Energiewende

Grüner Strom fürs Land: Milliardeninvestition für Leitung von Apenrade nach Aarhus

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Damit der grüne Strom künftig sicher von A nach B kommen kann, muss das Hochspannungsnetz erneuert werden.

Der grüne Strom der Zukunft braucht ein starkes Netz: Dänemark investiert über 12 Milliarden Kronen in die Erneuerung und Erweiterung des Stromnetzes von Ostjütland bis Nordschleswig.

Der Stromtransport von Nord nach Süd wird künftig deutlich robuster: Das dänische Klima-, Energie- und Versorgungsministerium hat grünes Licht für ein milliardenschweres Infrastrukturprojekt gegeben. Das geht aus einer offiziellen Pressemitteilung aus dem Büro von Minister Lars Aagaard von den Moderaten hervor.

Zwischen Trige bei Aarhus und Kassö (Kassø) bei Apenrade wird das Hochspannungsnetz umfassend modernisiert. Der Preis: rund 12,5 Milliarden Kronen (nach Preisen von 2024).

„In vielen Abschnitten hat das Netz seine Lebensdauer überschritten“, sagt der Klima- und Energieminister. Große Teile der jetzigen Stromtrasse stammen noch aus den 1970er-Jahren. „Wenn wir ernsthaft auf erneuerbare Energien setzen, darf ein veraltetes Stromnetz nicht zur Bremse werden“, so Lars Aagaard. Die Investition sei deshalb eine zentrale Maßnahme der Energiewende. Beim dänischen Netzbetreiber „Energinet“ wird erwartet, dass sich der Stromverbrauch im Jahr 2030 in Dänemark bereits verdoppelt hat und bis 2050 wird sich der Verbrauch vervierfachen, so die Einschätzungen der Fachleute.

Ein Mix aus Erdverkabelung und neuen Freileitungen

Das Projekt, das von „Energinet“ umgesetzt wird, umfasst unter anderem:

  • den Bau von rund 190 Kilometern neuer 400kV-Freileitungen,
  • die Verlegung von 270 Kilometern 150kV-Kabeln unter der Erde,
  • sowie die Erweiterung von fünf Umspannstationen, von denen vier an neue Standorte verlegt werden.
  • Im Gegenzug sollen 242 Kilometer alte Freileitungen zurückgebaut werden.

Ziel ist es, das Stromnetz in Nordschleswig, Süd- und Ostjütland für den wachsenden Bedarf fit zu machen – sowohl für die Einspeisung großer Mengen Wind- und Solarstrom als auch für die steigende Nachfrage durch Wärmepumpen, Elektroautos, Industrieanlagen und künftige Power-to-X-Projekte. Insbesondere Letzteres ist für den Standort Apenrade wichtig.

Start 2028 – erste Stromlieferung ab 2032

Der Baustart ist für 2028 geplant. Wenn alles nach Plan läuft, könnte das neue Netz ab 2032 in Betrieb gehen. Die alten Leitungen werden voraussichtlich bis 2036 abgebaut.

Laut Minister Aagaard ist die Verbindung Aarhus–Apenrade nur ein Teil eines umfassenderen Plans: „Wir brauchen eine starke Strominfrastruktur im ganzen Land. Das ist die Voraussetzung für unsere Energiewende – und für ein klimafreundliches Dänemark.“