges erlebt. Es war einfach herrlich“, schwärmt Tove Steensbjerg, die zur Vorpremiere, dem Anlass entsprechend in großer Robe, mit viel Schmuck und geschminkt angereist ist. Ganz anders als in ihrem Leben im Film, wo sie eine bettlägerige alte Dame spielt. Zwei verschiedene Welten. Auch das kann die Schauspielerei!